Schwindende Unterstützung durch den Globalen Fonds gefährdet HIV-Aids Programme

Zum 10. Geburtstag des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose am 28.01.2012 erklärt Dr. Tido von Schoen-Angerer, Leiter der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen:

„In vielen unserer Einsatzländer, wie beispielsweise Uganda, Mosambik, Simbabwe oder im Kongo sind Menschen, die mit HIV leben oder an Tuberkulose oder Malaria leiden, auf internationale Hilfe angewiesen, um lebensrettende Medikamente zu erhalten. Doch infolge der schwindenden politischen Unterstützung hat der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) die geplante elfte Förderrunde für Behandlungsprogramme für die nächsten zwei Jahre wegen Geldmangels abgesagt – mit verheerenden Auswirkungen, die auch die Fortschritte in den vergangenen zehn Jahren im Kampf gegen die drei Epidemien gefährden.

Gerade zu einem Zeitpunkt, an dem wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Behandlung von HIV/Aids eine der besten Möglichkeiten darstellt, die Epidemie in den Griff zu bekommen, ist es an der Zeit, dass die Regierungen ihre Ärmel hochkrempeln und den Globalen Fonds entschlossen unterstützen. Er stellt das wichtigste Finanzierungsinstrument für globale Gesundheit dar und versorgt Millionen von Menschen mit antiretroviraler Behandlung. Angesichts der Veränderungen in der Führungsebene des Globalen Fonds ist es jetzt wichtig, dass der Fonds sich weiter auf seine Kernaufgaben konzentriert und schnellstmöglich so vielen Menschen wie möglich die beste und bezahlbare Behandlung zur Verfügung stellt. Dazu sollte eine Notfall-Geberkonferenz einberufen werden, um betroffenen Ländern die Chance zu geben, sich noch dieses Jahr um zusätzliche Mittel beim Globalen Fonds zu bewerben, um die lebensnotwendige Behandlung weiter ausweiten zu können.

Zusätzlich zu diesen freiwilligen Verpflichtungen brauchen wir auch verlässliche und vorhersagbare Finanzierungsinstrumente, wie zum Beispiel die Finanztransaktionssteuer, die gegenwärtig in Europa diskutiert wird und deren Einnahmen zu Teilen in die Finanzierung von globaler Gesundheit und auch des Globalen Fonds investiert werden sollte.“

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