Irak

Neu renovierte Intensivstation in Spital im Nordirak eröffnet

Das Sulaymaniyah Unfallkrankenhaus im Norden des Irak ist die einzige Einrichtung in der gesamten Provinz Sulaymaniyah und dem Umland, wo medizinische und chirurgische Hilfe für Akutfälle angeboten wird. Am 19. November wurde nun offiziell die neu renovierte Intensivstation des Spitals eröffnet. Die Station mit zehn Betten beinhaltet auch zwei Betten in einem eigenen Isolationsraum zur Betreuung von Hochrisiko-Patienten und -Patientinnen.

„Diese Einrichtung ist sehr wichtig für die Menschen in Sulaymaniyah und den benachbarten Regionen – es ist das Haupt-Referenzkrankenhaus für Schwerkranke und Schwerverletzte. Wir sind sehr glücklich darüber, die neu renovierte Intensivstation eröffnen zu können“, so Jonathan Henry, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen im Irak.

Das Unfallkrankenhaus ist die einzige traumatologische Einrichtung im gesamten Gouvernement. Hier werden alle Menschen mit akutem medizinischem oder chirurgischem Bedarf versorgt. Von Jänner bis September 2016 wurden in der Notaufnahme des Krankenhauses mehr als 25.000 Menschen aufgenommen; davon 250 Patienten und Patientinnen wurden in der Intensivstation betreut. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Menschen im Einzugsgebiet stark angestiegen – derzeit mehr als 2,5 Millionen – nachdem viele Vertriebene aus benachbarten Konfliktgebieten hier Schutz suchen.

Verbesserung der Intensiv- und Notversorgung

Ärzte ohne Grenzen ist seit Jänner 2016 im Sulaymaniyah Unfallkrankenhaus tätig. Ziel der Aktivitäten ist, die Qualität der Versorgung sowohl auf der Intensivstation als auch in der Notaufnahme zu verbessern, um die Sterblichkeitsrate der Patienten und Patientinnen zu senken. Das wird einerseits durch Verbesserungen in der Patientenversorgung gewährleistet, andererseits durch Renovierungsarbeiten in den Räumlichkeiten selbst.

Die erneuerte Intensivstation wurde am 19. November offiziell eröffnet. Die Station hat eine Kapazität von zehn Betten – darunter zwei Betten in einem Isolationsraum mit verstärkten Maßnahmen zur Infektionskontrolle.

Professionelle Hilfe für Unfallopfer und Kriegsverletzte

„Die Patienten und Patientinnen, die not- und intensivversorgt werden, sind sowohl von der hier ansässigen Bevölkerung als auch Vertriebene. Wir betreuen viele Unfallopfer – Betroffene von Verkehrsunfällen oder häuslichen Unfällen – sowie Kriegsverletzte. Das Sulaymaniyah Unfallspital versorgt auch Überweisungsfälle von anderen Regionen, darunter aus den Provinzen Kirkuk, Ninewa und Dyiala. Ärzte ohne Grenzen versucht, allen Patienten und Patientinnen eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung anzubieten“, erklärt Jonathan Henry.

Das medizinische Team von Ärzte ohne Grenzen besteht aus vier Fachkräften; je ein Arzt und eine Pflegefachkraft sind in der Notaufnahme und der Intensivstation tätig. Sie arbeiten mit dem Personal der Gesundheitsdirektion von Sulaymaniyah zusammen. Zur Verbesserung der Betreuungsqualität bringt unser Team vor allem klinische Expertise ein – sowohl mit theoretischen als auch praktischen Schulungen. Dazu zählen Einführungsprogramme für sowohl pflegerisches als auch medizinisches Personal, die Einführung von Standards, Protokollen und Richtlinien für die sichere not- und intensivmedizinische Versorgung und die Implementierung von Regeln zur Infektionskontrolle. Im Bedarfsfall bzw. falls die Bestände im Krankenhaus aufgebraucht sind, stellt Ärzte ohne Grenzen auch Medikamente und medizinische Ausrüstung zur Verfügung.

Ärzte ohne Grenzen ist mit Unterbrechungen seit 1991 im Irak tätig. Derzeit sind mehr als 700 irakische und internationale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Hilfsprogrammen in insgesamt zwölf Regierungsprovinzen im Einsatz. Um die Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit der Hilfe zu gewährleisten, akzeptiert Ärzte ohne Grenzen keinerlei staatlichen Gelder für die Hilfe im Irak. Die Aktivitäten werden ausschließlich aus weltweiten privaten Spenden finanziert.

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