Österreich

UNO-Generalversammlung: Mitgliedsstaaten müssen medizinische Forschung stärken

Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die bis zum 26. September in New York stattfindet, spielt das Thema Gesundheit eine wichtige Rolle. So ist unter anderem für den 21. September ein hochrangiges Treffen zu antimikrobiellen Resistenzen (AMR) geplant. Erst zum vierten Mal in ihrer Geschichte wird sich die Vollversammlung damit einem Gesundheitsthema widmen – nach HIV, nichtübertragbaren Krankheiten und Ebola. Dadurch wird deutlich, wie dringend das Problem der AMR weltweit ist und wie wichtig es für die UN-Mitgliedstaaten ist, hier zu konkreten Lösungen zu kommen.

„Die bisherigen Ansätze für die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente sind überholt und werden künftig nicht funktionieren, wenn es darum geht, in diesem Bereich wirkungsvolle Instrumente zu schaffen“, betont Franz Luef, der im Wiener Büro von Ärzte ohne Grenzen für Advocacy und humanitäre Angelegenheiten zuständig ist. „Das trifft vor allem auf Maßnahmen in ärmeren Ländern zu, aber auch immer stärker für einkommensstarke Länder wie Österreich. Regierungen müssen sich deshalb auf einen neuen Ansatz verständigen, der die medizinischen Bedürfnisse aller Menschen in den Vordergrund stellt. Und zwar zu erschwinglichen Preisen.“

Mehr Ressourcen für Forschung und Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente

Ärzte ohne Grenzen fordert die UNO-Mitgliedsstaaten und insbesondere auch die österreichische Bundesregierung auf, mehr Ressourcen in die Forschung und Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente zu investieren, um dem dringenden medizinischen Bedarf von Menschen weltweit gerecht zu werden. Gleichzeitig müssen Maßnahmen ergriffen werden, damit benötigte Medizinprodukte auch bezahlbar sind. 

Eine aktuelle Publikation von Ärzte ohne Grenzen geht näher auf dieses Thema ein: Der Bericht „Lives on the Edge: Time to align medical Research and Development with people’s health needs“ (PDF) analysiert die Fehler und Unzulänglichkeiten des bestehenden Forschungs- und Entwicklungssystems und zeigt neue Möglichkeiten und Forschungsansätze, um den medizinischen Bedürfnissen der Patienten und Patientinnen besser gerecht zu werden - zu Preisen die für sie auch erschwinglich sind.

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