Guatemala

Guatemala: Hilfeleistungen von Ärzte ohne Grenzen nach dem Erdbeben

Schon in den ersten Stunden nach dem ersten Erdbeben mit einer Stärke von 7.2, das die guatemaltekische Pazifikküste am 7. November erschüttert hatte, hat Ärzte ohne Grenzen ein Nothilfeteam entsandt, um die humanitären und medizinischen Bedürfnisse in der Bevölkerung zu erheben. Auch nach dem zweiten Erdbeben vom 11. November verfolgt das Team weiterhin aufmerksam die medizinischen Bedürfnisse, welche die lokalen Institutionen in den Departementen San Marcos, Quetzaltenango und Retalhuleu nicht erfüllen können.

Am stärksten vom Erdbeben betroffen sind die Departementes San Marcos und Quetzaltenango, die 42 Tote, 170 Verletzte sowie Hunderte schwer beschädigte Gebäude zu beklagen haben. Ärzte ohne Grenzen leistet dort Hilfe und hat einigen Gesundheitseinrichtungen Medikamente gespendet.

Zusammenbruch der Strukturen

Am Spital von San Marcos wurde eine Untersuchung durchgeführt, die ergab, dass nur beschränkte strukturelle Schäden vorliegen und die nötigen Medikamente für die Behandlung der Patienten vorhanden sind. Ärzte ohne Grenzen hat jedoch Unterbrechungen der Wasserversorgung und Betriebsstörungen in Zentren für die medizinische Grundversorgung auf dem Land festgestellt. Die Gründe dafür liegen im Zusammenbruch der Strukturen und bei den fehlenden unentbehrlichen Medikamenten.

„Gewisse ländliche Gesundheitseinrichtungen sahen sich mit mangelhaften Lagerbeständen konfrontiert und hatten keine Schmerzmittel für die Behandlung der wenigen aufgenommenen Patienten. Eine unserer Hauptsorgen ist zudem die Frage, ob die Schäden durch das Erdbeben den Zugang zu medizinischer Versorgung, der auf dem Land sowieso schlecht ist, nicht noch mehr einschränken“, erklärt Susana de Deus, Ärzte ohne Grenzen-Landeskoordinatorin in Guatemala.

Verteilung von Medikamenten

Ärzte ohne Grenzen hat deswegen in den Gesundheitseinrichtungen der betroffenen Städten San Cristóbal Cucho, El Quetzal und La Reforma im Osten und Süden des Departements San Marcos Medikamente verteilt. Außerdem hat das Hilfswerk auch mehr als 300 Hygienekits an Familien verteilt, die keinen Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen haben und in provisorischen Unterkünften in abgelegenen Landgemeinden in San Juan Ostulcanco untergebracht sind. Schliesslich hat das Team für Personen, die an Panikattacken leiden, auch psychologische Hilfe geleistet.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1984 in Guatemala. In den letzten vier Jahren hat Ärzte ohne Grenzen ein Programm aufgebaut, das medizinische und psychologische Hilfe für die Opfer von sexueller Gewalt in Guatemala City bietet. Da die Gefahr für Naturkatastrophen im Land hoch ist, hält sich Ärzte ohne Grenzen auch immer bereit und kann jederzeit Nothilfeteams aufbieten, um den betroffenen Gemeinden zu Hilfe zu kommen.

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