Unsere Hilfe in Irak

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Irak-Konflikt verursacht nach wie vor großes Leid: Millionen Menschen sind durch die Kämpfe betroffen und benötigen dringend medizinische Hilfe. Das Gesundheitssystem des Landes ist durch den langanhaltenden Konflikt sehr geschwächt.

Der Konflikt hat seit 2014 landesweit zu mehr als 3,3 Millionen Vertriebenen geführt. Menschen leben dort in instabilen Gebieten, oft nahe den Frontlinien, und sind zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt, wie der schlechten Sicherheitslage oder dem mangelnden Zugang zur Grund- und Gesundheitsversorgung.

Unsere Hilfe im Irak-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Die Folgen des Irak-Konflikts veranlassten Ärzte ohne Grenzen 2016 dazu, die Aktivitäten auszuweiten. Die Teams leisteten in elf Provinzen basis- und notfallmedizinische Hilfe wie Geburtshilfe und psychologische Versorgung oder verteilten wichtige humanitäre Hilfsgüter.
  • Als sich die Kämpfe im Nordwesten des Landes ausdehnten, flohen viele Menschen in sicherere Gebiete wie die Provinz Salaheddin. Ärzte ohne Grenzen setzte im August 2016 mobile Kliniken in Tikrit und Umgebung ein. Die Teams hielten insgesamt 15.339 Konsultationen ab.
  • Vertrieben durch den Irak-Konflikt in Falludscha und Ramadi wurden rund 60.000 Menschen im Lager Amriyat al-Falludscha, in der Provinz al-Anbar, untergebracht, wo Ärzte ohne Grenzen 2016 ein Gesundheitszentrum zur stationären Versorgung eröffnete.
  • Ab Oktober leisteten Teams in der Provinz Kirkuk psychologische und psychosoziale Hilfe für die Vertriebenen und Kriegsverletzte aus dem Bezirk Hawidscha. Im November 2016 setzte Ärzte ohne Grenzen mobile Kliniken in neuen Lagern westlich von Erbil ein, um geflüchtete Bewohner aus Mossul zu versorgen. Sie boten basismedizinische Hilfe an, behandelten chronische Krankheiten und hielten psychologische und psychiatrische Konsultationen ab.
  • In Kajjarah, südlich von Mossul, errichtete Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus mit Notaufnahme, Operationssaal und 32 Betten zur stationären Versorgung. Im ersten Monat wurden rund 1.000 akute Fälle aufgenommen und 90 chirurgische Eingriffe vorgenommen.
  • Da der Irak-Konflikt sehr viele Menschen traumatisiert hat, hielten unsere Teams insgesamt 23.620 psychologische Konsultationen ab.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte die geburtshilflichen Aktivitäten für syrische Flüchtlinge im Lager Domiz fort und eröffnete eine neue Klinik in Tal Marak, Provinz Ninewa.
  • In der Provinz Sulaimanija unterstützten die Teams das Nothilfe-Krankenhaus, indem die Teams Schulungen anboten, um die Qualität der medizinischen Arbeit auf der Intensivstation und in der Notaufnahme zu verbessern. Sie boten auch Trainings in den Notaufnahmen der Krankenhäuser in Kirkuk und Asadi an.
  • 2016 beendete Ärzte ohne Grenzen die psychologischen Programme in Babil, Kerbela und Nadschaf sowie das basismedizinische Projekt in der Stadt Bzeibiz. Die Teams hielten hier zwischen Februar und Oktober 2016 rund 9.000 Konsultationen für die Opfer des Irak-Konflikts ab.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe im Irak-Konflikt an.

Quelle: International Activity Report 2016

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Irak wurde im Jahr 2016 mit insgesamt 700.000 Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.                                                                                                                                        

Meldungen aus Irak

Irak

Im Jahr 2013 startete Ärzte ohne Grenzen ein Projekt zur Familienplanung im Flüchtlingslager Domiz im Irak. Die Hebamme Abla Ali hilft Schwangeren aus Syrien, ihre Kinder sicher zur Welt zu bringen. Hier berichtet sie von ihrer Arbeit.

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