Unsere Hilfe in Myanmar

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2018 die medizinische Hilfe in Myanmar fort, obwohl die Regierung den Hilfsorganisationen den Zugang zu Konfliktgebieten und Zwangsvertriebenen verweigerte und damit die medizinische Hilfe im Land stark einschränkte.

Unsere Hilfe in Myanmar im Einzelnen (Auszug):

  • Humanitäre Hilfe in Myanmar war im Jahr 2018 insbesondere im nördlichen Bundesstaat Rakhine schwierig: Nur wenige Hilfsorganisationen erhielten Zugang zu der Region und noch weniger durften dort Hilfe leisten. Trotz mehrerer Anträge erhielt unser Team in Maungdaw keine Erlaubnis, die medizinischen Aktivitäten wiederaufzunehmen. Genehmigt wurden ab Juli nur einige HIV-Beratungen in zwei Regierungskrankenhäusern.
     
  • Unsere mobilen Teams in Sittwe, Zentral-Rakhine, setzten die basismedizinische Hilfe in Myanmar fort und überwiesen Notfälle aus allen Gemeinden an Referenzkrankenhäuser. Im Jahr 2018 betreuten wir ein neues psychologisches Programm. Die Teams besuchten wöchentlich die Lager im Township Pauktaw, wo die muslimischen Minderheiten der Kaman und Rohingya seit 2012 festgehalten wurden, nachdem sie zwangsvertrieben worden waren.  Wir leisteten ebenso psychologische Hilfe in Aung Mingalar, einem geschlossenen muslimischen Ghetto in der Stadt Sittwe sowie in den Townships von Sittwe und Ponnagyun. Ärzte ohne Grenzen war besorgt über die medizinische Versorgung und Lebensbedingungen derjenigen Rohingya, die noch in Rakhine lebten. Im August wiederholten wir daher unsere Forderung an die Behörden, internationalen Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zu gewähren und unabhängige Bedarfsanalysen vorzunehmen.
     
  • Ärzte ohne Grenzen setzte 2018 auch die Hilfe für HIV-Infizierte in Myanmar fort. Die Teams unterstützten die Behörden dabei, Patientinnen und Patienten an das dezentralisierte Nationale AIDS-Programm zu überweisen, so dass sie näher an ihren Wohnorten versorgt werden konnten. Dazu gehörten auch Patientinnen und Patienten, die wegen Koinfektionen wie Hepatitis C, herkömmlicher oder multiresistenter Tuberkulose behandelt wurden. Die Patienten und Patientinnen wurden aus unseren Projekten in den Bundesstaaten Rangun, Shan, Kachin und Dawei überwiesen - allein aus Rangun waren dies mehr als 6.000 Patientinnen und Patienten. Dies ermöglichte es unseren Teams, sich auch auf andere Aktivitäten zu konzentrieren, um die HIV-Ausbreitung zu verhindern. Sie fokussierten dabei besonders auf gefährdete Gruppen wie beispielsweise Fischergemeinden, Migranten und Migrantinnen, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sowie Drogengebrauchende. Im Dezember behandelten wir insgesamt 2.270 Patientinnen und Patienten in Dawei, die mit HIV lebten. Seit 2017 führten die Teams dort zudem Reihenuntersuchungen zu Hepatitis C durch und behandelten bei Bedarf. Fast 90 Prozent der Patienten und Patientinnen, die gleichzeitig an Hepatitis C erkrankt waren, wurden mit sofortwirksamen antiviralen Medikamenten behandelt.
     
  • In Naga, Region Sagaing, leistete Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Myanmar basismedizinische Unterstützung und hielt 8.500 medizinische Konsultationen ab.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe in Myanmar an.

Quelle: International Activity Report 2018

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Myanmar wurde im Jahr 2018 mit insgesamt 400.000 Euro aus Österreich unterstützt - Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

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