Unsere Hilfe in Guinea

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Nach zwei Jahren harter Arbeit gegen die gefährliche Ebola-Epidemie im Land beendete Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2016 diese Hilfe in Guinea.

Unsere Hilfe in Guinea im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Guinea bezog sich bis September 2016 auf Conakry, Coyah, Dubreka und Forécariah. Dort behandelte Ärzte ohne Grenzen 359 Ebola-Überlebende und 282 medizinische Fachkräfte, die meist unter Augen- und neurologischen Problemen litten. Die Teams behandelten auch 354 Menschen, die indirekt von der Epidemie betroffen waren, wie die Familienmitglieder der Erkrankten. Außerdem profitierten mehr als 18.000 Menschen von unseren Informationsveranstaltungen zur Verringerung des Stigmas rund um Ebola.
  • Aus medizinischer Sicht gab es ab September 2016 keinen weiteren Bedarf für die Fortsetzung dieser Hilfe in Guinea. Die Versorgung der Patienten und Patientinnen mit psychischen Problemen wie Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen wurde an die Gesundheitsbehörden und andere Organisationen wie „Postebogui“ übergeben. Als Teil der Nothilfe-Vorbereitung bauten die Teams in Guéckédou ein Behandlungszentrum für Infektionskrankheiten, für die ein gewisses Ausbruchsrisiko besteht.
  • Menschen, die mit HIV (rund 1,7 Prozent) leben, haben es in Guinea schwer, an antiretrovirale Medikamente zu kommen. Die Behandlungsrate ist weltweit eine der schlechtesten. Im November 2016 eröffneten wir gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden ein 31-Betten-Krankenhaus in Donka, um Menschen mit fortgeschrittenem HIV-Stadium kostenlos zu behandeln. Bis Ende Dezember wurden dort 49 Betroffene behandelt, von denen 44 Prozent eine CD4-Anzahl von unter 100 aufwiesen. Dies ist ein eindeutiges Anzeichen für eine Schwächung des Immunsystems, das empfänglich für tödliche Begleiterkrankungen ist.
  • Die Hilfe in Guinea umfasste Ende 2016 die medizinische Behandlung von 9.856 Menschen, die mit HIV lebten. Die Teams stellten auch Medikamente für Begleitinfektionen zur Verfügung, führten Labortests durch und gaben psychosoziale Unterstützung.
  • Darüber hinaus trainierten wir das Gesundheitspersonal und stellten Medikamente für Begleiterkrankungen sowie sozioökonomische Hilfe für 9.856 HIV-Patienten und -Patientinnen zu Verfügung, die in sechs öffentlichen Gesundheitseinrichtungen landesweit versorgt wurden.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Guinea an.

Quelle: International Activity Report 2016

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