Taifun Hagupit zieht über die Philippinen hinweg – Chirurgisches Team von Ärzte ohne Grenzen eingetroffen

07.12.2014
"Wir beobachten die Situation sehr genau und werden schnellstmöglich reagieren, um betroffene Menschen zu erreichen".

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Das chirurgische Team von Ärzte ohne Grenzen steht für einen sofortigen Einsatz bereit.
MSF
Philippinen, 05.12.2014: Das chirurgische Team von Ärzte ohne Grenzen steht für einen sofortigen Einsatz bereit.

Gestern gegen neun Uhr abends traf der Taifun Hagupit auf den Osten der Insel Samar und die dortige Stadt Dolores. Teams von Ärzte ohne Grenzen berichten von kräftigen Stürmen und schweren Regenfällen in Tacloban. Zurzeit ist unklar, wie stark die Schäden in Samar sind, da fast die ganze Insel vom Strom abgeschnitten ist und damit auch von Kommunikationsmöglichkeiten. Ein chirurgisches Team von Ärzte ohne Grenzen aus Japan traf gestern in Manila ein und steht bereit, um bei Bedarf so schnell wie möglich in vom Taifun betroffene Regionen verlegt zu werden – z.B. nach Tacloban oder auf die Insel Samar. Zwei Hubschrauber stehen dafür bereit. Yuko Shirakawa, OP-Krankenschwester und Teil des chirurgischen Teams der Organisation, sagt dazu: „Wir beobachten die Situation sehr genau und werden schnellstmöglich reagieren, um betroffene Menschen zu erreichen".

Berichten zufolge sind Teile von Barangay im Nordwesten von Samar überflutet, und auf einigen Inseln im Westen von Samar kam es zu Unterspülungen.

Ärzte ohne Grenzen stand während der ganzen Nacht mit den eigenen Teams in Tacloban in Kontakt. Die Mitarbeiter berichteten während der Zeit, als der Taifun auf Land traf, von kräftigen Stürmen und schweren Regenfällen sowie Überflutungen, die mehrere Stunden anhielten. Zudem fiel auch der Strom in der Stadt aus. Am Morgen waren bei Wind und Regen wieder Menschen auf den Straßen Taclobans, und auch einige Motorräder und öffentliche Transportfahrzeuge .

In Palo, wo Ärzte ohne Grenzen das Provinzkrankenhaus von Leyte unterstützt, wurden während des Sturms keine Patienten verwundet. Sie waren zuvor als Vorsichtsmaßnahme in einen Flügel der Klinik verlegt worden. Allerdings wurde der Operationssaal beschädigt und kann nicht mehr benutzt werden.

Der Sturm soll im Laufe des Tages Samar verlassen. Nun gilt die Sorge Manila, das in den nächsten Tagen von schweren Regenfällen getroffen werden soll. Die philippinische Regierung bereitet in der Hauptstadt Massenevakuierungen vor. Bislang wurden 700.000 Menschen aus den Provinzen Samar und Leyte sowie aus Teilen der Provinzen Iloilo und Quezon evakuiert.

Ärzte ohne Grenzen leistete 2013 in den Philippinen im Osten Visayas Hilfe für die Menschen, die Opfer des Taifun Haiyan wurden.

Update 8.12.: Taifun Hagupit schwächt ab - Teams von Ärzte ohne Grenzen werden Situation auf der Insel Samar erkunden