Josef Diermaier

Logistiker

Kurzprofil

Josef Diermaier stammt aus Zell an der Pram in Oberösterreich und hat seinen Master an der Technischen Universität Wien absolviert. Er war bereits sowohl privat als auch berufsbedingt mehrere Monate lang innerhalb Europas aber auch in Südostasien und Lateinamerika unterwegs. Für einen Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen hat er sich entschieden, da er seine Erfahrungen sinnvoll einsetzen möchte und die Organisation ihm in dieser Hinsicht vielfältige Möglichkeiten bietet.

Bei seinem ersten Einsatz war er als technischer Logistiker in Jordanien unterwegs. Dabei freut er sich bereits auf die internationale Umgebung und eine intensive Zeit mit seinem Team vor Ort.

Was schätzt Du an Ärzte ohne Grenzen am meisten?
Ich schätze sehr, dass sich Ärzte ohne Grenzen von keinen Drittinteressen in ihren Entscheidungen abhängig macht. Dadurch schafft es die Organisation, sehr effektiv dort Hilfe zu leisten, wo sie wirklich dringend gebraucht wird.

Was war deine Aufgabe im Einsatz?
Ich bin „Technischer Logistiker“. Mit ca. 25 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bemühte ich mich in Jordanien um die Bereiche Konstruktion, Facilitymanagement, Medizintechnik, Fahrzeugflotte und Teile der Security, um eine möglichst gut funktionierende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Was hat dich am meisten beeindruckt, als du im Einsatz warst?
Die Schnelligkeit, mit der das aus dem Nichts aufgebaute Wasserversorgungssystem in einem Projekt in Uganda wuchs und etwa zwei Millionen Liter reines Trinkwasser pro Tag bereitstellte. Vor Ort sah ich das Versorgungsnetzwerk und die unzähligen Menschen an den Wasserstellen und war mächtig stolz auf die Kollegen und Kolleginnen.  

Was war das Schwierigste, woran du dich gewöhnen musstest?
Daran, mit dem Team zusammen zu wohnen. Da gab es Reibungen. Mit jedem Konflikt lernte ich aber Unmengen über mich selbst; und es bildeten sich in sehr kurzer Zeit sehr intensive Freundschaften, die mir noch heute lieb sind.

Hattest du eine Lieblingsspeise?
In Jordanien gab es ganz frisch gebackene Falafel, Humus  und Schawarma vom Nachbarn!
Zu ganz besonderen Anlässen konnten es sich die jordanischen Kollegen und Kolleginnen nicht nehmen lassen, ihren kulinarischen Nationalstolz – „Mansaf“ - aufzutischen und das dazugehörige Ritual, die Reis-Joghurt-Lammspeise mit bloßer Hand zu verzehren.

In Uganda kommt man nicht über „Rolex“ hinweg, womit „rolled eggs“ gemeint ist – ein mit Ei und Tomate gefülltes Chapati (Fladenbrot). Einmal kostete ich eine regionale Delikatesse: Termiten, gekocht in mit Asche versetztem Wasser und weiterverarbeitet zu einer breiartigen Masse. 

Was nimmst du mit, wenn du auf Einsatz gehst?
Laptop, Handy und Sportschuhe. Eine Stirnlampe ist unverzichtbar. Und eine große Portion Neugier!

Was hast du in der Freizeit gemacht?
Ganz viel schlafen! Außerdem habe ich mit einheimischen Kollegen und Kolleginnen Ausflüge in Gegenden gemacht, die man sonst wohl kaum sehen würde. In Uganda habe ich bei Hochzeiten mitgefeiert, beziehungsweise mich in Jordanien der mehrtägigen Völlerei während des Eid-Festes (Fastenbrechen) nach dem Ramadan hingeben.

Was hast du während deines Einsatzes am meisten geschätzt?
Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell und in welcher Dimension man auf einen Notfall reagieren kann. 

Gibt es noch etwas, was du unseren Spendern wissen  lassen möchtest?
Unabhängig zu arbeiten ist eine der wichtigsten Eigenschaften von Ärzte ohne Grenzen. Erst das ermöglicht es, so effizient und effektiv zu arbeiten, wie ich es gesehen habe. Ihre Beiträge sichern diese Unabhängigkeit und wir können in vielen Fällen handeln, bevor es zur Katastrophe kommt. In Uganda konnte so rechtzeitig eine ausreichend dimensionierte Wasserproduktion auf die Beine gestellt werden.

 
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Einsatz:

  • Uganda, Februar 2017 - Juni 2017
  • Jordanien, März 2015 - Dezember 2015

 

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