Was wir tun

Wo wir helfen

Länder, in denen wir 2020 geholfen haben

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Wann wir helfen

Ärzte ohne Grenzen leistet in Ländern medizinische Nothilfe, in denen die Gesundheitsversorgung zusammengebrochen ist oder einzelne Bevölkerungsgruppen unzureichend versorgt werden. Obwohl wir vorrangig medizinisch arbeiten, sorgen wir auch für sauberes Trinkwasser, Unterkünfte, allgemeine Hilfsgüter oder Nahrung, wenn Menschen diese zum Überleben benötigen. Für Hilfseinsätze gibt es unterschiedliche Auslöser:

Ärzte ohne Grenzen kann nach Erdbeben, Überschwemmungen oder Stürmen innerhalb von 48 Stunden an jedem Ort der Welt einen Hilfseinsatz starten. Die Teams bieten medizinische und psychologische Versorgung, bereiten Trinkwasser auf und helfen, die Grundbedürfnisse der Betroffenen zu sichern.

Floods in Pibor
MSF/Tetiana Gaviuk

In Kriegsgebieten leistet Ärzte ohne Grenzen unparteiische humanitäre Hilfe für die Betroffenen. Die Teams bieten Kriegschirurgie an und sorgen dafür, dass Krankenhäuser im Kampfgebiet funktionsfähig bleiben. Bei Fluchtkrisen bieten wir den Menschen medizinische und psychologische Versorgung und übernehmen in Lagern oft die Wasserversorgung sowie den Bau von Latrinen.
 

Ocean Viking - Rotation 4 - Photos by Faras Ghani for Al Jazeera
Faras Ghani/Al Jazeera

Ärzte ohne Grenzen richtet Ernährungszentren und mobile Kliniken ein, um mangelernährte Kinder stationär oder ambulant zu behandeln. Die Teams geben den Kindern therapeutische Fertignahrung und behandeln Folgekrankheiten von Mangelernährung.

MSF Response Measles Vaccination (Am Timan District)
Juan Haro

Beim Ausbruch von Epidemien (z.B. Cholera, Ebola, Meningitis) kann Ärzte ohne Grenzen rasch mit maßgeschneiderten Hilfsprogrammen reagieren. In gefährdeten Gebieten werden Impfkampagnen durchgeführt, etwa gegen Masern. Beim Einsatz gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria hat Ärzte ohne Grenzen neue Behandlungsansätze entwickelt, die internationalen Vorbildcharakter haben.
 

Ebola response in Mangina
Carl Theunis/MSF

Leiden wie Chagas, Kala Azar (Viszerale Leishmaniose) oder auch Schlangenbisse betreffen vor allem arme Menschen. Da sich die Entwicklung wirksamer Medikamente für Hersteller nicht lohnt, sind diese Krankheiten schwer behandelbar. Ärzte ohne Grenzen betreibt Hilfsprogramme für die Betroffenen und setzt sich für mehr Forschung ein.
 

In Gebieten, in denen keine ausreichende Gesundheitsversorgung vorhanden ist, betreibt Ärzte ohne Grenzen Krankenhäuser, Gesundheitszentren oder mobile Kliniken, um der Bevölkerung eine medizinische Grundversorgung zu bieten.

Buzi, Mozambique - March 2019
MSF/Pablo Garrigos

Unsere Einsatzbereiche

Jeder Mensch hat ein Recht auf medizinische Hilfe. Wenn in Krisensituationen Bevölkerungsgruppen keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben, stellen wir diese zunächst sicher. Die Behandlung ist kostenlos.

In Geflüchtetenlagern, nach einer Naturkatastrophe oder in Konfliktgebieten benötigen Menschen schnelle medizinische Hilfe. Häufige Krankheiten sind Durchfall, Haut- und Atemwegserkrankungen sowie Malaria. Ärzte ohne Grenzen errichtet Gesundheitszentren und führt Schnelltests durch, um die Diagnose zu erleichtern.  

Mobile Teams versorgen Menschen in abgelegenen Gebieten und wo notwendig organisieren Einsatzkräfte den Transport von Schwerkranken in ein Spital. Wenn möglich, arbeitet Ärzte ohne Grenzen mit lokalen Gesundheitsbehörden zusammen. In den Gesundheitseinrichtungen informieren unsere Teams Patient:innen über Krankheiten und deren Vorbeugung. 

Die Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen sowie Geburtshilfe sind Teil der medizinischen Grundversorgung. In Krisensituationen steigt die Gefahr von Frühgeburten und Komplikationen während der Geburt.

Providing care in Donetsk area
Kenny Karpov

Mädchen und Frauen haben besondere gesundheitliche Bedürfnisse, die gerade in Konflikten, auf der Flucht und nach Naturkatastrophen zu wenig berücksichtigt werden. 

Vor allem schwangere Frauen sind gefährdet, wenn das Gesundheitssystem eines Landes zusammengebrochen ist. Jeden Tag sterben über 800 Frauen weltweit an vermeidbaren Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, 94 Prozent von ihnen in ärmeren Ländern.

Neben der Geburtshilfe sind vor allem Bereiche wie Familienplanung, Mutter-Kind-Übertragung von HIV sowie Hilfe nach sexueller Gewalt wesentliche Aspekte in unserer Arbeit für Frauen. Ärzte ohne Grenzen setzt sich dafür ein, dass diese besonders schutzbedürftige Gruppe einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung bekommt. Neben unserer kostenlosen medizinischen Hilfe ist auch die psychologische Betreuung - etwa nach sexueller Gewalt - sehr wichtig.

Jahun general hospital in Jigawa State.
Maro Verli/MSF

In Kriegs- und Krisengebieten, nach Naturkatastrophen aber auch in medizinisch unterversorgte Regionen benötigen Verletzte schnelle chirurgische Hilfe. Wir richten provisorische Operationssäle ein, wenn die lokale Gesundheitsversorgung zusammengebrochen ist, um möglichst vielen Menschen das Leben zu retten.

Für die Standortwahl ist die Nähe zum Krisenherd sowie die Sicherheit des Teams und der Betroffenen wichtig. Die Versorgung mit medizinischem Material und Medikamenten muss logistisch möglich sein und oft müssen die Teams auch für Wasser und Strom sorgen. Um eine sterile Umgebung zu garantieren, bauen die Teams manchmal aufblasbare OP-Säle auf. Sie arbeiten mit einfachem, aber zuverlässigem medizinischem Material.

Wenn viele Verletzte gleichzeitig Hilfe benötigen, muss entschieden werden, wer zuerst operiert wird. Entscheidend sind die Dringlichkeit, der Zustand des/der Kranken und die Aussicht auf einen erfolgreichen Eingriff. Der Fachbegriff für dieses Vorgehen lautet „Triage“.  In Kriegs- oder kriegsähnlichen Situationen werden die Verletzten zuerst stabilisiert und dann, wenn dies möglich und notwendig ist, in sichere Gebiete evakuiert, um dort weiter versorgt zu werden.

Verletzte können viel Blut verlieren und Bluttransfusionen benötigen. Das Blut kommt meist von Verwandten mit der gleichen Blutgruppe. Vor der Transfusion wird das Blut auf Infektionen getestet. Wo es bestehende Krankenhäuser gibt, erweitern die Teams bei Bedarf das Angebot und richten beispielsweise einen OP-Saal oder eine Notaufnahme ein. Kaiserschnitte und andere dringend notwendige Operationen retten vielen Menschen das Leben.

Operating Theatre Nursing team in MSF's hospital in Dagahaley
Paul Odongo/MSF

Menschen in unseren Einsatzgebieten haben häufig traumatische Erfahrungen gemacht. Weil dies zu starken Belastungen führen kann, sind psychologische und psychotherapeutische Hilfe ein wesentlicher Bestandteil vieler Hilfsprojekte.

Expert:innen helfen den Betroffenen von Konflikten, (sexueller) Gewalt und Katastrophen, das Erlebte zu verarbeiten. Psychosoziale Hilfe spielt auch bei langwierigen Therapien eine wichtige Rolle, etwa bei der Behandlung von HIV/Aids oder medikamentenresistenter Tuberkulose.

Folgen traumatischer Erfahrungen sind häufig Verzweiflung, Wut, Depressionen oder Angststörungen. Es kommt vor, dass Menschen sich zurückziehen, aggressiv werden, schlecht schlafen oder Albträume und Flashbacks haben – so genannte posttraumatische Belastungsstörungen. Die Heilungschancen sind umso größer, je früher psychologische Hilfe einsetzt: In Einzel- oder Gruppengesprächen oder bei Mal-Therapien drücken die Betroffenen ihre Gefühle aus. Manchmal bringt auch das Erlernen von Entspannungsmethoden Erleichterung.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet mit einheimischen psychosozialen Berater:innen zusammen. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Fort- und Weiterbildung der lokalen Teams vor Ort. Ärzte ohne Grenzen informiert über die Symptome psychischer Krankheiten und ermutigt die Betroffenen, Hilfe anzunehmen.

Everybody Breathes: Treating TB in Eshowe, South Africa
MSF/Tadeu Andre

Kaum ein medizinischer Eingriff wirkt sich so positiv auf die öffentliche und persönliche Gesundheit aus und ist dabei so kostengünstig wie die Impfung.

Ärzte ohne Grenzen impft Kinder und Erwachsene gegen Krankheiten wie Masern, Tetanus, Gelbfieber, Meningitis, Cholera oder Polio (Kinderlähmung). Bricht eine Epidemie aus, organisieren unsere Teams Impfkampagnen, bei denen viele Tausend Menschen innerhalb kurzer Zeit geimpft werden.

In Krisengebieten, in denen die Menschen schlecht ernährt und geschwächt sind, können Infektionskrankheiten verheerende Folgen haben. Ärzte ohne Grenzen impft vorbeugend oder bei Ausbrüchen von Krankheiten alle Menschen der Risikogruppen in dem betroffenen Gebiet. Ein Impf-Team von acht bis zehn Personen kann in der Stunde bis zu 250 Menschen impfen.

Über Megafone, Radio oder mit Hilfe von Dorfältesten und einheimischem Gesundheitspersonal wird die bevorstehende kostenlose Impfkampagne angekündigt. Um eine Epidemie zu stoppen, muss die Impfkampagne schnell durchgeführt werden. Eine professionell geplante Logistik ist wichtig, um innerhalb von Tagen oder Wochen Tausende Menschen zu impfen. Der Impfstoff muss richtig gekühlt, Material und Personal müssen transportiert werden.

Yellow Fever Vaccination Campaign in Kinshasa
Dieter Telemans

Sauberes Trinkwasser ist eine Voraussetzung für Gesundheit und verhindert die Ausbreitung von Epidemien. Unsere Teams stellen Trinkwasser bereit und sorgen für dessen Verteilung.

Wenn Menschen zu wenig Wasser haben oder verunreinigtes Wasser trinken, werden sie krank. Krankheiten, die in Verbindung mit mangelhafter Trinkwasserversorgung oder Hygiene auftreten, sind zum Beispiel Cholera und Hepatitis E sowie Hauterkrankungen wie Krätze. Um Wasser in ausreichenden Mengen zu beschaffen, kann Oberflächenwasser aus Flüssen oder Seen gepumpt werden. Vor der Verteilung wird das Wasser gereinigt und mit Chlor desinfiziert. Das Wasser wird in große Tanks oder Wasserblasen gefüllt und den Menschen von dort aus über ein Verteilersystem zugänglich gemacht. 

Gibt es kein Oberflächenwasser, wird Grundwasser erschlossen oder mit Tanklastwagen in wasserarme Gebiete gebracht. Im Idealfall erhalten die Menschen pro Person und Tag 20 Liter Trinkwasser – zum Trinken, Kochen und für die Körperhygiene. In akuten Krisensituationen müssen sie oft mit viel weniger auskommen. Zum Vergleich: Der Wasserverbrauch in Österreich liegt pro Person bei durchschnittlich 135 Litern pro Tag.

Naka watsan
MSF/Scott Hamilton

Die Versorgung der Bevölkerung mit Latrinen, Waschplätzen und Duschen ist eine wichtige Voraussetzung für ihre Gesundheit und Präventionsmaßnahme gegen Krankheiten.

Ärzte ohne Grenzen baut daher wenn nötig sanitäre Einrichtungen und sorgt für Kanalisation, Abwasserentsorgung und Müllbeseitigung. Ohne ausreichende sanitäre Anlagen können sich nicht nur Krankheiten wie Durchfall verbreiten, die Menschen müssen auch in unzumutbaren Verhältnissen leben. Unsere Teams sorgen zum Beispiel in Geflüchtetenlagern rasch dafür, dass Abflussrinnen angelegt werden, um Abwässer und Regenwasser zu entsorgen. Auch ein System zur Müllentsorgung muss eingeführt werden. 

Die Errichtung von Sanitäranlagen erfolgt nach internationalen Standards, die zum Beispiel den Abstand von Latrinen zu Trinkwasser-Stellen mit mindestens 30 Metern festlegen. Der Abstand von Toiletten zu Unterkünften soll zwischen fünf und 50 Metern betragen, damit die Sanitäranlagen auch genutzt werden.

Nach Naturkatastrophen und bei Konflikten verlieren oft ganze Bevölkerungsgruppen ihr Zuhause und fast alles, was sie besitzen. Ohne Schutz vor Sonne, Kälte und Regen werden die Menschen leicht krank.

Ärzte ohne Grenzen verteilt Zeltplanen, Decken, Hygieneartikel und Wasserkanister. Je nach Witterungsverhältnissen geben unsere Teams für provisorische Unterkünfte Zeltplanen, Zelte oder manchmal auch Baumaterial wie Bambus oder Holz aus. Welche Hilfsgüter darüber hinaus verteilt werden, richtet sich nach dem Bedarf: zum Beispiel Kochutensilien und in Malaria-Gebieten Moskitonetze. 

Mobile Clinics in Akobo and Kier : providing access to basic healthcare in remote areas
Frederic NOY/COSMOS