Unsere Hilfe in Myanmar

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2016 die medizinische Hilfe in Myanmar gemeinsam mit dem Ministerium für Gesundheit und Sport fort. In einigen Regionen musste die Arbeit aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden.

Unsere Hilfe in Myanmar im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen blieb im Rahmen der Hilfe in Myanmar der wichtigste HIV-Gesundheitsanbieter in Darwei, Region Tanintharyi. Die Teams behandelten im Jahr 2016 insgesamt 2.355 HIV-Infizierte und fokussierten sich dabei auf Hochrisikogruppen wie Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen, Männer, die Sex mit Männern haben, sowie Migranten und Migrantinnen. Sie unterstützten die Behörden bei der Dezentralisierung des Behandlungsangebots. Im Verlauf des Jahres wurden 742 stabile Patienten und Patientinnen zur Weiterversorgung an die Behörden überwiesen. Zudem verbesserte Ärzte ohne Grenzen die Diagnosekapazität durch die Einführung eines Geräts, welches die Viruslast erkennt. Diese umfasste auch die Behandlung von HIV-Patienten und Patientinnen, die unter Begleiterkrankungen wie Tuberkulose, der viralen Augenerkrankung CMV-Retinitis oder Hepatitis-C litten. 2016 begannen einige Menschen mit Hepatitis-C eine günstigere und wirksamere orale Behandlung in Dawei und Rangun.
  • Da sich die politische Situation in der Region Wa Special 2 im Shan-Staat verschlechterte, waren die Arbeitsbedingungen für Ärzte ohne Grenzen nicht mehr sicher genug und die Aktivitäten mussten eingeschränkt werden. In den entlegenen Townships Pang Yang und Lin Haw hingegen gaben die Teams mehr als 9.000 Konsultationen in Gesundheitszentren und mobilen Kliniken. Zudem unterstützten sie Impfkampagnen der Gesundheitsbehörden. Ebenfalls im Shan-Staat beteiligte sich Ärzte ohne Grenzen zwischen Januar und März 2016 an einer Auffrischungs-Impfkampagne der Behörden für 10.951 Kinder im Township Lahe, Region Sagaing. Die Kinder wurden gegen eine Reihe von Krankheiten immunisiert, wie Polio, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern, Hepatitis-B und Haemophilus influenzae Typ B.
  • Im Rahmen der Hilfe in Myanmar versorgte Ärzte ohne Grenzen in zwei Kliniken in Rangun 16.869 Menschen, die unter HIV, Tuberkulose (TB) oder multiresistenter Tuberkulose litten. Zudem wurde der erste Patient mit extrem resistenter Tuberkulose innerhalb des „Stop-TB“-Programms behandelt.
  • In der zweiten Jahreshälfte wurden die Konflikte in den Staaten Kachin und im Norden von Shan intensiver, wodurch der Zugang zu Klinken erschwert wurde. In Kachin versorgte Ärzte ohne Grenzen rund 11.020 Patienten und Patientinnen, die unter HIV, TB oder multiresistenter Tuberkulose litten. Die Teams hielten auch 68 psychologische Konsultationen in einem Lager für Vertriebene ab. Im Rahmen der Hilfe in Myanmar behandelten sie in Shan 4.628 Menschen mit HIV und multiresistenter Tuberkulose. Ein mobiles Team gab im Norden des Staates rund 900 basismedizinische Konsultationen.
  • Die Angriffe auf die Grenzpolizei im nördlichen Rakhaing-Staat führten zu einem vollständigen Abbruch der humanitären Hilfe, wodurch tausende Menschen mehr als zwei Monate lang ohne Zugang zu basismedizinischer Hilfe blieben. Im ersten Vierteljahr 2016 hielt Ärzte ohne Grenzen nur rund 2.000 Konsultationen ab. Zum Vergleich: Der monatliche Durchschnitt lag zuvor bei etwa 15.000 Sprechstunden. Überweisungen in Krankenhäuser konnten ebenso nicht vorgenommen werden. Mitte Dezember 2016 durfte das Programm teilweise wieder anlaufen, allerdings lokal eingeschränkt. Kontrollposten erschwerten den Menschen den Zugang zu fachmedizinischer und akuter medizinischer Versorgung. Dies betraf vor allem die Rohingyas, die zu einer muslimischen Minderheit im Land gehören. Die Hilfe in Myanmar wurde auch dadurch beeinträchtigt, dass die Bewegungsfreiheit des internationalen Personals von Ärzte ohne Grenzen eingeschränkt wurde und somit weder die Teams vor Ort unterstützt werden konnten, noch Aufklärung über die dringenden humanitären Bedarfe in der Region betrieben werden konnte.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe in Myanmar an.

Quelle: International Activity Report 2016

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Myanmar wurde im Jahr 2016 mit insgesamt 200.000 Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

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