Indonesien

Gott sei Dank, meine Familie ist in Sicherheit!

Nach dem Tsunami in Indonesien vom 22. Dezember sind mehrere Teams von Ärzte ohne Grenzen im Einsatz, um die lokalen Gesundheitsbehörden bei der Versorgung von Überlebenden zu unterstützen. Die 30-Jährige Mutter Elis ist eine von ihnen. Hier erzählt sie, was ihre Familie am 22. Dezember erlebt hat.

„Ich habe gerade ein Bad genommen, als der Tsunami kam. Das Wetter war zu feucht für mich “, erzählt die 30-jährige Mutter Elis, die im siebten Monat schwanger ist. Elis und ihre Familie waren zu Hause, als der Tsunami am 22. Dezembers die Küste der Sundastraße traf. Ihr Zuhause befand sich an der Küste von Laba Kampong im Dorf Cigondang in Labuan. Sie wohnte direkt neben dem Haus ihrer Eltern.

Als die erste Welle eintraf, schrie Purwanto, der Ehemann von Elis: „Tsunami! Tsunami! “ Er warnte Elis und eilte zur Tochter und seinen Schwiegereltern, die nebenan waren, um sie in Sicherheit zu bringen. „Als mein Mann schrie, zog ich so schnell wie möglich meine Kleidung an. Als er zurück ins Haus ging, um mir zu helfen, traf die zweite und größere Welle unser Haus “, erklärte sie.

Die starke Welle - größer als ein nahegelegener Strommast und etwa sieben bis 12 Meter hoch - zerstörte ihr Haus. Es blieb nur Schutt und Asche übrig. Der 35-jährige Purwanto wurde verletzt, als sein linker Oberschenkel vom herabfallenden Blechdach des Hauses getroffen wurde. Elis wurde von einem Schrank, Schreibtisch und den Trümmern ihres Hauses eingesperrt.

„Ich habe mich bemüht, meinen Schwangerschaftsbauch so zu schützen, dass er von nichts getroffen wird. Ich konnte meine Tochter und meine Eltern nicht sehen. Das einzige, was ich hörte, war die Stimme meines Mannes, der nach mir rief “, erzählte sie. Glücklicherweise konnte Purwanto, der selbst verletzt war, Elis retten. Als sie jedoch ihre Tochter und Eltern nicht finden konnten, mussten sie ihr zerstörtes Zuhause verlassen, um zu dem Gesundheitszentrum in Labuan zu gelangen. Dabei dachten sie die ganze Zeit daran, dass ihre Familienmitglieder tot sein könnten.

Der Tsunami trennte Elis von ihrer Familie

Elis und Purwanto gingen zwei Kilometer zum Gesundheitszentrum in Labuan. Unterwegs trafen sie einen Mann auf einem Motorrad, der ihnen anbot, sie mitzunehmen. Dort angekommen, sahen sie viele Menschen, die wie sie verletzt waren und auf eine Behandlung warteten. Während des Wartens versuchten sie immer wieder, Informationen über ihre Familie zu erhalten.

"In dieser Nacht bekamen wir endlich die Nachricht, dass unsere Tochter in Sicherheit war und sie bei meiner Schwester war", erzählte Elis erleichtert. Am nächsten Tag trafen die beiden die Eltern von Elis, die ebenfalls schwer verletzt waren. "Gott sei Dank, unsere Familienmitglieder sind trotz Verletzungen in Sicherheit", seufzte Elis.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt Überlebende des Tsunami

Elis und ihr Mann wurden vom unserem Team im Gesundheitszentrum Labuan behandelt. „Ich habe Ibu Dina (Hebamme von Ärzte ohne Grenzen) und Doktor Santi am Sonntag im Gesundheitszentrum Labuan getroffen“, erinnert sich Elis. „Sie haben meinen Zustand und den des Babys überprüft. Ich hatte fast überall am Körper Quetschungen mit einigen Schwellungen. Aber Gott sei Dank, meinem Baby geht es gut “, sagte sie mit einem Lächeln.

Das Team von Ärzte ohne Grenzen versorgte Elis medizinisch. Sie blieb die nächsten drei Tage im Gesundheitszentrum Labuan. Purwanto und Elis Mutter wurden in das Krankenhaus in Pandeglang überwiesen, da ihre Verletzungen sehr schwer waren. Ihr Vater wurde wegen einer Verletzung an der linken Hand in dasselbe Krankenhaus gebracht.

Seit Februar 2018 betreibt Ärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Gesundheitsministerium ein Gesundheitsprojekt für Jugendliche in Pandeglang. Daher konnte das Notfal-lTeam bereits Stunden nach dem Tsunami in den Gesundheitszentren in Labuan und Carita - zwei der am stärksten betroffenen Gebiete - sofort Hilfe leisten.

Am achten Tag nach dem Tsunami besuchte unser Team Elis und ihre Familie im Haus ihrer älteren Schwester, in der sie sich nach ihrer Entlassung vorübergehend aufhielten. Das Team überprüfte die Verletzungen von Elis, Purwanto und ihren Eltern. Ihre Verbände wurden ausgewechselt. „Wir möchten wirklich bald einen neuen Ort finden. Ich weiß, dass mein Leben derzeit von Stress geprägt ist, aber ich möchte nicht, dass mein Trauma das Baby beeinträchtigt. Mir geht es den Umständen entsprechend gut“, sagte Elis.

Erfahren Sie mehr zu unserer Hilfe nach dem Tsunami in Indonesien

Noteinsätze wie diese werden aus unserem Notfall-Fonds finanziert, der es uns ermöglicht, im Katastrophenfall sofort Hilfe zu leisten. Spenden Sie für den Notfall-Fonds und ermöglichen Sie uns, auch bei der nächsten Katastrophe tätig zu werden. Vielen Dank!

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