Syrien

Syrien: Konfliktparteien müssen medizinische Einrichtungen respektieren

Wien, 28. Jänner 2013. Am 24. Jänner schlug eine Rakete nur 800 Meter entfernt von einem Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) in der Region um Aleppo ein. Verletzte wurden keine gemeldet. Nach einem Luftangriff auf einen Markt in der Nähe der Stadt Azaz am 13. Jänner, wurden 20 Verletzte in dem Krankenhaus behandelt. Die internationale medizinische Hilfsorganisation ruft daher erneut alle Konfliktparteien in Syrien dazu auf, Patienten, medizinisches Personal und medizinische Einrichtungen zu respektieren.

Die zunehmende Unsicherheit bedroht Bemühungen um eine notwendige medizinische Versorgung. Ärzte ohne Grenzen ist trotz der weit verbreiteten Gewalt und der letzten Sicherheitsvorfälle in den Gebieten, in denen die medizinischen Teams arbeiten, jedoch weiterhin entschlossen, die Bevölkerung in Syrien zu unterstützen.

„Die wachsende Zahl von Angriffen in dieser Region beschränkt unsere Möglichkeiten, medizinisch zu arbeiten", erklärt Teresa Sancristóval, Notfall Desk-Managerin von Ärzte ohne Grenzen . „Seit Beginn unserer Arbeit in Syrien, haben wir versucht, sichere Orte zu finden, wo wir die Bevölkerung behandeln können. Besonders Frauen und Kinder zahlen einen hohen Preis in diesem Krieg."

Behandlung von Verletzten

Ärzte ohne Grenzen behandelt weiterhin Menschen, die in den gewalttätigen Auseinandersetzungen verletzt wurden. Sie sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs in einer humanitären Krise, die Auswirkungen auf alle Bereiche der Gesellschaft hat. „Neben den Kriegsverletzten und den unmittelbaren Opfern der Gewalt, gefährdet der Konflikt vor allem die Verwundbarsten, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Frauen und Kinder", erklärt Miriam Alía, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen.Bei schwangeren Frauen kommt es durch den Stress immer häufiger zu Fehlgeburten und Frühgeburten. Frauen, die ihre Kinder zuvor im Krankenhaus zur Welt gebracht hätten, haben jetzt kaum Zugang zu einer kostenlosen medizinischen Versorgung. Das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in der Nähe von Aleppo ist eine der wenigen Einrichtungen, die die dringend benötigte Gesundheitsversorgung für Schwangere und Neugeborene anbietet.

Versorgung von Schwangeren

„Jeden Tag kommen Frauen in unser Krankenhaus, weil sie medizinische Versorgung brauchen und ihre Kinder auf die Welt bringen", sagt Sancristóval. „Die Anzahl der Geburten in unseren Einrichtungen stieg von 56 im November auf über 150 in den ersten drei Wochen im Januar." In diesem Monat haben unsere Mitarbeiter bereits 15 Frühgeborene behandelt, deren Versorgung normalerweise spezielle medizinische Geräte erfordert, die es derzeit jedoch nur hinter der türkischen Grenze gibt.Die Teams von Ärzte ohne Grenzen bieten Nothilfe, Geburtshilfe und allgemeine Gesundheitsversorgung in Syrien an. Von Juni 2012 bis Januar 2013 führten sie mehr als 10.000 Konsultationen und mehr als 900 chirurgische Eingriffe durch.Seit Beginn der Proteste in Syrien vor fast zwei Jahren hat Ärzte ohne Grenzen versucht, Zugang zu den Bereichen zu erhalten, in denen humanitäre Hilfe am dringendsten benötigt wurde. Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen innerhalb Syriens sind aufgrund stetiger Unsicherheiten und behördlicher Restriktionen weiterhin begrenzt. Seit Monaten versucht Ärzte ohne Grenzen eine offizielle Erlaubnis zu erhalten, um den Menschen in den von der Regierung kontrollierten Gebieten zu helfen, bisher ohne Erfolg.

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