Guinea

Ärzte ohne Grenzen nimmt Hilfe in Ebola-Behandlungszentrum wieder auf

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen hat am Donnerstag die Behandlung von Ebola-Patienten in einer Stadt im Südosten Guineas wieder aufgenommen. Die Aktivitäten in der Stadt Macenta waren vergangene Woche unterbrochen worden, nachdem ein Teil der lokalen Bevölkerung aus Protest Steine auf das Behandlungszentrum und ein Auto der Organisation geworfen hatten. In der Zwischenzeit hatten Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitssystems, die von Ärzte ohne Grenzen geschult worden waren, die Behandlung fortgesetzt.

„Wir haben mehrere Tage lang mit Behörden, Dorfältesten und Anführern der Jugendlichen Gespräche geführt – mit erfolgreichem Ende. Uns ist versichert worden, dass wir unsere Arbeit sicher fortsetzen können", sagt die Landeskoordinatorin Corinne Benazech. „Wir verstehen die Ängste der Bevölkerung vollkommen. Es gab bisher kein Ebola in Guinea – und unsere Mitarbeiter in der Ganzkörper-Schutzkleidung zu sehen, muss schockierend sein für Menschen, die das nicht kennen."

Dialog über die Krankheit muss fortgesetzt werden

Auch bei früheren Ebola-Ausbrüchen in den vergangenen 15 Jahren hat es ähnliche Vorfälle gegeben. „Wir haben auch während der Ebola-Behandlung in Uganda und Gabun Proteste erlebt", erklärt Benazech. „Deshalb sind die Akzeptanz und das Verständnis der Bevölkerung in so einer Situation entscheidend."Außer in Macenta behandelt Ärzte ohne Grenzen auch Ebola-Patienten in einer gerade erweiterten Station in der Hauptstadt Conakry sowie in der Stadt Guéckédou, ebenfalls im Süden des Landes. Dort war die Hilfe nicht unterbrochen worden. Derzeit befinden sich vier Patienten in Conakry und jeweils drei in Macenta und Guéckédou.

„Wir müssen sicherstellen, dass die Bevölkerung die Krankheit kennt und versteht. Deshalb werden wir den Dialog mit allen Bevölkerungsgruppen an unseren Projektstandorten fortsetzen", sagt Benazech. „Dennoch muss mehr zur Aufklärung getan werden. Wir brauchen Unterstützung, da wir uns selbst darauf konzentrieren, Patienten zu finden und zu behandeln sowie alle Personen aufzuspüren, mit denen die Patienten in Kontakt standen."Am Donnerstag ist ein Team von Ärzte ohne Grenzen im Nachbarland Liberia eingetroffen, um das staatliche Gesundheitssystem zu unterstützen. Dort sind Ebola-Fälle im Norden des Landes im Labor bestätigt worden.

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