Malawi

Malawi: Impfung von 2,5 Millionen Kindern nach Masernausbruch

Seit Februar 2010 steht Malawi der größten Masernepidemie seit 13 Jahren gegenüber. Zusammen mit den Gesundheitsbehörden des Landes behandeln Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen betroffene Patienten und führen Impfungen für mehr als 2,5 Millionen Kinder durch. Um diese schwerwiegende Epidemie zu beenden, die viele Menschenleben bedroht, werden aber größere Anstrengungen auf nationaler und internationaler Ebene nötig sein. Masern gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen von Todesfällen unter Kindern und Erwachsenen. Die Krankheit kann schwerwiegende Nebenwirkungen haben und das Risiko erhöhen, an Mangelernährung zu erkranken.

Offiziellen malawischen Angaben zufolge sind bisher mehr als 9.000 Menschen an Masern erkrankt und44 gestorben. Die Schwelle zur Epidemie ist bereits in 23 der 28 Distrikte des Landes überschritten, gleichzeitig sind in anderen Distrikten neue Fälle zu verzeichnen. Die Teams konzentrieren ihre Anstrengungen im Moment auf die sechs Distrikte mit den meisten Masernpatienten: Blantyre, Chiradzulu, Lilongwe, Mangochi, Mzimba and Thyolo.

Seit April 2010 haben Teams von Ärzte ohne Grenzen zusammen mit dem Gesundheitsministerium mehr als 8.100 Masernerkrankte behandelt. Ärzte ohne Grenzen unterstützt 88 Krankenhäuser und Gesundheitszentren in Städten wie auch auf dem Land mit Personaltraining, kostenloser Behandlung von Patienten und Ausrüstung. In Blantyre wurde zudem in einem Gefängnis, in dem Masernfälle auftraten, eine spezielle Station eingerichtet.

1.300 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen im Einsatz

Um eine Verschlimmerung der Epidemie zu verhindern, hat Ärzte ohne Grenzen zusammen mit dem Gesundheitsministerium begonnen, Massenimpfungen durchzuführen. Allein zwischen dem 3. und 18. Mai haben die Teams in den Distrikten Blantyre, Mzimba und Chiradzulu 1,1 Millionen Kinder zwischen sechs Monaten und 15 Jahren geimpft. Seit dem 10 Mai wird zudem im Distrikt Thyolo daran gearbeitet, rund 285.000 Kinder zu impfen. Weitere Impfkampagnen für die Distrikte Lilongwe (900.000 Impfungen geplant) und Mangochi (400.000 Impfungen geplant) sind in Vorbereitung. Weitere Teams von Ärzte ohne Grenzen sind dabei, die Situation in anderen Distrikten zu evaluieren, in denen ebenfalls Masernfälle gemeldet werden. In diesen Gebieten beginnen die Teams mit der Behandlung von Patienten, und am 12. Juni wird dort mit einer Impfkampagne für 400.000 Menschen begonnen.

Zusätzliche nationale und internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sind eingetroffen, um die Teams zu verstärken, die bereits vor der Epidemie in Malawi gearbeitet haben. Derzeit setzen 1.300 Mitarbeiter, die meisten von aus dem Land selbst, den Notfalleinsatz der Organisation um.

Trotz all dieser Anstrengungen ist die derzeitige Masernepidemie in Malawi sehr besorgniserregend. Darum müssen auf nationaler und internationaler Ebene mehr Ressourcen mobilisiert werden, um angemessen reagieren zu können und zu verhindern, dass viele Menschen ihr Leben verlieren.

Ebenfalls betroffen: andere Länder im südlichen Afrika

Malawi ist nicht das einzige Land im südlichen Afrika, das derzeit einen Masernausbruch erlebt. Im Laufe der letzten Monate wurden Masernfälle auch in Mosambik, Südafrika, Swasiland, Sambia und Simbabwe registriert.

In Simbabwe sind Masern in 55 von 62 Distrikten ausgebrochen, 384 Kinder sind hier an Masern gestorben. Das Gesundheitsministerium hat eine landesweite Impfkampagne für alle Kinder zwischen sechs Monaten und 14 Jahren gestartet (rund fünf Millionen Kinder). Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Behörden bei der Versorgung und mit Impfungen in Buhera und Epworth.

Die Regierung von Südafrika hat in der Zeit von Anfang 2009 bis Mai 2010 mehr als 14.000 Masernpatienten in allen neun Provinzen registriert. In einigen Provinzen, vor allem in KwaZulu-Natal und Mpumalanga, steigt die Zahl neuer Fälle jede Woche. Ärzte ohne Grenzen hat die Impfungen im Township Khayelitsha unterstützt, wo rund 100.000 Kinder im Alter von sechs Monaten bis 15 Jahren geimpft wurden.

In Mosambik unterstützte Ärzte ohne Grenzen eine Masernimpfkampagne im Norden des Landes an der Grenze zu Malawi. Auch in Swasiland und Sambia beobachten die Teams genau, wie dort Masern auftreten.

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