Südsudan

Ärzte ohne Grenzen reagiert auf Gewalt im Südsudan

Juba/Wien, 23. Dezember 2013. Eine Woche nach Ausbruch des Konflikts im Südsudan dauern die Auseinandersetzungen in vielen Regionen des Landes weiter an. Teams der internationalen medizinischen Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) stocken ihre Hilfe in den betroffenen Gebieten auf und behandeln Verletzte, leisten Nothilfe für Vertriebene und stellen Gesundheitseinrichtungen Medikamente und medizinisches Material zur Verfügung. Die Organisation appelliert an alle Konfliktparteien, Gesundheitseinrichtungen und ihr Personal zu respektieren und den Menschen einen sicheren Zugang zu medizinischer Versorgung zu garantieren.

Am 20. Dezember brachen auch in Bentiu, der Hauptstadt des Bundesstaats Unity, Kämpfe aus. Das örtliche Krankenhaus in Bentiu versorgte 42 Verletzte, 19 davon mussten chirurgisch behandelt werden. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen unterstützt das Krankenhaus in Bentiu, wobei der Schwerpunkt auf der Versorgung von Patienten vor und nach Operationen liegt. Das Team arbeitet zusammen mit dem Internationalen Roten Kreuz. Am Sonntag kam es auch in Nasir, im Bundesstaat Upper Nile, zu Kämpfen. Im Krankenhaus, das Ärzte ohne Grenzen in Nasir betreibt, mussten 24 Patienten mit Schusswunden versorgt werden. 16 von ihnen wurden stationär aufgenommen, acht wurden in der Notfallambulanz behandelt. Zwei Patienten starben.

„Wir machen uns große Sorgen um die Menschen, die in den von der Gewalt betroffenen Gebieten gefangen sind", sagt Mike White, der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen im Südsudan. „Wir arbeiten seit gut 30 Jahren im Südsudan, und es ist uns ein sehr großes Anliegen, den Menschen in Not jetzt so gut wie möglich zu helfen."

In der Hauptstadt Juba haben zwei Notfall-Teams von Ärzte ohne Grenzen – bestehend aus Ärzten, Logistikern und Trinkwasser-Experten – am gestrigen Sonntag die medizinischen Aktivitäten für mehr als 20.000 vertriebene Menschen aufgenommen, die vor Kämpfen geflohen sind. „Als wir gestern unsere mobile Klinik für die Vertriebenen in Juba eingerichtet haben, standen die Neuankömmlinge immer noch Schlange, mit ihren Habseligkeiten am Rücken und ihren Kindern an der Hand“, berichtet Forbes Sharp, der Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Juba. „Die Menschen sind unsicher wie es weitergehen wird und trauen sich nicht, nach Hause zu gehen. Die Situation verändert sich rasant, und wir versuchen so gut es geht auf die Gewalt zu reagieren.“

Um die bereits bestehenden Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Südsudan zu verstärken, werden eigene Notfall-Teams eingesetzt, die so rasch wie möglich auf akute Bedürfnisse reagieren können. Während die Zahl der nicht unbedingt notwendigen Mitarbeiter im Land zugunsten dieser Notfall-Teams reduziert wurde, setzt Ärzte ohne Grenzen die medizinischen Aktivitäten in allen zwölf Hilfsprogrammen der Organisation im Südsudan fort.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1983 in dem Gebiet tätig, das heute die Republik Südsudan ausmacht. Die Organisation betreibt Hilfsprogramme in acht von zehn Bundesstaaten und bietet allgemeine Gesundheitsversorgung und fachmedizinische Versorgung an. Daneben reagiert Ärzte ohne Grenzen regelmäßig auf Notsituationen, etwa großflächige Vertreibungen, Flüchtlingskrisen, Ernährungskrisen sowie bei verstärktem Auftreten von Krankheiten wie Malaria oder Kala Azar.

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