Medikamentenkampagne

Jedes Jahr sterben Millionen Menschen in ärmeren Ländern an behandelbaren Krankheiten, weil sie sich lebensnotwendige Medikamente nicht leisten können oder es keine wirksamen Arzneimittel gibt.

Ärzte ohne Grenzen engagiert sich für den verbesserten Zugang zu – und die Entwicklung von – neuen Medikamenten, Diagnostika und Impfstoffen für Patienten und Patientinnen in diesen Ländern. Viele Medikamente – zum Beispiel zur Behandlung von HIV/AIDS – sind unerschwinglich für Betroffene oder Regierungen in ärmeren Ländern.

Ein Grund dafür ist, dass der wachsende Patentschutz in ärmeren Ländern die Preise in die Höhe treibt und Wettbewerb verhindert. Denn Patente verleihen den Originalpräparatherstellern ein Marktmonopol von 20 Jahren. Preise für lebensverlängernde HIV-Medikamente konnten beispielsweise in wenigen Jahren durch mehr Wettbewerb um 99 Prozent gesenkt werden. Das heutige Anreizsystem für medizinische Forschung und Entwicklung hat erhebliche Defizite. Forschung wird primär von kommerziellem Nutzen bestimmt und nicht von gesundheitlichen Prioritäten. Da manche Krankheiten vor allem in ärmeren Ländern vorkommen, in denen die Unternehmen keine ausreichenden Gewinnmöglichkeiten sehen, investieren diese kaum in die Forschung.

Von allen zwischen den Jahren 2000 und 2011 neu entwickelten und zugelassenen Wirkstoffen richtete sich nur ein Prozent gegen so genannte vernachlässigte Krankheiten wie die Schlafkrankheit, Kala Azar oder Chagas. Dabei betreffen diese vor allem in ärmeren Ländern jährlich rund 1 Milliarde Menschen.

Aus unserer Sicht darf nicht die Brieftasche über Leben und Tod entscheiden!

Die Medikamentenkampagne übt daher Druck auf die Verantwortlichen in Forschung, Politik und Wirtschaft aus, um den Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten zu verbessern.

Information zur Kampagne für bezahlbaren Impfstoff

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