Hanna Spegel15.11.2013

Wie erreichen wir Menschen in Not?

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Wenn Notfallchirurgie auf Satellitenbilder trifft: Theorie & Praxis humanitärer Hilfe beim 15. Humanitären Kongress Berlin - mit Videos.

"No Access! Who cares? How to reach people in need" - unter diesem Motto diskutierten ca. 750 BesucherInnen Ende Oktober im Virchow Klinikum in Berlin-Wedding aktuelle Entwicklungen humanitärer Hilfe:


Der 15. humanitäre Kongress Berlin im Virchow-Klinikum (1): Zahlreiche Interessierte informieren sich bei den Infoständen (2), Yves Daccord von ICRC während seines Eröffnungsvortrags (3), das vollbesetzte Audimax bei der Debatte über humanitäre Hilfe in Syrien (4). (c) Hanna Spegel/MSF

Der 15. Humanitäre Kongress widmet sich seit vielen Jahren der Theorie und Praxis humanitärer Hilfe und bietet damit Diskursräume zur Reflexion gängiger Praktiken und den Prinzipien verschiedener AkteurInnen. Neben VertreterInnen von rund 50 verschiedenen Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF), Médecins du Monde (MdM), dem Internationalen Roten Kreuz (ICRC) und vielen anderen waren auch zahlreiche Studierende und Interessierte vor Ort. Das dichte Programm bot ein dementsprechend breites Spektrum - von einem Workshop über medizinische Nothilfe bis zu Podiumsdiskussionen über den Zugang zu Medikamenten zur Behandlung von multiresistenter Tuberkulose oder die Situation für Flüchtlinge und Vertriebene in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt.

"Digital Humanitarianism" - digitale Tools für die humanitäre Hilfe

Auch der Einsatz neuer Technologien wurde in verschiedenen Diskussionen thematisiert - welche ethischen Konsequenzen bringen digitale Kommunikations- und Einsatztools mit sich? Im Rahmen des Panels unter der Moderation von Andreas Papp von Ärzte ohne Grenzen Österreich präsentierte u.a. Dr. Stefan Lang vom Zentrum für Geoinformatik (Z_GIS) an der Universität Salzburg die Einsatzmöglichkeiten von Geoinformationssystemen im Rahmen von humanitären Noteinsätzen: In Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen werden beispielsweise Satellitenbilder von Flüchtlings- und Vertriebenenlagern in Krisengebieten analysiert und interpretiert.


Welche Informationen sind auf einem Satellitenbild sichtbar? (c) Z_GIS 2013

Von Nord nach Süd - die Entwicklung globaler Krisen

Doch wie sieht die andere Seite humanitärer Einsätze aus - die Perspektive derjeniger, denen die Hilfe zukommt? Unfallchirurg und Mitglied der Weltgesundheitsorganisation WHO, Nobhojit Roy vom Jamsetji Tata Centre of Disaster Management, erläutert seine "Sicht aus dem Süden" in einem Impulsvortrag mit dem Titel "A View from the South":

Weitere Aufzeichnungen stehen auf dem YouTube-Kanal "Humanitarian Congress" zur Verfügung:

Nähere Details zum Kongress sind auf der Website des Humanitären Kongress Berlin zu finden. Der 2. Humanitäre Kongress in Wien fand im März 2013 statt, die 3. Auflage ist derzeit in Planung.

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