Welt-Malaria-Tag 2010

Eine effektive Diagnose und wirksame Behandlung von Malaria sind längst möglich - dennoch bleibt Malaria eine tödliche Bedrohung in vielen ärmeren Ländern. Eine Million Menschen sterben noch immer jährlich an der Tropenkrankheit. Im südlichen Afrika bleibt Malaria die Haupttodesursache für Kinder unter fünf Jahren.

„Die Tatsache, dass schnelle und effektive Diagnose und Behandlung mittlerweile möglich sind, macht die anhaltende Tragödie von Malaria in Entwicklungsländern umso inakzeptabler“, sagt Dr. Martin De Smet, Malaria-Experte bei Ärzte ohne Grenzen. „Die notwendigen Werkzeuge für den Kampf gegen Malaria wurden entwickelt, jetzt müssen sie  auf breiterer Basis zum Einsatz kommen.“

Diagnose mittels Schnelltests

Dort wo keine verlässliche Mikroskopie möglich ist, setzt Ärzte ohne Grenzen Schnelldiagnosetests (Rapid Diagnostic Tests, RDTs) ein. Mit nur einem einzigen Tropfen Blut aus der Fingerspitze des Patienten kann die Krankheit damit innerhalb von fünfzehn Minuten diagnostiziert werden. Diese Schnelltests garantieren eine korrekte Diagnose und funktionieren - wie Ärzte ohne Grenzen bewiesen hat - unter verschiedensten Bedingungen, sei es in überfüllten Krankenhäusern oder in abgelegenen Gesundheitsposten. Sie können von sogenannten „Malaria Workers“ – darauf eingeschulten Menschen aus der lokalen Bevölkerung - durchgeführt werden.

Wirksame Kombinationstherapie

Zur Behandlung von Malaria setzt Ärzte ohne Grenzen eine auf Artemisinin basierende Kombinationstherapie (ACT) ein, die effektivste Medikation gegen die Krankheit. Die Pillen verfügen über geringe Toxizität, kaum Nebenwirkungen, und werden schnell gegen den Parasiten wirksam. Wenn die Diagnose frühzeitig erfolgt, reichen drei aufeinanderfolgende Tage der Behandlung mit ACTs aus, um einen Malariapatienten zu heilen.

Verteilung von Moskitonetzen

Zusätzlich zur Behandlung verteilt Ärzte ohne Grenzen mit Insektiziden behandelte Moskitonetze an Menschen mit dem höchsten Malariarisiko, beispielsweise an schwangere Frauen und Kinder unter fünf Jahren. Im Rahmen von Aufklärungskampagnen schult Ärzte ohne Grenzen die Bevölkerung im richtigen Umgang und der Pflege der Netze für einen effektiven Schutz gegen Moskitos während der Nacht.

„Industrieländer und Entwicklungsländer müssen sich geschlossen zur Unterstützung des Kampfes gegen Malaria bekennen“, sagt Martin De Smet. „Anlässlich des Welt-Malaria-Tages 2010 weist Ärzte ohne Grenzen auf den Bedarf hin, dass alle Akteure zu ihren Zusagen stehen und eine Ausweitung der Einführung von RDTs, ACTs und Moskitonetzen in Ländern, in denen Malaria endemisch ist, sicherstellen.“

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