Der Iran beherbergt derzeit offiziell 950.000 afghanische und 28.000 irakische Geflüchtete. Zusätzlich zu den Geflüchteten leben etwa 2,5 Millionen Afghan:innen im Iran. Für sie und andere marginalisierte Gesellschaftsgruppen wie obdachlose Menschen, die ethnische Gemeinschaft der Ghorbati und Drogengebraucher:innen ist es im Iran schwierig, medizinische Hilfe zu erhalten. Auch sind diese Menschen häufig einem hohen Risiko für Infektionskrankheiten ausgesetzt. Deshalb bieten wir insbesondere für sie medizinische Versorgung im Iran an.

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1990

Beginn der Arbeit

2,4

Mio. EUR

Ausgaben (Vorjahr)

93

Einsatz­kräfte

Ländervergleich Österreich & Iran

AT
IR
83.80
77.90

Lebens­erwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IR
79.40
75.60

Lebens­erwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IR
3.00
12.00

Säuglings­sterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IR
5.20
1.58

Ärzt:innen

je 1000 Einwohner­:innen

Quelle: WHO, data.worldbank.org

Unsere Hilfe im Iran 2020

  • 29.500 ambulante Beratungen  
  •  
  • 6.060 psychologische Einzelberatungen  
  •  
  • 190 Behandlungen von Hepatitis C   

Medizinische Versorgung in Teheran und Mashad

Im Jahr 2020 haben wir für marginalisierte Menschen im Süden Teherans in einer Gesundheitseinrichtung und einer mobilen Klinik eine umfassende medizinische Versorgung angeboten: Zu unseren Leistungen gehörten ärztliche Beratung, Tests auf übertragbare Krankheiten (HIV, Tuberkulose, Hepatitis B und C), die Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen wie Syphilis, die Überweisung an Fachärzt:innen, Schwangerschaftsvor- und -nachsorge sowie Familienplanung. Außerdem haben wir Unterstützung bei psychischen Problemen ermöglicht.

In Mashhad, der zweitgrößten Stadt des Iran, boten wir im vergangenen Jahr in mobilen Kliniken ähnliche Dienste an wie in Teheran. Im Fokus standen dort Geflüchtete sowie Menschen aus den Gemeinden, die sie aufgenommen haben, und Bewohnerinnen eines Frauenhauses. Außerdem haben wir eine Klinik im Stadtbezirk Golshahr, in dem 80 Prozent der Afghan:innen in Mashad leben, medizinisch unterstützt. Entsprechende Dienstleistungen haben wir auch in elf Camps für drogengebrauchende Menschen in Remission angeboten.

COVID-19 im Iran

Die Covid-19-Pandemie hat auch den Iran im vergangenen Jahr stark getroffen. Während des ersten Höhepunkts begannen wir mit den Vorbereitungen für die Einrichtung einer 50-Betten-Behandlungseinheit in Isfahan, um ein örtliches Krankenhaus zu unterstützen. Kurz nach der Ankunft der Ausrüstung und des Teams wurde die Genehmigung für den Einsatz widerrufen. Da es nicht möglich war, sie an einem anderen Ort im Land aufzustellen, wurde die Ausrüstung zu unserem Projekt in Herat, Afghanistan, exportiert.  

2018

MSF Health facility,  Darvazeh Ghar district, south of the Grand Bazaar of Tehran.
Samantha Maurin /MSF
Teheran, Iran, 11.05.2013: Wir versorgten im Gesundheitszentrum im Bezirk Darvazeh Ghar Menschen ohne Papiere und stigmatisierte Gruppen, die keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem haben.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2018 die Hilfe in Iran fort. Die Teams unterstützten Menschen, die Drogen konsumierten, Sexarbeitende, Flüchtlinge, Obdachlose und andere gefährdete Bevölkerungsgruppen, denen der Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert wurde.

Die Hilfe in Iran im Einzelnen (Auszug):

  • Unsere Hilfe in Iran begann bereits im Jahr 2012. Die Anzahl der Drogenabhängigen hat sich in den vergangenen Jahren auf fast drei Millionen Menschen verdoppelt. Dies entspricht 3,5 Prozent der Bevölkerung. Drogenabhängige und andere Gruppen wie Sexarbeitende, Obdachlose und die ethnische Minderheit der Ghorbat litten unter dem Stigma und der damit verbundenen Ausgrenzung. Ihre medizinische Versorgung war zudem eingeschränkt. Im Jahr 2018 wurde diese Situation durch die finanzielle Krise im Land noch verschärft, die auch das Gesundheitssystem lähmte. Insgesamt hielten wir im Jahr 2018 mehr als 29.900 ambulante Sprechstunden und 3.750 psychologische Einzelgespräche ab.
     
  • Im Jahr 2018 konzentrierte sich unsere Hilfe in Iran auf den Süden Teherans, wo wir ansteckende Krankheiten behandelten, denen insbesondere ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen ausgesetzt waren. Dazu gehörten Hepatitis B und C, HIV, Tuberkulose und Syphilis. Die Teams beobachteten einen starken Anstieg an Patientinnen und Patienten, die an Hepatitis C erkrankt waren. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Anstieg bei 82 Prozent.
     
  • Ärzte ohne Grenzen bot im Rahmen der Hilfe in Iran auch sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung an. Zu den Angeboten gehörten Gynäkologie, Geburtshilfe, Vor- und Nachsorge für Schwangere, Konsultationen für Überlebende sexueller Gewalt sowie psychosoziale Unterstützung und Beratung. Die Teams betreuten in Teheran auch eine mobile Klinik nur für Frauen.
     
  • Ärzte ohne Grenzen weitete zudem die Hilfe in Iran aus: In Mashhad, nahe der afghanischen Grenze, lebten 2018 rund zwei Millionen Afghanen. Die Teams eröffneten dort ein neues Programm für die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung. Ähnlich wie im Süden Teherans boten sie medizinische Hilfe in permanenten und mobilen Kliniken an und behandelten Patientinnen und Patienten mit Hepatitis C. Diese Hilfe in Iran umfasste auch die Einrichtung eines Überweisungssystems für diejenigen Patienten, die eine HIV- und/oder Tuberkulose-Behandlung benötigten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1990 Hilfe in Iran an.

Quelle: International Activity Report 2018