Österreich

Nachruf: Wir trauern um Lisa Langbein

Mit tiefem Bedauern haben wir vom Tod Lisa Langbeins erfahren. Uns verbindet eine lange gemeinsame Geschichte mit Lisa; umso trauriger sind wir zu erfahren, dass sie am 30. Dezember nach schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren gestorben ist.

Lisa war seit den frühesten Jahren von Ärzte ohne Grenzen in Österreich mit uns in Kontakt. Bald nach der Gründung der österreichischen Sektion im Jahr 1994 bewarb sie sich als Einsatzmitarbeiterin; Ende 1999 absolvierte sie schließlich ihren ersten Hilfseinsatz. In Afghanistan, wo sie als Krankenschwester ein halbes Jahr in einem Projekt in Faizabad arbeitete. Ab diesem Zeitpunkt engagierte sich Lisa auch im Verein: 2001 wurde sie Mitglied im Vorstand von Ärzte ohne Grenzen Österreich, eine Funktion, die sie bis 2008 innehatte. Ein weiterer Hilfseinsatz führte sie 2003 nach Äthiopien.

Als Vorstandsmitglied hat Lisa Ärzte ohne Grenzen Österreich über viele Jahre mitgeprägt und mitentwickelt. Wir erinnern uns an sie als eine konstruktive und kritische Stimme, die gerade in unseren frühen Jahren wichtig war. Lisa brachte viel Erfahrung, Enthusiasmus und vor allem Menschlichkeit mit – Eigenschaften, die sowohl bei Hilfseinsätzen als auch bei der Arbeit in Österreich wesentlich sind. Auf ganz besondere Weise hat sie es verstanden, ihren kritischen Geist mit einer wertschätzenden Haltung zu verbinden. Für Kollegen und Kolleginnen hatte sie stets ein offenes Ohr; sie hat sich immer Zeit genommen zu diskutieren und zu erklären – so bot sie vielen im Büro einen moralischen Kompass.

Für Humanität und Fairness einzutreten und Unrecht nicht hinzunehmen – so unbequem das manchmal sein kann, das hat Lisa ausgezeichnet. Vor allem aber erinnern wir uns an Lisas tiefes, herzliches Lachen, das jede Begegnung mit ihr geprägt hat. Lisa, wir werden Dich nicht vergessen.

Wien, im Jänner 2018

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