Österreich muss Beitrag zum Kampf gegen HIV, Tuberkulose und Malaria leisten

Wien, am 24. September 2013. Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) begrüßt die Ankündigung der britischen Regierung, ihren Beitrag zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria stark zu erhöhen. In den kommenden drei Jahren wird Großbritannien 1 Milliarde britische Pfund (rund 1,19 Milliarden Euro) einzahlen. „Damit zeigt die britische Regierung, dass sie die riesige Herausforderung, die der weltweite Kampf gegen die drei größten Killer-Pandemien darstellt, ernst nimmt und dieser auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fortgesetzt werden muss“, reagiert Reinhard Dörflinger, Präsident von Ärzte ohne Grenzen Österreich, auf die Ankündigung.

Beitrag verschwindend klein

Ärzte ohne Grenzen fordert nun, dass auch andere Geberländer dem Vorbild Großbritanniens folgen und die wichtigste Waffe gegen die drei großen Infektionskrankheiten stärker unterstützen. „Die Erhöhung der jährlichen Zahlungen durch Großbritannien und auch andere Länder wie Norwegen und Schweden sollte für Österreich ein Weckruf sein, endlich den überfälligen Beitrag zum Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria zu leisten. Es darf nicht sein, dass ein wohlhabendes Land wie unseres keinerlei Verantwortung für die wichtigsten Herausforderungen der globalen Gesundheit übernimmt“, fordert Dörflinger. Österreich hat bisher nur eine einmalige Zahlung von 1 Million US-Dollar im Jahr 2001 geleistet. „Angesichts der 15 Milliarden Dollar, die der Globale Fonds für die nächsten drei Jahre benötigt um die am stärksten von den Epidemien betroffenen Länder zu unterstützen, ist das völlig unangemessen“, so Dörflinger. Er fordert die Regierung – auch die künftige – dringend auf, ihre Finanzierungspolitik zu überdenken und ihre Verantwortung gemäß der Wirtschaftskraft Österreichs wahrzunehmen.

Millionen Menschen bedroht

„Wir wissen, dass die Aufstockung der Behandlung von HIV/Aids nicht nur Millionen Menschen das Leben rettet, sondern auch die Verbreitung des Virus eindämmt“, erklärt Sharonann Lynch, HIV- und Tuberkulose-Beraterin der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen, die Bedeutung einer stärkeren Unterstützung des Globalen Fonds für Patienten. „Auch haben wir jetzt neue Möglichkeiten, endlich gegen medikamentenresistente Tuberkulose vorzugehen, einer Epidemie, die langsam außer Kontrolle gerät. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, unsere Anstrengungen zu verdoppeln.“

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