Guinea

1 Jahr Ebola auf 1 Blick

Ein Jahr Ebola auf einen Blick: Eine Datenvisualisierung zeigt anschaulich die Entwicklung des Ausbruchs und die Hilfsaktivitäten von Ärzte ohne Grenzen. Die Daten stammen aus den Hilfsprojekten von Ärzte ohne Grenzen und von der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Ein Jahr ist nun vergangen, seit die weltweit größte Ebola-Epidemie mit bisher 24.000 Infizierten und mehr als 10.000 Toten ausgebrochen ist. Das tödliche Virus hat Leben und Familien zerstört, tiefe Wunden hinterlassen und große Löcher in das soziale Netz und die Wirtschaft in Guinea, Liberia und Sierra Leone gerissen.

Nie dagewesene Verbreitung des Virus

Ebola hat sich auf einem riesigen Gebiet in den drei Ländern grenzüberschreitend ausgedehnt. Nie zuvor kam es zu einer solchen geografischen Ausbreitung des Virus. Angst und Panik setzten ein, die Kranken und ihre Familien waren verzweifelt, und einheimischen Gesundheitsfachkräfte sowie die Teams von Ärzte ohne Grenzen überfordert und erschöpft. Medizinische Teams sind nicht dafür ausgebildet, mit einer Krankheit umzugehen, die mindestens 50 Prozent der Betroffenen tötet.

Trotzdem hat die Welt vorerst sämtliche Hilferufe ignoriert und erst spät entschieden, zu handeln. Währenddessen wurden ganze Monate vergeudet, Leben gingen verloren. Niemand kann genau sagen, wie viele Todesopfer die Epidemie schlussendlich wirklich gefordert hat. Der Zusammenbruch des Gesundheitssystems führte dazu, dass Malaria-Kranke nicht behandelt, Schwangere mit Geburtskomplikationen nicht betreut wurden und Unfallopfer keine Notversorgung erhielten. Die dadurch verursachten Todesfälle übertreffen die Zahl der Ebola-Toten bei weitem.

Ein Jahr später

Ein Jahr später herrscht immer noch eine Atmosphäre der Angst; Fehlinformationen kursieren. Diese Faktoren erschweren heute noch die Eindämmung des Virus. In Sierra Leone bestehen weiterhin Hotspots, während in Guinea Gesundheitsfachkräfte mancherorts aufgrund von Misstrauen und Angst angegriffen werden. Glücklicherweise kann Liberia momentan einen drastischen Rückgang der Ebola-Infektionen verzeichnen – doch das Land ist der Gefahr weiterhin ausgesetzt, solange das Ebola-Virus in den benachbarten Ländern Guinea und Sierra Leone grassiert.

Eine wesentliche Herausforderung liegt noch vor uns: Um die Epidemie zu beenden, muss auch die letzte Erkrankung identifiziert werden. Dazu ist eine akribische Genauigkeit nötig, die für medizinisch-humanitäre Noteinsätze einzigartig ist. Es darf zu keinen Fehlern oder Nachlässigkeiten kommen. Die Anzahl der wöchentlichen Neuerkrankungen ist immer noch höher als in jedem bisher bekannten Ausbruch. Ein Rückgang der Infektionen in einem Gebiet kann sofort durch ein unerwartetes Aufflammen der Epidemie in einer anderen Region zunichte gemacht werden.

Ausdauer und Hartnäckigkeit sind für unsere medizinischen Teams ein Muss, um diese Epidemie endlich zu beenden.

Zur Visualisierung

Im Laufe des vergangenen Jahres waren mehr als 1.300 internationale und 4.000 einheimische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen in Westafrika tätig. Sie haben insgesamt mehr als 5.000 bestätigte Ebola-Kranke betreut.

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