Sudan

Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen im Sudan bombardiert

Wien/Paris, 17. Juni 2014 . Bei einem Angriff eines Dorfes in Süd-Kordofan haben die sudanesischen Luftstreitkräfte ein von der medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) betriebenes Krankenhaus teilweise zerstört.

Am 16. Juni wurden auf das Dorf Farandalla Bomben abgeworfen, von denen zwei das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen getroffen und beträchtlichen Schaden verursacht haben. Fünf Personen wurden im Dorf und ein Angestellter von Ärzte ohne Grenzen im Spital verletzt. Die medizinischen Teams haben die Verletzten behandelt und drei von ihnen, die schwer verletzt waren, in ein anderes Krankenhaus überstellt.

„Wir sind schockiert, dass ein Krankenhaus bombardiert wird, umso mehr, da es eindeutig mit Flagge gekennzeichnet war“ erklärt Brian Moller, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen . „Wir haben außerdem die Behörden in Khartum über die Lage des Krankenhauses informiert.“ 

Das Krankenhauspersonal konnte die Patienten während des Angriffs evakuieren und ist dann zurückgekehrt, um die Verletzten zu behandeln.

In den letzten Wochen wurden auch andere medizinische Einrichtungen in der Region bombardiert. Ärzte ohne Grenzen ruft daher zum Respekt vor Gesundheitszentren, Patienten und Gesundheitspersonal auf.

Die Bomben haben die Notaufnahme, den Verbandsraum, die Krankenhausapotheke und die Spitalsküche zerstört. „Trotz beträchtlicher Schäden sind wir entschlossen, unsere Arbeit im Krankenhaus fortzusetzen“ erklärt Brian Moller.

Seit 2012 hat Ärzte ohne Grenzen im Spital von Farandalla rund 65.000 Behandlungen durchgeführt und über 2.300 Patienten stationär aufgenommen. Ärzte ohne Grenzen ist eine der wenigen medizinischen Organisationen in Süd-Kordofan, wo die Organisation fünf weitere Gesundheitszentren betreibt.

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