Österreich

Ausstellung „Hilfe aus nächster Nähe“ von Ärzte ohne Grenzen in Linz eröffnet

Die Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen Österreich, Margaretha Maleh, hat heute am Linzer Pfarrplatz die Ausstellung „Hilfe aus nächster Nähe“ eröffnet. Die Freiluftausstellung, die bis 21. Oktober kostenlos besucht werden kann, zeigt anschaulich, wie medizinische Nothilfe in Krisensituationen funktioniert. An zehn Stationen wird Besuchern und Besucherinnen Einblick in die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen geboten. Thematisiert werden unterschiedliche Schwerpunkte der medizinischen und humanitären Hilfe in Krisengebieten. Erstmals wird auch die multimediale Ausstellung FLUCHTWEGE gezeigt.

„Mit unserer Ausstellung ‚Hilfe aus nächster Nähe‘ laden wir die Menschen in Oberösterreich ein, für kurze Zeit in die Realität unserer Arbeit einzutauchen und unsere täglichen Herausforderungen, aber auch einige unserer Erfolgserlebnisse mit uns zu teilen“, sagte Margaretha Maleh, die Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen Österreich, bei der Eröffnung der Ausstellung.

 „Hilfe aus nächster Nähe“ besteht aus originalgetreu ausgestatteten Zelten und Holzbauten, die den Pfarrplatz elf Tage lang in einen Mikrokosmos der humanitären Hilfe verwandeln. Die Besucher und Besucherinnen erfahren, wie Medikamente in Krisengebiete gelangen und wie ein Ebola-Schutzanzug angelegt wird. Es wird erklärt, wie Trinkwasser aufbereitet wird und was bei der Durchführung von Impfkampagnen zu berücksichtigen ist; auch ein aufblasbarer Operationssaal ist zu sehen. Im Filmzelt zeigen zahlreiche Videos verschiedenste Hilfseinsätze rund um den Globus.

Aktueller denn je

Die Ausstellung ist aktueller denn je. Im Augenblick sind die Teams von Ärzte ohne Grenzen weltweit in über 70 Ländern tätig: Sie leisten Hilfe in Kriegsgebieten wie dem Jemen, kämpfen in der Demokratischen Republik Kongo gegen den Ebola-Ausbruch und sind vor Ort in Indonesien, um nach dem Erdbeben und Tsunami zu prüfen, welche Hilfe benötigt wird.

„Besonders besorgniserregend ist die Situation derzeit auch in Magaria im Niger, wo unsere Teams eine der weltweit größten Kinderintensivstationen der Welt mit rund 200 Betten unterstützen, die derzeit völlig überfüllt ist. Ein Großteil der Patienten und Patientinnen leiden an Malaria und schwerster Mangelernährung. Meine Kollegen und Kolleginnen sprechen von einer alarmierenden Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren. In den letzten Wochen sind rund zehn Kinder pro Tag verstorben. Es handelt sich um eine besorgniserregende humanitäre Krise, die sich weitgehend unter dem Radar der internationalen Öffentlichkeit entwickelt“, berichtet Maleh. „Mit ‚Hilfe aus nächster Nähe‘ möchten wir aufzeigen, welche konkrete Relevanz professionelle Hilfe für die betroffenen Menschen in diesen Krisengebieten hat. Zugleich wollen wir das Verständnis für die konkrete Bedeutung des Rechts auf medizinische und humanitäre Hilfe schärfen – und veranschaulichen, warum es so wichtig ist, dieses Recht zu schützen.“

Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos, erfahrene Einsatzmitarbeiter und -mitarbeiterinnen bieten Führungen an und berichten von ihren persönlichen Erfahrungen während ihrer Hilfseinsätze.

FLUCHTWEGE

Erstmals zeigt Ärzte ohne Grenzen im Rahmen von „Hilfe aus nächster Nähe“ in Linz auch die multimediale Ausstellung FLUCHTWEGE, die über die Flucht von zwei Menschen aus Einsatzländern von Ärzte ohne Grenzen und von ihrem Alltag in Österreich erzählt: Shekib (31) hat vor seiner Flucht aus Afghanistan in einem Spital von Ärzte ohne Grenzen gearbeitet, das später bombardiert und zerstört wurde. Avjeen (22) ist aus Syrien geflüchtet und will seit ihrer Kindheit Ärztin werden, um anderen zu helfen. Die Ausstellung bietet Einblick in ihr Leben in Österreich aber auch die düstere Realität in Syrien und Afghanistan, die die Teams von Ärzte ohne Grenzen täglich hautnah miterleben.

Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) leistet seit 1971 medizinische Nothilfe in Krisengebieten auf der ganzen Welt. Die Arbeit der Hilfsorganisation basiert auf der Überzeugung, dass jeder Mensch in Not ein Recht auf Hilfe hat, unabhängig von Herkunft, Weltanschauung oder Religion. Schwerpunkte sind Hilfseinsätze in Konfliktgebieten, bei Flüchtlingskrisen, in Regionen mit unzureichender medizinischer Versorgung, bei Ernährungskrisen und nach Katastrophen sowie Epidemien. Im Jahr 2017 haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Organisation mehr als 10,6 Millionen ambulante medizinische Behandlungen durchgeführt und fast 750.000 Patienten und Patientinnen stationär behandelt.

Informationen zur Ausstellung:

„Hilfe aus nächster Nähe“
Eine Ausstellung von Ärzte ohne Grenzen

Projektleitung: Marion Jaros-Nitsch

Linz, Pfarrplatz
10. bis 21. Oktober 2018
Täglich von 10 bis 18.00 Uhr
Eintritt frei

Aus organisatorischen Gründen bitten wir Schulklassen anzumelden: 0680/50 36 302

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