Japan

Japan: Enormer Bedarf an Hilfe in den abgelegenen Erdbeben- und Tsunami-Gebieten

Während der Zugang zu den vom Erdbeben am vergangenen Freitag und den darauffolgenden Tsunamis zerstörten Gebieten im Nordosten Japans besser wird, ergeben die Erkundungen von Ärzte ohne Grenzen/ Médecins Sans Frontières (MSF) einen hohen Bedarf an Hilfe bei Bevölkerungsgruppen in Gegenden, die bisher nicht auf dem Landweg erreicht werden konnten.

Die 11 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, die sich derzeit  im Krisengebiet befinden, haben drei Teams gebildet, die mobile Kliniken betreiben und die Lage erheben.

Die Küstengebiete, die in Folge der Tsunamis verwüstet sind, werden durch die enormen Anstrengungen der japanischen Behörden wieder zugänglich gemacht.

Wasser, Hilfsgüter und medizinische Versorgung dringend benötigt

Ein Team begab sich in die Region nördlich von Sendai. Ein weiteres nach Minami Sanriku, 80 kom nördlich von Sendai, eines der am stärksten verwüsteten Küstengebiete.

„Im Gebiet rund um Minami Sanriku, im Norden von Miyagi, berichteten uns Behördenvertreter, dass sich 9.200 Menschen in 20 Evakuierungszentren befinden. Sie brauchen dringend Wasser, Hilfsgüter und medizinische Versorgung”, sagt Mikiko Dotsu, Koordinator des Teams von Ärzte ohne Grenzen.

Zwar werden Verletzte mit dem Helikopter evakuiert, es gibt jedoch viele ältere Menschen, von denen einige dehydriert sind. „Die chronischen Krankheiten dieser Menschen bereiten uns Sorge“, erklärt Mikiko. Sie benötigen Medikamente gegen Bluthochdruck und Diabetes.

Ärzte ohne Grenzen identifiziert nun die dringendsten Bedürfnisse, zu denen die Versorgung mit Sauerstoff, Hilfsgütern, medizinischem Material und Wasser gehören, und arbeitet mit den japanischen Behörden zusammen, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen.

Das dritte Team evaluierte den Bedarf im Süden von Sendai, wo der medizinische Bedarf gedeckt war. 

In Tome wurden kleine mobile Kliniken für eine medizinische Grundversorgung eingerichtet.

Außerdem hat Ärzte ohne Grenzen 200 kg Medikamente verteilt.

Das elfköpfige Team von Ärzte ohne Grenzen besteht aus acht Ärzten, zwei Logistikern und einer Krankenschwester.

Ärzte ohne Grenzen beobachtet weiterhin die Situation in der Region der Fukushima Atomkraftwerke. Sollte  sich die Lage dort weiter verschlechtern, kann momentan ausschließlich die japanische Regierung darauf reagieren.  Die Teams von Ärzte ohne Grenzen befolgen die Richtlinien der nationalen Regierung und befinden sich etwa 100 km nördlich der beschädigten Anlage. Für den Fall einer Verschlimmerung der Lage gibt es Evaukuierungspläne.

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