Indonesien

Sumatra (Indonesien): Ärzte ohne Grenzen schickt Hilfsteams in das Erdbebengebiet

Ein Erdbeben der Stärke 7.6 erschütterte am Mittwoch den 30. September um 17:16 Lokalzeit die Umgebung der Stadt Padang an der Westküste der indonesischen Insel Sumatra. Laut Angaben der indonesischen Regierung wurden mehr als 450 Menschen getötet, Tausende sind noch unter den Trümmern begraben.

Am stärksten betroffen sind die Städte Padang und Pariaman. Die indonesischen Behörden haben medizinische Hilfe und Nahrungsmittel in das Erdbebengebiet geschickt.

Ärzte ohne Grenzen betrieb bis Anfang 2009 medizinische Hilfsprojekte in Indonesien und kontaktierte sofort nach dem Erdbeben frühere lokale Mitarbeiter, um ein besseres Bild der Bedürfnisse vor Ort zu bekommen und ein Erkundungsteam zu organisieren.

Außerdem schickt Ärzte ohne Grenzen heute ein Notfallteam und medizinisches Material aus Brüssel und Paris nach Indonesien. Das Team besteht aus einem Koordinator, einer Krankenschwester, einem Chirurgen, einem Anästhesisten und einem Psychologen.

Zwei Nephrologen  der Task Force „Renal Disaster Relief“ fliegen gemeinsam mit dem Team von Ärzte ohne Grenzen. Sie werden Dialysen durchführen und die Menschen, die unter dem sogenannten „Crush Syndrom“ leiden, behandeln. Dabei handelt es sich um eine schwere innere Verletzung, bei der beschädigtes Muskelgewebe große Mengen an Giftstoffen in den Blutkreislauf schickt, was zu Nierenversagen führen kann. Wird das Crush Syndrom nicht behandelt, kann es zum Tod führen.

Ärzte ohne Grenzen bereitet sich darauf vor, innerhalb der nächsten Stunden weitere Mitarbeiter und Hilfsgüter in die Region zu entsenden.

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