Ärzte ohne Grenzen kämpft gegen Lungenpest

19.10.2017
Plague Madagascar, emergency intervention
Celine Ronquetti/MSF
Innocente, 33 years old, is a Doctor in a Hospital 45 km away from Tamatave, where MSF is supporting the local hospital. “For five days, I was really tired; I had aches, headaches and chest pain. I thought I was suffering from angina. On 5 October, I had an alarming symptom: I started spitting blood. As I had done training about pneumonic plague with some colleagues, I went to Tamatave’s hospital to do some tests. I was clearly a suspect case, and then they confirmed that I was infected by the plague. I got an injection and stayed at the hospital. My family was panicked. From the second day, the symptoms began to disappear: swollen glands, headaches etc… As I was feeling better, I began to help the medical staff here even though I was still recovering. There were a lot of patients, a lot of plague cases the first week of the epidemic. Now, it has slowed down. The medical staff told me to take two weeks off to rest. I don’t know if my family is ready for me to come back home. They say they are but I can feel that they’re still afraid of me. So I stay away to leave my family in peace. I’m feeling positive. I don’t want to live with this secret: I had the plague and I was cured.”

Ärzte ohne Grenzen hat am 18. Oktober einen Einsatz zur Bekämpfung von Lungenpest in der Stadt Tamatave  an der Ostküste von Madagaskar gestartet. Die Teams unterstützen die lokalen Gesundheitsbehörden in der Behandlung von Patienten und Patientinnen in einer Spezialklinik. Bei schneller Therapie ist Lungenpest heilbar.

„Pest ist verständlicherweise eine angsteinflößende Krankheit. Eine schnelle Reaktion kann jedoch die Todesrate drastisch senken und den Ausbruch beenden“, sagt Luca Fontana, Spezialist für Wasser und Hygiene von Ärzte ohne Grenzen. „Lungenpest ist behandelbar und Patienten und Patientinnen haben eine hundertprozentige Heilungschance, wenn die Behandlung umgehend erfolgt. Außerdem können gefährdete Menschen prophylaktisch Medikamente einnehmen, um nicht zu erkranken. Ärzte ohne Grenzen hat daher die Arbeit mit ganz konkreten Maßnahmen in Tamatave begonnen.“

Das medizinische Personal von Ärzte ohne Grenzen arbeitet gemeinsam mit den Mitarbeitern vom Gesundheitsministerium Madagaskars, um bereits erkrankte Patienten und Patientinnen im Pest-Behandlungszentrum effektiv zu versorgen. Die spezialisierte Klinik wurde Anfang der Woche außerhalb des Krankenhauses der Stadt von internationalen Organisationen, darunter auch Ärzte ohne Grenzen, aufgebaut.

Ausbreitung vermeiden

Neben der Behandlung von Patienten und Patientinnen unterstützt Ärzte ohne Grenzen die lokalen Behörden auch in der Verbesserung des Triage-Systems, um an Pest Erkrankte schneller zu identifizieren und zu isolieren. Außerdem koordinieren Teams das Rettungswesen der Stadt Tamatave. Wasser- und Hygienespezialisten von Ärzte ohne Grenzen arbeiten Hand in Hand mit lokalen Kollegen und Kolleginnen, um Protokolle für Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen in den Krankenhäusern und den Gemeinschaften umzusetzen, damit die Ausbreitung der Pest eingedämmt wird.

Rund 300.000 Menschen leben in der Hafenstadt Tamatave (auch bekannt unter dem Namen Toamasina). Hier ist Lungenpest mit 261 registrierten Patienten und Patientinnen am weitesten verbreitet. Zehn Menschen sind seit Beginn des Ausbruchs daran gestorben.

Zwischen 1. August und 17. Oktober sind laut offiziellen Angaben landesweit 1032 Pest-Kranke in Madagaskar registriert worden, davon 695 Patienten und Patientinnen mit Lungenpest, der Rest mit Beulenpest. 89 Menschen sind bisher gestorben.