Unsere Hilfe in Myanmar

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2017 die medizinische Hilfe in Myanmar fort, auch wenn Hilfsorganisationen der Zugang zu den Bedürftigen zunehmend verweigert wurde. 

Unsere Hilfe in Myanmar im Einzelnen (Auszug):

  • Humanitäre Hilfe in Myanmar war im Jahr 2017 umso wichtiger - bewaffnete Konflikte, Vertreibungen, Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Staatenlosigkeit führten zu einer Krise. Die Ergebnisse von sechs Befragungen, die Ärzte ohne Grenzen in Flüchtlingslagern in Bangladesch durchgeführt hatte, ergaben dass das myanmarische Militär völlig ungemessen auf Angriffe auf Polizeistationen im August 2017 reagierte. Allein in einem Monat wurden konservativen Schätzungen zufolge mindestens 6.700 Rohingya in Myanmar getötet, darunter 730 Kinder unter fünf Jahren. Mehr als 660.000 Menschen flohen bis zum Jahresende nach Bangladesch. Als einige Dörfer völlig niedergebrannt wurden, zerstörten die Flammen auch vier Kliniken von Ärzte ohne Grenzen. Die Hilfe im nördlichen Bundesstaat Rakhine wurde ab August bis zum Jahresende eingeschränkt, da internationalen Mitarbeitern von Hilfsorganisation ein Arbeitsverbot auferlegt wurde. Im September 2017 rief Ärzte ohne Grenzen die Regierung von Myanmar öffentlich auf, internationalen humanitären Organisationen unabhängigen und uneingeschränkten Zugang zu ermöglichen.

  • Bis August 2017 leistete Ärzte ohne Grenzen umfangreiche Hilfe in Myanmar: Die Teams boten basismedizinische Hilfe und reproduktive Gesundheitsversorgung in Gesundheitszentren und mit mobilen Kliniken im Bezirk Maungdaw an. Sie unterstützten ebenso die öffentlichen Krankenhäuser in Maungdaw und Buthidaung bei der HIV-Versorgung. Die Teams hielten mehr als 36.000 medizinische Konsultationen ab und überwiesen 1.043 Patienten und Patientinnen. In den Städten Sittwe und Pauktaw sowie in ihrer Umgebung leistete Ärzte ohne Grenzen Basismedizin und bot reproduktive Gesundheitsversorgung an. Notfälle wurden mithilfe mobiler Kliniken versorgt, die Dörfer und fünf Vertriebenenlager anfuhren. In den Camps hielt Ärzte ohne Grenzen durchschnittlich 1.820 Konsultationen monatlich ab. Bis zum Jahresende erhielt Ärzte ohne Grenzen keine Arbeitserlaubnis. Gleichzeitig flohen Tausende Rohingya über die Grenze nach Bangladesch. Nur sehr wenige Organisationen erhielten die Genehmigung im Bundesstaat Rakhine tätig zu werden.

  • Es kam erneut zu Konflikten in den Bundesstaaten Kachin und Shan, in denen rund 100.000 Vertriebene lebten. Im Rahmen der Hilfe in Myanmar behandelte Ärzte ohne Grenzen dort 16.586 Menschen mit HIV und 504 Patienten und Patientinnen mit Tuberkulose (TB), darunter 28 mit multiresistenter TB.

  • In Rangun versorgte Ärzte ohne Grenzen in zwei Kliniken Patienten und Patientinnen mit HIV und TB. Das Team startete die Behandlung von 21 Personen mit extensiv resistenter TB. Außerdem erhielten 42 HIV-Positive eine Therapie für multiresistente TB und 194 Personen für Hepatitis C.

  • In Dawei, Region Tanintharyi, umfasste die Hilfe in Myanmar die Betreuung einer Klinik und die Unterstützung eines Krankenhauses, um die HIV-Versorgung zu dezentralisieren. Ärzte ohne Grenzen war zuständig für die Viruslasttests aller HIV-Patienten und Patientinnen in der Region Thanintharyi und kooperierte mit den Gemeinden, um möglichst frühzeitig HIV-positive Menschen behandeln zu können. Die Teams boten auch eine Behandlung von TB und Hepatitis C an.

  • Aufgrund der sich verschlechternden politischen Lage und der Unsicherheit für das internationale Personal von Ärzte ohne Grenzen wurden die medizinischen Aktivitäten in der Region 2 Wa Spezial Mitte des Jahres beendet. Zuvor hatten die Teams mehr als 2.430 Konsultationen in Gesundheitszentren und mit mobilen Kliniken abgehalten. Im Rahmen der Hilfe in Myanmar begannen sie zudem ein neues basismedizinisches Projekt in Naga, einer der entlegensten Regionen des Landes.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe in Myanmar an.

Quelle: International Activity Report 2017

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Myanmar wurde im Jahr 2017 mit insgesamt 500.000 Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

 

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