USA

Aids-Patienten: Pharmaunternehmen Gilead bricht Versprechen, Zugang zu lebenswichtigem Medikament zu verbessern

Das Pharmaunternehmen Gilead hat bis heute seine Zusage nicht eingehalten, ein für Menschen mit HIV und Aids wichtiges Medikament in ärmeren Ländern preisgünstiger zu verkaufen. Vor fast einem Jahr hatte das US-Pharmaunternehmen seine sogenannte „Access Initiative“ angekündigt, in deren Rahmen die Preise für das liposomale Amphotericin B (L-AmB) in 116 ärmeren Ländern gesenkt werden sollten. Bislang hat Gilead das Medikament jedoch nur in sechs dieser 116 Länder überhaupt registriert. Selbst in diesen sechs Ländern ist L-AmB noch immer sehr teuer.

So kostet eine Ampulle statt der in Aussicht gestellten 16,25 US-Dollar zum Beispiel in Südafrika 200 US-Dollar und in Indien 45 US-Dollar. Nach eigenen Angaben hat Gilead allein im Jahr 2018 weltweit 14,6 Milliarden Dollar Umsatz mit dem Verkauf von HIV-Medikamenten gemacht.

Menschen sterben an Kryptokokkose, weil Medikamente nicht verfügbar sind

In Kombination mit anderen Medikamenten ist L-AmB sehr wirksam in der Behandlung von Kryptokokken-Meningitis, der nach Tuberkulose zweithäufigsten Todesursache von Menschen mit HIV. Jährlich sterben mehr als 180.000 Menschen an dieser opportunistischen Infektion, davon drei Viertel in Subsahara-Afrika. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat L-AmB vergangenes Jahr zur Behandlung von Kryptokokken-Meningitis empfohlen.

„Es sterben immer noch Menschen an Kryptokokkose, weil die Medikamente, die sie bräuchten, in ihren Ländern nicht verfügbar sind“, sagt Amit Harshana, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Indien. „Das ist inakzeptabel. Weil Gilead untätig bleibt und den Zugang zu L-AmB nicht umfassend verbessert, sind wir von Ärzte ohne Grenzen gezwungen, das Medikament auf dem privaten Markt zu kaufen zu einem Preis, der fast drei Mal so hoch ist wie der, den Gilead vergangenes Jahr in Aussicht gestellt hat.“

Ärzte ohne Grenzen behandelt Kryptokokkose in allen HIV-Projekten der Organisation, darunter in Guinea, der Demokratischen Republik Kongo, Kenia, Malawi, Mosambik, Südafrika, Indien und in Myanmar.

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