Myanmar

Myanmar: Opfer der Gewaltausbrüche müssen Zugang zu medizinischer Versorgung haben

Yangon/Wien, 18. Juni 2012. Angesichts der anhaltenden Gewalt im Bundesstaat Rakhine in Myanmar fürchtet Ärzte ohne Grenzen, dass die am meisten betroffenen Menschen keine medizinische Versorgung erhalten. Die Organisation selbst musste ihre Hilfe in Rakhine am 9. Juni größtenteils aussetzen, um die Patienten und die Mitarbeiter in den Kliniken nicht zu gefährden. „Wir sind sehr beunruhigt, dass die Opfer der Gewalt nicht behandelt und unsere bisherigen Patienten nicht weiter versorgt werden", sagt der Programmverantwortliche Joe Belliveau. Gleichzeitig ist Ärzte ohne Grenzen erschüttert über Berichte, dass Menschen, die vor der Gewalt in Myanmar flüchten, nicht über die Grenze nach Bangladesch gelassen werden.

„Am wichtigsten ist es, medizinische Nothilfe, Nahrungsmittel und Vorräte zur Verfügung zu stellen. Außerdem brauchen unsere HIV-Patienten ihre lebensrettende Behandlung", sagt Belliveau zur Situation in Rakhine. „Diejenigen, die Zuflucht in Bangladesch suchen und Nahrung, Wasser und medizinische Versorgung brauchen, sollten die Erlaubnis bekommen, die Grenze zu überqueren. Ärzte ohne Grenzen versucht sowohl in Myanmar als auch in Bangladesch, die Opfer von Gewalt zu erreichen. Diese sollten aber auch die Möglichkeit bekommen, uns zu erreichen.“

In Rakhine leistet Ärzte ohne Grenzen seit 20 Jahren medizinische Hilfe. Der Schwerpunkt liegt auf der Gesundheit von Müttern und Infektionskrankheiten wie Malaria, Durchfall, HIV/Aids und Tuberkulose. Im Jahr 2011 führten die Mitarbeiter mehr als 487.000 Konsultationen durch und versorgten mehr als 600 HIV/Aids-Patienten mit antiretroviralen Medikamenten.

Das medizinische Programm in Myanmar ist eines der größten von Ärzte ohne Grenzen weltweit. Das HIV/Aids-Programm der Organisation ist das größte im Land.

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