Nina Egger

Hebamme

Kurzprofil

Die Steirerin Nina Egger hat ihre Ausbildung an der Hebammenakademie in Graz absolviert und war sowohl im Landeskrankenhaus Leoben als auch an der Universitätsklinik Graz tätig. Die Mitarbeit bei Ärzte ohne Grenzen ist für die Steirerin ein lang ersehnter Traum, den sie bereits am Anfang ihrer Hebammenausbildung im Kopf hatte. Bei ihrem ersten Einsatz freut sich die Hobby-Tänzerin bereits darauf, eine ganz andere Seite ihres Berufes zu erleben.

Warum hast Du Dich für einen Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen entschieden?
Die Arbeit  ist ein langersehnter Traum, ich war von der Organisation schon immer fasziniert.

Was schätzt Du an Ärzte ohne Grenzen am meisten?
Die Unabhängigkeit und die medizinische Hilfe für Menschen, die diese am dringendsten brauchen.

Was ist deine Aufgabe im Einsatz?
Meine Position nennt sich Midwife Activity Manager, das heißt ich bin für alles zuständig, was Schwangere, Mütter und Babies betrifft. Aber auch Familienplanung oder Gynäkologie fallen in meinen Aufgabenbereich. Ich bin zugleich Supervisorin, Hebamme und Lehrhebamme.

Wie hat das Umfeld auf deine Entscheidung, auf Einsatz zu gehen, reagiert?
Familie und enge Freunde waren zuerst ein bisschen geschockt von meiner Entscheidung. Auch Angst und Sorge waren ein Thema, allerdings hat sich das bald gebessert, nachdem ich aus dem ersten Einsatz die Lebenssituation beschreiben konnte. Insgesamt gibt es immer sehr viel positives Feedback und Lob!

Welches Erlebnis ist dir besonders in Erinnerung geblieben? 
Eine schwierige Geburt auf der Intensivstation, die werdende Mutter war durch eine Schwangerschaftsvergiftung in Lebensgefahr. Aber es gab ein Happy End: Mutter und Kind konnten gesund nach Hause entlassen werden.

Was war für dich im Feld die größte Herausforderung?
Tagtäglich mit so viel Armut und Leid in Berührung zu sein, war für mich die schwierigste Aufgabe. Es ist nicht leicht ein Schicksal zu akzeptieren, das man mit europäischen Möglichkeiten verändern könnte. 

Was vermisst du, wenn du auf Einsatz bist?
Schokolade und meine Liebsten zu Hause. 

Was nimmst du mit auf deinen Einsatz mit?
Bücher, Yogamatte, Stirnlampe, Kleidung, Handspiegel, Fotos...

Gibt es ein Buch, das dich während deines Einsatzes begleitet hat?
Die Harry Potter Serie auf Französisch (um die Sprache zu lernen).
 
Was hast du während des Einsatzes am meisten geschätzt?
Die Dankbarkeit der Bevölkerung
 
Was ist deine schönste Erinnerung an einen Einsatz?
Meine lachenden Kollegen und Kolleginnen in Haiti. Sie amüsierten sich darüber, dass ich jedes Mal, wenn ich eine Pause brauchte, auf die Neugeborenen-Station ging und mit den Babies kuschelte, deren Mamas noch auf der Intensivstation waren.
 
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Einsätze:

  • Mittelmeer (Aquarius), Juli 2018 - Oktober 2018
  • Bangladesch, Februar 2018 - Juni 2018
  • Haiti, Oktober 2016 - Jänner 2017
  • Zentralafrikanische Republik, Oktober 2015 - April 2016
  • Demokratische Republik Kongo, Mai 2016 - August 2016

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