Südafrika

50.000 Unterschriften für Tuberkulose-Manifest

Die rasante Ausbreitung medikamentenresistenter Formen von Tuberkulose stellt derzeit eine der größten gesundheitlichen Bedrohungen weltweit dar. PatientInnen von Ärzte ohne Grenzen haben angesichts ihrer verzweifelten Lage zusammen mit ihren ÄrztInnen und Pflegefachkräften ein Tuberkulose-Manifest verfasst, das Ende Mai Entscheidungsträgern überreicht werden wird.

In dem Online-Appell  "Testet mich, behandelt mich"  fordern Betroffene  sowohl sofortigen, allgemeinen Zugang zu Diagnose und Behandlung, als auch bessere Therapien und bessere Forschung, die zu verträglicheren und effektiveren Medikamenten sowie zu kürzeren Behandlungszeiten führen muss. An die Staatengemeinschaft wird appelliert, die finanzielle Unterstützung bei der Bekämpfung von Tuberkulose und multiresistenter Tuberkulose auszuweiten, um die ansteckende Krankheit einzudämmen.

Bei der 67. Weltgesundheitsversammlung (WHA) von 19. bis 24. Mai 2014 in Genf wird das Tuberkulose-Manifest Verantwortungsträgern aus dem Gesundheitsbereich überreicht - bis dahin sollen 50.000 Unterschriften gesammelt werden. Tausende Menschen haben das Tuberkulose-Manifest bereits unterzeichnet.

Jetzt mitmachen, der Countdown läuft:  Petition unterzeichnen!

Forderung nach besseren Behandlungsmöglichkeiten

Momentan erhalten weniger als 20% der Menschen mit resistenter Tuberkulose eine angemessene Diagnose und Behandlung. Die momentane Behandlung ist langwierig, giftig, komplex und teuer - und hat Heilungsraten von gerade einmal 50%. Obwohl inzwischen bessere Diagnostika eingeführt werden und neue Medikamente entwickelt werden, ist intensiver politischer Wille nötig, um die Gelegenheit zur radikalen Veränderung der Behandlung von resistenter Tuberkulose zu nutzen.

„Jedes Jahr erkranken weltweit 8 Millionen Menschen an Tuberkulose. Die Krankheit ist eigentlich heilbar, doch mangelhafte Behandlung hat zu einer starken Ausbreitung von Resistenzen geführt“, sagt Florian Breitenecker, Arzt und Vorstandsmitglied von  Ärzte ohne Grenzen  Österreich.

„Vor allem die multiresistente Form der Krankheit, bei der die beiden wichtigsten Tuberkulose-Medikamente unwirksam sind, ist problematisch. Ärzte müssen bei ihrer Behandlung auf komplizierte Therapien zurückgreifen, die für die Patienten sehr aufwändig und schmerzhaft sind, im besten Fall aber nur die Hälfte von ihnen heilen."

Phumeza, XDR-TB Patientin & Mitautorin des Manifests

Als die 21-jährige Phumeza Tisile erfährt, dass sie an der besonders schwer zu behandelnden extrem resistenten Tuberkulose (XDR-TB) leidet, ändert sich ihr Leben. Weniger als 20 Prozent Chancen auf Heilung diagnostizieren ihr die Ärzte - ein Schock für die junge Frau aus Südafrika. Und doch nimmt sie den Kampf gegen die Krankheit an. Zunächst sieht es gar nicht gut aus. Erst als unser Team die Behandlung auf das hochwirksame Antibiotikum Linezolid umstellt, schlägt die Therapie an. Insgesamt 20.000 Tabletten muss Phumeza schlucken, dazu Spritzen und heftige Nebenwirkungen ertragen.

Im Video berichtet sie von ihrer Heilung - und ihren Plänen für eine Zukunft, die schon nicht mehr möglich schien:

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