21.07.2025
In der Demokratischen Republik Kongo weitet sich die humanitäre Krise in Walikale in Nord-Kivu aus. Kämpfe zwischen der kongolesischen Armee und bewaffneten Gruppen hatten in den vergangenen Monaten zu Massenvertreibungen, Ernährungsunsicherheit und einem alarmierenden Anstieg der Mangelernährung geführt.

Themengebiet:

  • Alarmierender Anstieg von Mangelernährungsfällen
  • 46 Kinder im April und Mai 2025 gestorben
  • Ärzte ohne Grenzen einzige internationale Hilfsorganisation in Walikale

Vom 1. Jänner bis zum 1. Juni 2025 stiegen die Einweisungen in das Krankenhaus in Walikale, in dem Ärzte ohne Grenzen tätig ist, um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das stationäre Ernährungszentrum verzeichnete einen Anstieg der Aufnahmen um 41,3 Prozent. Im April starben 12 Kinder und im Mai 34 Kinder an den Folgen von Mangelernährung.   

Die mit der Mangelernährung zusammenhängende Sterblichkeitsrate ist äußerst besorgniserregend: In der ersten Jahreshälfte 2025 stieg die Zahl der Todesfälle innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Einweisung um 88,9 Prozent. Die Zahl der Todesfälle zwischen 24 und 48 Stunden nach der Einweisung stieg um 309 Prozent im Vergleich zu 2024. Diese Zahlen verdeutlichen, dass viele Patient:innen in kritischem Zustand aufgenommen werden, oft weil es erhebliche Hindernisse für eine rechtzeitige Versorgung gibt.   

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die meisten internationalen Organisationen aufgrund von Finanzierungslücken aus Walikale zurückgezogen. Der jüngste Anstieg der Gewalt hat die Probleme noch verschärft und den Zugang zu dringender medizinischer Versorgung noch schwieriger gemacht.

„Während eine Reihe lokaler Organisationen noch in Walikale tätig sind, ist es durch den Rückzug internationaler Organisationen schwieriger geworden, das überlastete und unterfinanzierte Gesundheitssystem zu unterstützen“, sagt Meaghan Hawes, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Walikale. „Die derzeitige Situation wird nicht langfristig tragbar sein.”

Werner Reiter

Werner Reiter

Press Officer