SchülerInnen ohne Grenzen/Elèves sans Frontières

Schulschiff

Schuljahr:
08/09

Die SchülerInnen des Schulschiffes in Wien sind sich ihrer Vorteile bewusst und wissen es zu schätzen, in dem reichen Land Österreich zu leben. Allerdings wissen wir auch, dass viele Menschen unter sehr ärmlichen Bedingungen ein für uns unvorstellbares Leben führen und an hierzulande einfach zu behandelnden Krankheiten sterben. 
Schockiert von den Fakten, motiviert von den ProfessorInnen und getrieben von unserem starken Wunsch zu helfen, beschlossen wir, aktiv zu werden und starteten Spendenprojekte. 
Viele SchülerInnen aus den Klassen 6A und 3A erklärten sich bereit, mitzuarbeiten und verkauften fleißig Fair-Trade-Produkte bzw. organisierten ein Buffet am Tag der offenen Tür. Die Summe kann sich sehen lassen: Stolze 750€ wurden der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ überreicht!

Besuch von Frau Doktor Exner
Zu diesem freudigen Anlass beehrte eine besonders bewundernswerte Frau am 30. März das Schulschiff: Frau Doktor Exner, ehemalige Kinderärztin im Wilheminenspital. Die freundliche, auf den ersten Blick zierlich scheinende Dame verdient allen Respekt für ihre selbstlosen Taten. Anstatt in Wien in Ruhe ihre Pension zu genießen, bewarb sie sich bei Ärzte ohne Grenzen. Insgesamt 3 Mal brach sie in ferne Länder auf, sich der Risiken bewusst und mit dem einen Ziel, Menschen zu helfen.

Doktor Exners Erlebnisse
Ihre erste Expedition führte sie nach Kailahun, Sierra Leone, Afrika. Das Land und die Menschen waren vom 11-jährigen Bürgerkrieg gezeichnet. Doktor Exner erzählte den SchülerInnen von den häufigsten Krankheiten, der Malaria und dem Lassa-Fieber, sowie von den Schwierigkeiten beim Helfen, dem Platzmangel in dem vom Ärzte ohne Grenzen errichteten Krankenhaus, aber auch von den schönen Erlebnissen. „Ich habe noch nie erlebt, dass Moslems und Christen eine so gute Gemeinschaft bilden und so gut zusammenarbeiten.“ Es hat ihr und den anderen Helfern trotz der Strapazen sehr viel Freude bereitet. „Man bekommt so viel.“ Auch wenn wir SchülerInnen nicht wirklich erfassen können, was diese Frau geleistet hat, so können wir ihr doch ansehen, dass ein solches Handeln vielleicht keinen materiellen, dafür aber seelischen und geistigen Reichtum bringt. Es erfüllt Menschen mit Freude, wenn sie ohne berechnende Gedanken im Hinterkopf einfach helfen. Die Gewissheit, etwas Gutes getan zu haben, kann unmöglich in Zahlen ausgedrückt werden. 
Bereits kurze Zeit später unternahm sie weitere Reisen, diesmal nach Angola. Dort kämpfte sie weiterhin unermüdlich um jedes Leben, unterstützte Patienten, die an Tuberkulose, Lepra etc. litten. Auch dieser Aufenthalt war mit Abenteuern verbunden. So sorgte eine defekte Wasserpumpe für eine schlagartige Durchfallepidemie – ein Zeichen dafür, wie wichtig sauberes Wasser ist.
Die Wirkung Doktor Exners Erzählens wurde von eindrucksvollen Bildern verstärkt. Zum Schluss wurde feierlich ein symbolischer Scheck überreicht.

Danke & weiter so!
Vielen Dank, Frau Doktor Exner, für Ihr Kommen, Ihre Geduld und Ihren selbstlosen Einsatz! Sie haben in vielen SchülerInnen den Wunsch geweckt bzw. verstärkt, tätig zu werden.
Vielen Dank an Frau Prof. Marizzi für das Organisieren und Motivieren!

An alle Kinder: Ihr müsst nicht unbedingt ÄrztInnen werden um zu helfen, denn auch in der Verwaltung braucht man Personal, um die Einsätze zu organisieren!

Heute schon eine gute Tat vollbracht?
An alle Herzen besitzenden Menschen: Auch eine kleine Spende kann Großes bewirken. Packen wir’s an! 

Klara Mier Sabathy, 6a