Mosambik

Mosambik: Hoffnung für Menschen mit HIV

Als Joao erfuhr, dass er sowohl mit HIV als auch mit Tuberkulose (TB) infiziert war, begann er eine antiretrovirale Therapie am Jose-Macamo-Spital in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks. Er war einer der ersten Patienten unseres Teams, das dort im März 2018 seine Arbeit aufnahm, um Personen mit komplizierten und fortgeschrittenen HIV- und arzneimittelresistenten TB-Infektionen eine vereinfachte und patientenorientierte Behandlung zu ermöglichen.  

In Mosambik leben 2,2 Millionen Menschen mit HIV

Mosambik gehört zu den zehn Ländern mit der höchsten HIV-Prävalenz weltweit. Bei Menschen mit einer fortgeschrittenen HIV-Infektion ist das Immunsystem stark geschwächt und die Anzahl der Helferzellen gering – der CD4-Wert liegt bei 200 oder darunter. Ursachen für eine fortgeschrittene Infektion sind für gewöhnlich eine Behandlungsresistenz, eine späte HIV-Diagnose oder eine mangelhafte Therapietreue.

Bei Patientinnen und Patienten, die ins Jose-Macamo-Spital kommen, wird zunächst das Blut untersucht, um die medizinischen Bedürfnisse zu ermitteln. Als erstes wird der CD4-Wert bestimmt. Liegt er bei 200 oder darunter, wird dieselbe Blutprobe auf Meningitis und TB untersucht – zwei der in Verbindung mit HIV am häufigsten auftretenden opportunistischen Infektionen. Da das Ergebnis innerhalb einer Stunde vorliegt, kann sofort mit der Behandlung begonnen werden.

"Für die besten Erfolgsaussichten und eine möglichst tiefe Sterberate muss mit der Behandlung so früh wie möglich begonnen werden", sagt die medizinische Projektreferentin von Ärzte ohne Grenzen Dr. Ana Gabriela Gutierrez Zamudio.

Neues Betreuungs- und Diagnoseverfahren

In Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden verfolgt Ärzte ohne Grenzen im Jose-Macamo-Spital das Ziel, dass Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion in unter 48 Stunden ein Screening, eine Diagnose und eine Behandlung erhalten. Ausser in diesem Spital kommt dieses Schnellverfahren nur noch bei einem Projekt in der Küstenstadt Beira zum Einsatz.  

Im Jose-Macamo-Spital screent das Personal jeden Monat rund 200 Personen. Bei 84 Prozent der neuen Patienten wurde bereits früher eine HIV-Infektion diagnostiziert. 92 Prozent davon haben schon einmal eine antiretrovirale Therapie durchlaufen. Dennoch weisen 58 Prozent der Patientinnen und Patienten eine fortgeschrittene HIV-Infektion auf, was darauf hindeutet, dass entweder die Medikamentendosierung nicht stimmte oder die Therapie nicht richtig befolgt wurde.

Neben der angemessenen medizinischen Behandlung erhalten die Patientinnen und Patienten auch psychologische Hilfe: Zwei Beratungsgespräche – eines bei der Ankunft, eines bei der Entlassung – sollen ihnen dabei helfen, ihren Therapieplan einzuhalten.

Hilfe für die Seele

Fátima Macia ist eine der Beraterinnen, die seelische Unterstützung leisten. "Mit diesen verletzlichen Menschen zu arbeiten, ist nicht immer leicht", sagt sie. "Manchmal haben wir das, was sie uns erzählen, bereits in unseren eigenen Familien erlebt. Wir müssen aber stark sein, sonst können wir ihnen nicht helfen. Die Patientinnen und Patienten erzählen uns von ihrem Leben und von ihren Schwierigkeiten. Im Gegenzug müssen wir ihnen Halt geben: Wir müssen ihnen Zuversicht vermitteln, damit sie ihre Behandlung durchhalten können."

Salgado Marques hat eine fortgeschrittene HIV-Infektion, aber dank der Unterstützung seiner Familie befolgt er seinen Therapieplan. Sein Gesundheitszustand hat sich bereits verbessert. "Meine Familie hat mich immer unterstützt", sagt er. "Ich weiss nicht, wo ich heute ohne sie wäre. Dank meiner Familie und weil ich die Therapievorgaben befolge, fühle ich mich nun besser."

In den zwei Jahren, in denen Ärzte ohne Grenzen zusammen mit dem Gesundheitsministerium Mosambiks im Jose-Macamo-Spital gearbeitet hat, hat die Organisation das Personal darin geschult, umfassende Screenings, Diagnosen und Behandlungen für Menschen mit einer fortgeschrittenen HIV-Infektion und anderen Erkrankungen durchzuführen.

Übergabe der Aktivitäten an lokales Krankenhaus

"Ärzte ohne Grenzen hat moderne Kits für schnelle Diagnosen und Behandlungen zur Verfügung gestellt", sagt Dr. Ermelinda Chamba vom Jose-Macamo-Spital. Dadurch können wir in Verbindung mit HIV auftretende opportunistische Infektionen rascher diagnostizieren und Patientinnen und Patienten erfolgreich gegen Erkrankungen behandeln, von denen wir vorher nicht wussten, dass sie vorliegen, wie Kryptokokkose und TB."

Nun haben wir unsere Aktivitäten an das Team des Jose-Macamo-Spitals übergeben. Die Organisation wird das Spital aber weiterhin jeden Monat mit notwendigen medizinischen Gütern versorgen, damit Patientinnen und Patienten eine umfassende Betreuung erhalten, gegen opportunistische Infektionen behandelt werden und die Sterberate reduziert wird.

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