D. R. Kongo

Ebola-Ausbruch noch nicht unter Kontrolle

Am 01.8.2018 wurde der Ebola Ausbruch im Nordosten der D. R. Kongo offiziell bestätigt. Mehrere Gesundheitsbezirke in den beiden Provinzen Nord-Kivu und Ituri sind betroffen. Mehr als 300 Menschen sind bereits gestorben. Der Ausbruch ist immer noch nicht unter Kontrolle. Unsere Einsatzteams sind vor Ort, um das Gesundheitsministerium zu unterstützen. Im Interview mit dem Standard (08.11.2018) berichtet unser humanitärer Berater Marcus Bachmann über die aktuelle Situation vor Ort.

Wie wir vor Ort arbeiten, erklärt unser Arzt Théophile im Video:

Ebola Ausbruch noch nicht unter Kontrolle

„Die Ebola-Epidemie ist über zwei Monate, nachdem der Ausbruch ausgerufen wurde, immer noch nicht unter Kontrolle. Die Prognosen für die Stadt Beni sind sehr beunruhigend: In den letzten Wochen haben wir einen Anstieg der Fälle beobachtet. Wir registrieren auch, dass Menschen zu Hause an Ebola sterben oder zu spät ins Behandlungszentrum kommen. Wir müssen bei der Zurückverfolgung der Übertragungskette aufholen. Um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen, wissen wir, was getan werden muss: Die sogenannten Pfeiler der Ebola-Bekämpfung umsetzen. Ein besonders wichtiger Punkt ist es, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Eine starke Einbindung der betroffenen Gemeinden ist wesentlich - vor allem in dieser Region, die seit Jahrzehnten unter Gewalt und Konflikten leidet. Die unsichere Lage vor Ort hat die Reaktion auf diesen Ausbruch und seine Eindämmung erschwert“. (Anja Wolz, Projektleiterin des Noteinsatzes von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel)

„Ein Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Ebola ist eine schnelle Reaktion“

Wir arbeiten zusammen mit dem Gesundheitsministerium der D. R. Kongo in Ebola-Behandlungszentren in Mangina und Butembo in der Provinz Nord-Kivu sowie in Tschomia in der Provinz Ituri. „Ein Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Ebola ist eine schnelle Reaktion“, erläutert Laurence Sailly, unsere Notfallkoordinatorin vor Ort. „Immer wenn ein Ebola-Fall entdeckt wird, wird ein kleines multidisziplinäres Einsatzteam, bestehend aus einer Krankenschwester, einem Epidemiologen, einer Logistikerin, einem Gesundheitspromoter und einer Ärztin schnellstmöglich entsandt, um an diesem neuen Ort zu arbeiten und einen größeren Einsatz vorzubereiten.“ Eine Neuerung ist, dass in jedes Behandlungszentrum ein Testlabor integriert wurde. So können Verdachtsfälle viel schneller überprüft und gegebenenfalls eine Behandlung eingeleitet werden.

Hoffnung durch neue Ebola-Medikamente

Zum ersten Mal werden auch fünf neue Medikamente eingesetzt. Durch die Durchführung der Bluttests in den Behandlungszentren können Patienten und Patientinnen, bei denen der Ebola-Virus gerade nachgewiesen wurde, diese Medikamente innerhalb von 24 Stunden erhalten. Unsere Ärztin und Ebola-Expertin Hilde de Clerk sagt: „Es ist gut, dass inzwischen fünf vielversprechende Wirkstoffmoleküle gefunden wurden, auch wenn deren Wirksamkeit bislang noch nicht abschließend wissenschaftlich bestätigt wurde. Aber es ist ein Schritt vorwärts. Wir können Ebola-Patienten und –Patientinnen Zugang zu potentiell lebensrettenden Medikamenten bieten, während wir uns auf die klinischen Studien vorbereiten, die hoffentlich deren Wirksamkeit und Sicherheit bestätigen werden.“

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen das kongolesische Gesundheitsministerium und die WHO auch dabei, Menschen aus Berufsgruppen mit dem Ebola-Impfstoff rVSVDG-ZEBOV zu impfen, die unmittelbar mit Betroffenen in Kontakt kommen. Weiterhin führen wir Maßnahmen zur Überwachung und Infektionsprävention durch. Wir schulen medizinisches Personal in verschiedenen Orten beider betroffener Provinzen, damit Ebola-Fälle früh erkannt und behandelt werden können.

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