26.03.2026
Im Iran und in umliegenden Ländern eskaliert 2026 die Lage. Alles zur aktuellen Situation und unserer Hilfe in der Region.

Im Februar 2026 eskaliert mit dem US-israelischen Angriff auf den Iran ein Krieg mit weitreichenden Folgen für die Region. Bombardierungen und Luftangriffe treffen auch die umliegenden Länder. Ängste und Unsicherheiten betreffen Millionen von Menschen in der Region. Hunderttausende müssen ihr Zuhause verlassen.

Vor allem im Iran und Libanon sind die Auswirkungen enorm. Im Libanon leisten wir eine großangelegte Nothilfe. Im Iran unterstützen wir weiterhin über unsere laufenden Projekte marginalisierte Gruppen. Wir helfen mit Hilfslieferungen und sind bereit unsere Unterstützung weiter auszubauen.  

Durch die angespannte Sicherheitslage und unterbrochene Lieferketten ist auch unsere Arbeit in umliegenden Ländern betroffen. Wir sind derzeit neben dem Iran und Libanon auch im Jemen, dem Irak, Jordanien, Syrien und den besetzten palästinensischen Gebieten aktiv.  

Durch gestiegene Preise und gesperrte Luft- und Seewege sind Ein- und Ausreisen für unsere Teams erschwert. Gleichzeitig belastet die Instabilität rund um die Straße von Hormus die Logistik- und Versorgungswege.

Wir behalten die Situation im Blick und bereiten uns darauf vor, unsere Hilfe auszubauen. Seit Ende Februar haben wir 42 Tonnen an Hilfsgütern in die Region gebracht, um sie schnell verfügbar zu haben.

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Was Menschen in Kriegsgebieten brauchen

Konflikte und Kriege zerstören die Grundlagen, die Menschen brauchen, um gesund zu bleiben: Die Versorgung mit Wasser und ausreichend Essen gerät in Gefahr. Immer wieder geraten auch medizinische Einrichtungen unter Beschuss bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Dabei sterben Patient:innen, Ärzt:innen und Pflegekräfte.

Direkte Auswirkungen von Gewalt in Krisengebieten zeigen sich durch Massenanstürme an Verletzten und zerstörte Infrastruktur. Viele Menschen müssen ihr Zuhause verlassen. Dazu fehlt es oft an medizinischem Material, um den Bedarf zu decken, wie etwa Schmerzmittel, Wundversorgung oder OP-Sets, aber auch Notunterkünfte wie Zelte und Hygiene-Sets.

Durch Konflikte werden weltweit Millionen Menschen vertrieben. Sie müssen ihre Heimat verlassen, weil Krieg und Gewalt ihren Alltag bestimmen. Oft lassen sie alles zurück, in der Hoffnung auf ein sicheres Leben.

So helfen wir in Konflikt- und Kriegsgebieten:

  • Medizinische Versorgung über mobile Kliniken, Feldkrankenhäuser und die Unterstützung bestehender Einrichtungen
  • Postoperative Versorgung und Rehabilitation bei komplizierten Kriegsverletzungen
  • Geburtshilfe und Hilfe für chronisch Erkrankte
  • Wir reagieren auf Epidemien und Krankheitsausbrüche
  • Psychologische Hilfe für Betroffene 

Die betroffene Region

Der Nahe Osten beschreibt meist ein Gebiet rund um die arabische Halbinsel. Dazu gehören Länder wie der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jemen, Irak, Jordanien, Israel, Syrien und die besetzten palästinensischen Gebiete. Es leben mehrere hundert Millionen Menschen in der Region.

Viele Menschen sind von Krieg, Vertreibung und fehlender Gesundheitsversorgung betroffen. Deshalb haben wir im Nahen Osten ein großes Netzwerk an Hilfsprojekten. Wir bieten medizinische Grundversorgung, chirurgische Versorgung, Angebote für Mütter- und Kindergesundheit, psychologische Unterstützung, behandeln chronische Krankheiten und helfen mit Wasser- und Sanitärprojekten. Wir arbeiten in Krankenhäusern, mobilen Kliniken und über Partnerschaften mit den lokalen Gesundheitsbehörden.

Die aktuellen Konflikte haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Länder der Region. Auch unsere Arbeit ist unterschiedlich stark betroffen. 

Projekte von Ärzte ohne Grenzen im Nahen Osten im Libanon, Palästina, Syrien, Jordanien, Irak, Iran und Jemen
MSF
Unsere betroffenen Einsatzländer im Nahen Osten.

Im Iran müssen wir unsere Aktivitäten in Teheran aufgrund der Sicherheitslage pausieren. Unsere Hilfe für Vertriebene aus Afghanistan in Mashhad und Kerman geht weiter. Wir sind bereit, unsere Arbeit auszubauen und stehen in Kontakt mit den zuständigen Behörden.

Im Libanon werden hunderttausende Menschen vertrieben. Wir verlegen unsere Projekte im Süden und starten einen großen Noteinsatz. Mit mobilen Kliniken, sauberem Wasser und Hilfsgütern unterstützen wir Betroffene.

In den besetzten palästinensischen Gebieten war die Lage bereits vor der jüngsten Eskalation im Nahen Osten katastrophal. Wir konzentrieren uns weiterhin auf unsere Arbeit im Gazastreifen und Westjordanland.

Während unsere Arbeit in Jordanien vor allem durch Sicherheitswarnungen betroffen ist, werden Projekte im Irak teilweise unterbrochen. Dort rechnen wir mit der Ankunft von Vertriebenen aus dem Iran und stocken unsere Kapazitäten auf.

Unsere Arbeit in Syrien ist durch die Rückkehr von Vertriebenen aus dem Libanon indirekt betroffen. Im Jemen können wir unsere Arbeit fortführen. Außerdem haben wir Logistik in Dubai, die sich um alternative Routen für Hilfsgüter kümmert.

In allen Einsatzländern in der Region ist die Anspannung groß. Menschen leben in Angst und Unsicherheit. Für verschiedene Szenarien haben wir auch Teams in der Autonomen Region Kurdistan im Irak, Armenien und an der türkischen Grenze zum Iran.

Fragen und Antworten

Wichtigste Fragen und Antworten zur aktuellen Situation im Nahen Osten.

Wie ist die aktuelle Lage im Nahen Osten?

Im Nahen Osten ist die Lage angespannt. Vor allem Menschen im Iran und Libanon sind von direkten Angriffen betroffen. Es kommt aber auch zu Bombardierungen in anderen Ländern. Die Sperre von Lufträumen und die Blockade von Seewegen sorgt in der ganzen Region zu Versorgungsengpässen.

Die Eskalation des Konflikts sorgt für große Angst unter den Betroffenen. Allein im Libanon müssen hunderttausende Menschen ihr Zuhause verlassen. Aber auch in anderen Ländern herrscht große Unsicherheit.

Was beobachten unsere Teams vor Ort?

Kurz nach der Eskalation des Konflikts haben unsere Teams im Libanon beobachtet, wie große Menschenmengen wegen Bombardierungen und Evakuierungsaufrufen vertrieben wurden. Auch viele unserer Mitarbeiter:innen sind davon betroffen.

In der gesamten Region sind Menschen verunsichert und haben Angst. Die humanitären Bedürfnisse steigen. Zusätzlich wird durch die Eskalation des Konflikts der Zugang zu medizinischer Versorgung schwieriger.

Was brauchen die Menschen im Nahen Osten gerade?

Die Menschen in den betroffenen Ländern brauchen vermehrt humanitäre und medizinische Hilfe. Vor allem wenn sie von Vertreibung, psychologischen Belastungen und fehlender Gesundheitsversorgung betroffen sind.

Vertriebenen fehlt oft die nötigste Versorgung mit sauberem Wasser, Hilfsgütern, Lebensmitteln und genereller Gesundheitsversorgung. Außerdem ist psychologische und psychiatrische Hilfe wichtig.  

Wir helfen mit Hilfslieferungen und bringen über mobile Kliniken Hilfe direkt zu den Menschen. Wir unterstützen bestehende Gesundheitseinrichtungen, um den wachsenden Bedarf zu decken. 

Wie hilft Ärzte ohne Grenzen?

Wir sind bereits seit 1976 in der Region und haben ein dichtes Netz an Hilfsprojekten. Wir haben über 5.000 Mitarbeiter:innen in sieben Ländern. Allein 2024 haben wir in etwa 70 Projekten im Nahen Osten:

  • über 2,6 Millionen ambulante Behandlungen durchgeführt
  • fast 75.000 Geburten unterstützt
  • mehr als 221 Millionen Liter Wasser verteilt

Unsere Arbeit in den betroffenen Ländern läuft so gut wie möglich weiter und wir bauen unsere Kapazitäten aus. Im Libanon haben wir einen großangelegten Noteinsatz gestartet. Wir helfen Betroffenen mit Gesundheitsversorgung, psychologischer Unterstützung und liefern Hilfsgüter und sauberes Wasser.

Was kann ich tun?

Um unsere Arbeit zu unterstützen und den Menschen in Nahost zu helfen, sind Spenden der beste Weg.

Nur durch private Spenden können wir schnell, unabhängig und unparteiisch auf den Bedarf der Betroffenen reagieren. Wenn eine Krise ausbricht, sind wir dank ihrer Hilfe bereits vor Ort.

Zweckunabhängige Spenden sind für uns wichtig, um flexibel auf die Situation und die Bedürfnisse reagieren zu können. Das ist vor allem notwendig, wenn die Lage unsicher ist und sich schnell ändern kann, wie aktuell im Nahen Osten. 

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Unsere Arbeit in betroffenen Ländern