3. Dezember 2025: Jonglei, Südsudan
Unsere Gesundheitseinrichtung in der Stadt Pieri im Bundesstaat Jonglei wird bei einem Luftangriff getroffen. Unsere Teams entdecken Einschusslöcher, nachdem ein Kampfhubschrauber das Gebiet verlassen hat. Unsere Kolleg:innen und Patient:innen wurden nicht verletzt.
Jeden Tag werden Gesundheitseinrichtungen weltweit angegriffen. Allein 2025 gab es über 1.300 Angriffe mit fast 2.000 Toten. Dabei werden Patient:innen in ihren Betten getötet oder medizinisches Personal bei der Rettung von Verwundeten attackiert.
Das humanitäre Völkerrecht verpflichtet alle Konfliktparteien, Zivilist:innen zu schützen und medizinische Einrichtungen und ihr Personal zu achten. Außerdem muss der Zugang zu humanitärer Hilfe in Konfliktgebieten ermöglicht werden. Denn jeder Mensch hat das Recht, Hilfe zu bekommen.
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Medizinische Hilfe darf kein Angriffsziel sein. Niemals.
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Die Liste, die es nicht geben sollte
Die Angriffe auf unsere Einrichtungen, Kolleg:innen sowie Patient:innen nehmen zu. Diese Liste zeigt nur einen Teil der Attacken, die unsere Hilfseinsätze seit November 2023 getroffen haben.
Nach einem Angriff können wir unsere Arbeit erst wieder aufnehmen, wenn die Sicherheit unserer Patient:innen und Teams gewährleistet ist.
Zudem muss eine unabhängige und unparteiische Untersuchung des Vorfalls erfolgen.
10. November 2025: Hermel, Libanon
Es kommt zu einem Drohnenangriff direkt vor unserer Klinik in Hermel. Der Angriff zerschmettert die Fenster und löst Panik unter unseren Patient:innen und Kolleg:innen aus. Zum Glück wurde niemand verletzt.
2. Oktober 2025: Deir al Balah, Gaza
Einer unserer Mitarbeiter:innen wird bei einem Angriff der israelischen Streitkräfte getötet; vier Kolleg:innen schwer verletzt. Der Angriff ereignet sich auf dem Weg in unser Feldkrankenhaus in Deir al Balah, Gaza. Alle Mitarbeitenden tragen Westen von Ärzte ohne Grenzen, die sie eindeutig als humanitäre Helfer:innen ausweisen.
26. September 2025: Gaza-Stadt
Die israelische Militäroffensive in Gaza-Stadt weitet sich aus. Anhaltende Luftangriffe und vorrückende Panzer sind weniger als einen Kilometer von unseren Gesundheitseinrichtungen entfernt. Das Risiko von Angriffen ist zu hoch, und zwingt uns unsere medizinischen Aktivitäten in Gaza-Stadt auszusetzen.
16. August 2025: Zalingei, Sudan:
Bewaffnete sind gewaltsam in das Krankenhaus in Zalingei in der Region Zentral-Darfur eingedrungen. Gegen 22:00 Uhr detoniert eine Handgranate vor der Notaufnahme und tötet eine Person. Fünf weitere Menschen werden verletzt.
29. Juli 2025: Yei, Südsudan
Während einer Evakuierung wird unser Teamleiter aus einem klar gekennzeichneten Konvoi entführt. Er wird wenige Stunden später freigelassen. Wegen der anhaltenden Gewalt setzen wir alle Aktivitäten in der Region für mehrere Wochen aus.
25. Juli 2025: Morobo, Südsudan
Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsministeriums wird aus einem unserer Krankenwagen entführt. Am nächsten Tag wird sie freigelassen.
13. Mai 2025: Khan Younis, Gaza
Das Europäische Krankenhaus wird angegriffen. Es ist das letzte funktionierende Krankenhaus in Gaza, das Krebsbehandlungen ermöglicht. Es fällt nach dem Angriff aus.
Am selben Tag wird das Nasser-Krankenhaus von einem Luftangriff getroffen. Zwei Menschen sterben, zwölf werden verletzt.
3. Mai 2025: Old Fangak, Südsudan
Unser Krankenhaus wird von zwei Kampfhubschraubern angegriffen: Ein Bombeneinschlag zerstört unsere Apotheke. Das Krankenhaus ist das einzige in der Region und versorgt mehr als 110.000 Menschen.
14. April 2025: Ulang, Südsudan
Dutzende Bewaffnete dringen in unser Krankenhaus und Büro ein. Sie stehlen medizinische Geräte, bedrohen Mitarbeitende und zerstören das Gebäude. Es war die einzige Gesundheitseinrichtung im Umkreis von 200 Kilometern.
7. April 2025: Deir Al-Balah, Gaza
Unsere Teams und Patient:innen sitzen im provisorischen Krankenhaus fest, weil Raketen in unmittelbarer Nähe fallen.
4. auf 5. April 2025: Goma, Demokratische Republik Kongo
In der Nacht dringen etwa 20 Bewaffnete in das Kyeshero-Krankenhaus ein und eröffnen das Feuer. Eine Person wird getötet, drei verletzt, zwei Krankenhausangestellte schwer misshandelt.
24. März 2025: Khan Younis, Gaza
Die chirurgische Abteilung des Nasser-Krankenhauses, in der wir arbeiten, wird angegriffen. Zwei Menschen sterben, mehrere werden verletzt.
15. März 2025: Port-au-Prince, Haiti
Während wir unser Personal aus dem Krankenhaus in Turgeau evakuieren, werden vier Fahrzeuge beschossen. Mehrere Mitarbeitende erleiden leichte Verletzungen.

2. März 2025: Rafah, Gaza
Vor dem Eingang der Al-Shaboura-Klinik wird ein Mann erschossen. Danach fallen Schüsse in der Nähe der Klinik, eine Kugel schlägt ins Gebäude ein. Unsere Teams bringen sich in Sicherheit.
1. März 2025: Charkiw, Ukraine
Ein Krankenhaus, mit dem wir zusammenarbeiten, wird angegriffen. Vier Patient:innen werden verletzt, über 50 evakuiert.
24. Februar 2025: Nord-Darfur, Sudan
Nach gezielten Angriffen auf das Geflüchtetenlager Samsam sind wir gezwungen, unsere Einsätze im Lager einzustellen.
20. Februar 2025: Nord-Kivu, Demokratische Republik Kongo
Ein Teammitglied wird bei Schüssen auf unserem Gelände neben dem Krankenhaus in Masisi getötet. Erst am Vortag wurden zwei unserer Mitarbeitenden verletzt, als eine Rakete unsere Garage nahe dem Krankenhaus in Masisi trifft. Wir erinnern an die Einhaltung des internationalen humanitären Völkerrechts.
20. Jänner 2025: Nord-Kivu, Demokratische Republik Kongo
Zwei Mitarbeitende von Ärzte ohne Grenzen erlitten bei dem jüngsten Vorfall leichte Verletzungen, als eine Rakete die Garage der Hilfsorganisation traf. Eine weitere Rakete schlug in der Nähe des Krankenhauses ein. Darüber hinaus wurden das Spital und eine Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen von Schüssen getroffen.
15. Jänner 2025: Oberer Nil, Südsudan
Unser Team wird nach einer Materiallieferung beschossen. Eine Person wird verletzt, das Team flieht schwimmend ans Ufer.
10. Jänner 2025: Nord-Darfur, Sudan
Unser Krankenwagen wird beschossen, während wir eine schwangere Frau in kritischem Zustand transportieren. Ein Angehöriger der Patientin stirbt.
18. Dezember 2024: Khartum, Sudan
Bewaffnete stürmen die Notaufnahme des Bashair-Krankenhauses, das wir unterstützen, schießen und bedrohen das medizinische Personal. Aus Sicherheitsgründen müssen wir unsere Arbeit im Krankenhaus vorübergehend aussetzen.
10. Dezember 2024: Saporischschja, Ukraine
Unser Ambulanzteam bringt Patient:innen in ein Krankenhaus, als dieses plötzlich bombardiert wird. Acht Menschen sterben, 22 werden verletzt. Unser Team bleibt unverletzt.
3. Dezember 2024: Tubas, Westjordanland
Israelische Streitkräfte eröffnen das Feuer im Bereich des Turkish Hospital, das wir unterstützen. Fünf Mitarbeitende werden festgenommen, einer verletzt.
18. November 2024: Port-au-Prince, Haiti
Unsere Mitarbeiter:innen werden von einem Polizisten in Zivil bedroht, der sagt, dass die Polizei nächste Woche damit beginnen werde, unsere Mitarbeiter:innen, Patient:innen und Krankenwagen zu erschießen und zu verbrennen. Die Arbeit in Port-au-Prince wird eingestellt.
17. November 2024: Port-au-Prince, Haiti
Ein Krankenwagen, der einen Patienten transportiert, wird von einem SWAT-Team angehalten, das droht, den Patienten auf der Stelle zu töten. Nach intensiven Verhandlungen durfte der Krankenwagen seine Fahrt zu unserem Krankenhaus fortsetzen.
16. November 2024: Port-au-Prince, Haiti
Unser Fahrer wird von Polizist:innen in Zivil verbal angegriffen. Sie warnen ihn vor künftigen Angriffen auf unsere Krankenwagen.
11. November 2024: Port-au-Prince, Haiti
Einer unserer Krankenwägen wird vor dem Krankenhaus in Drouillard angegriffen. Zwei Patient:innen werden hingerichtet und unsere Mitarbeiter:innen aus dem Fahrzeug gezwungen.
9. November 2024: Deir al-Balah, Gaza
Das Gebiet rund um das Al-Aqsa-Krankenhaus wird bombardiert. Zwei Menschen werden getötet. Es ist der achte Angriff auf das Krankenhaus seit März 2024.
25. Oktober 2024: Dnipro, Ukraine
Das Mechnikov-Krankenhaus - eine der größten medizinischen Einrichtungen der Ukraine - wird bei einem Angriff getroffen. 21 Menschen werden verletzt und fünf sterben, darunter ein Kind.
19. Oktober 2024: Nord-Gaza
Die drei wichtigsten Krankenhäuser werden belagert und angegriffen. Mehr als 350 Patient:innen sind in den Krankenhäusern eingeschlossen, darunter schwangere Frauen und frisch operierte Patient:innen, die dringend weitere medizinische Versorgung benötigen.
14. Oktober 2024: Nampala, Mali
Unser Team wird während eines medizinischen Einsatzes angegriffen und ausgeraubt. Wir müssen unsere Arbeit in Nampala vorübergehend einstellen.
7. Oktober 2024: Deir al-Balah, Gaza
Das Gebiet um das al-Aqsa-Krankenhaus wird bombardiert. Dabei werden acht Menschen verletzt.
5. Oktober 2024: Nabatiyeh, Libanon
Ein Krankenhaus, das von uns mit Medikamenten und Ausrüstung unterstützt wird, wird von einem Luftangriff getroffen.
24. September 2024: Yei, Südsudan
Eines unserer Teammitglieder wird mit Waffengewalt entführt. Wir sind gezwungen, unsere medizinische Arbeit einzustellen.
5. September 2024: Deir al-Balah, Gaza
Ein Luftangriff trifft die Gegend um das Al-Aqsa-Krankenhaus. Vier Menschen werden getötet, 16 verletzt.
3. September 2024: Port-au-Prince, Haiti
Unser Krankenwagen wird von der Polizei gestoppt und eine Stunde lang festgehalten. Der Patient stirbt, bevor der Krankenwagen das Krankenhaus erreicht.
28. August 2024: Jenin, Westjordanland
Das Khalil Suleiman-Krankenhaus wird von Militär umstellt. Wasser und Strom fallen aus und die Dialysebehandlungen müssen ausgesetzt werden.
14. August 2024: El Fasher, Sudan
Das saudische Krankenhaus in El Fasher wird bombardiert. Der Operationssaal, die Geburtenstation und Büros werden zerstört. Fünf Menschen werden verletzt, einer getötet. Nach dem Angriff sind Teile des Krankenhauses außer Betrieb.
11. August 2024: El Fasher, Sudan
Die chirurgische Abteilung des saudischen Krankenhauses wird bei einem Bombenangriff getroffen. Eine Pflegekraft wird getötet und fünf weitere Personen verletzt, während auch die Entbindungsstation beschädigt wird. Darüber hinaus werden mehrere Büros des Krankenhauses getroffen und eine Pflegerin wird verletzt.
Juli 2024: Djibo, Burkina Faso
Unsere Büros und mehrere von uns unterstützte Erinrichtungen werden wiederholt angegriffen.
29. Juli 2024: El Fasher, Sudan
Zwei Bomben treffen auf das saudische Krankenhaus in El Fasher. Drei Menschen werden getötet und 25 verletzt.
Juni 2024: Rakhine, Myanmar
Unsere Büros und medizinischen Lager in den Gebieten Buthidaung, Maungdaw und Rathedung werden niedergebrannt. Wir sind gezwungen, unsere Aktivitäten einzustellen.
27. Juni 2024: El Fasher, Sudan
Eine Bombe schlägt auf dem Gelände des saudischen Krankenhauses ein. Fensterscheiben zerbrechen und der Wassertank wird beschädigt.
21. Juni 2024: El Fasher, Sudan
Die Apotheke des saudischen Krankenhauses wird von Granaten getroffen. Eine Apothekerin wird während ihrer Schicht getötet und das Gebäude beschädigt.
8. Juni 2024: El Fasher, Sudan
Soldaten stürmen das South Hospital, eröffnen das Feuer und stehlen Ausrüstung und einen Krankenwagen. Unsere Mitarbeiter:innen und Patient:innen können fliehen.
3. Juni 2024: El Fasher, Sudan
Das South Hospital wird beschossen. Ein Patient wird getötet, ein weiterer verletzt. Der Wassertank wird zerstört, wodurch die Versorgung des Krankenhauses mit sauberem Wasser erheblich eingeschränkt wird.
26. Mai 2024: El Fasher, Sudan
Eine Granate trifft das South Hospital und verletzt drei Menschen, während Splitter der Explosion die Fenster des Kreißsaals und des Krankenwagens zerbrechen. Drei weitere Granaten schlagen außerhalb des Krankenhauses ein.
25. Mai 2024: El Fasher, Sudan
Eine Granate schlägt auf die Geburtshilfe des South Hospital ein, tötet eine Person und verletzt acht Patient:innen und deren Angehörige.

11. Mai 2024: El Fasher, Sudan
Das Kinderkrankenhaus in El Fasher wird von einem Luftangriff getroffen. Das Dach der Notaufnahme stürzt ein und zwei Kinder sterben.
5. April 2024: Pokrowsk, Ukraine
Ein Raketenangriff trifft unser Büro in Pokrowsk in der Region Donetsk. Das Gebäude wird vollständig zerstört, fünf Menschen werden verletzt, darunter auch unsere Mitarbeiter:innen.
6. März 2024: Drodro, Provinz Ituri, Demokratische Republik Kongo
Ein von uns unterstütztes Krankenhaus wird geplündert. Ein Patient wird tot in seinem Krankenhausbett aufgefunden.
14. Februar 2024: Khan Younis, Gaza
Das Nasser-Krankenhaus wird beschossen und die orthopädische Abteilung getroffen. Eine Person wird getötet, acht werden verletzt.
17. Dezember 2023: Khan Younis, Gaza
Die Geburtenstation des Nasser-Krankenhauses wird bei Angriffen getroffen. Ein 13-jähriges Mädchen wird getötet, viele weitere Personen verletzt.
20. November 2023: Selydove, Ukraine
Raketen treffen das Krankenhaus in Selydove in der Region Donetsk. Drei Mitarbeiter:innen des medizinischen Personals werden getötet, acht verletzt.
18. November 2023: Gaza-Stadt, Gaza
Unser Evakuierungskonvoi, der das Al-Shifa Krankenhaus verlässt, wird beschossen. Zwei Menschen werden getötet.

Wir setzen alles daran, weiter zu helfen – auch unter schwierigsten Bedingungen. Jeder Einsatz in Konfliktregionen erfordert medizinisches Material, Notfallausrüstung sowie geschulte und mobile Teams. Auch wenn Kliniken zerstört sind, ist es uns so möglich, dringend benötigte Hilfe zu leisten.
Humanitäre Hilfe braucht Schutz
Das humanitäre Völkerrecht – insbesondere die Genfer Konventionen – verpflichtet Konfliktparteien dazu, Zivilist:innen, medizinische Einrichtungen und ihr Personal zu schützen. Zudem muss allen Menschen Zugang zu humanitärer Hilfe in Konfliktgebieten gewährt werden.
Wenn Konfliktparteien sich nicht daran halten, wird es gefährlich: Für humanitäre Helfer:innen genauso wie für Kranke, Verletzte, Schwangere oder Kinder. Denn wenn Hilfe nicht mehr möglich ist, bleiben die Menschen ohne lebensrettende Gesundheitsversorgung. Das darf nicht sein!
Unsere Forderungen
- Wir fordern, dass das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt eingehalten wird. Krankenhäuser dürfen keine Zielscheiben sein. Ärzt:innen, Pflegekräfte und Patient:innen müssen geschützt werden – jederzeit.
- Verstösse gegen das humanitäre Völkerrecht müssen unabhängig aufgeklärt und konsequent verfolgt werden. Diese Angriffe dürfen wir nicht hinnehmen. Niemals.
Bericht: Medizinische Versorgung im Fadenkreuz
Im neuen Bericht "Medical care in the crosshairs" haben wir aktuelle Daten zu weltweiten Angriffen auf medizinische Einrichtungen gesammelt. Er zeigt, dass es 2025 einen deutlichen Anstieg an Angriffen gab - vor allem von staatlichen Akteuren.
- Bei über 1.300 Angriffen im Jahr 2025 wurden fast 2.000 Menschen getötet.
- Am meisten Tote gab es im Sudan mit 1.620, die meisten Angriffe in der Ukraine mit 577, dicht gefolgt von 449 in Gaza.
- 81% der Angriffe 2024 waren von staatlichen Akteuren.
- 98% aller getöteten und 96% der verletzten sind lokale Mitarbeiter:innen.
Neben der Zahl der Taten ändert sich auch das Narrativ. Während früher von "unabsichtlichen" Angriffen die Rede war, werden sie mittlerweile sogar gerechtfertigt. Interpretationsspielräume im Völkerrecht werden ausgenutzt und der Schutzstatus von medizinischen Einrichtungen angezweifelt.