IRAK

Ärzte ohne Grenzen startet medizinische Aktivitäten an der irakisch-syrischen Grenze

Binnen weniger Tage sind mehr als 5.300 Syrerinnen und Syrer in den Irak geflohen. Ärzte ohne Grenzen hat darauf umgehend reagiert und ist mit zwei mobilen  Kliniken im Einsatz . Die medizinische Nothilfeorganisation bereitet sich auf das Ankommen weiterer Flüchtlinge vor.

Weiterhin fliehen Menschen vor dem Konflikt im Nordosten Syriens in den Irak. Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) hat am Samstag medizinische Aktivitäten entlang der Grenze aufgenommen. Zudem prüft die medizinische Nothilfeorganisation den Bedarf an psychologischer Hilfe in einem Lager in der kurdischen Region des Iraks.

„An der Grenze zwischen Irak und Syrien haben wir unmittelbar nach dem Beginn der Bombardierungen in Nordostsyrien verschiedene Standorte für eine mögliche medizinische Intervention evaluiert. Darunter befanden sich Aufnahmezentren und Flüchtlingslager. Wir bewerten einen Standort aufgrund der bestehenden Infrastruktur sowie der bereits angebotenen Hilfeleistung und stimmen uns mit anderen Akteuren und Behörden ab. Dies erlaubt uns, den Bedürfnissen der ankommenden Menschen so schnell wie möglich gerecht zu werden, um relevante Aktivitäten durchführen zu können“, sagt Marius Martinelli, Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen betreiben nun zwei mobile Kliniken in einem Lager in Bardarash. Diese bieten medizinische Gesundheitsversorgung, psychologische Nothilfe sowie Untersuchungen in Hinblick auf Mangelernährung an. Die Teams bereiten sich auf eine steigende Zahl von Ankommenden vor.

Depressionen und Angstzustände

„Die Menschen, die wir in der Aufnahmeeinrichtung empfangen, befinden sich in einem relativ guten Gesundheitszustand. Bisher haben wir noch keine Patientinnen und Patienten behandelt, die Kriegsverletzungen aufweisen. Auch hat bisher niemand den Eindruck erweckt, unter Mangelernährung zu leiden. Allgemein gibt es eher geringe Gesundheitsprobleme. Die auftretenden Beschwerden sind vor allem mit dem langen Fußmarsch verbunden. Die Syrerinnen und Syrer leiden unter Hautverletzungen, Atemwegserkrankungen, leichtem Durchfall und Gliederschmerzen. Die meisten, die unser psychologisches Team an ihrem ersten Tag im Lager in Bardarash untersucht haben, weisen Symptome von Depression, Trauer und Angstzuständen auf“, fügt Martinelli hinzu.

Das Lager in Bardarash wurde ursprünglich eröffnet, um Menschen aufzunehmen, die 2014 aus Mossul flüchteten. 2018 wurde das Lager geschlossen, als sich die Situation in Mossul beruhigte und die Menschen wieder zurückkehren konnten. Letzte Woche öffnete es seine Tore erneut. Diesmal wurden syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Seit Beginn des Konflikts, haben mehr als 5.300 Syrerinnen und Syrer die Grenze zum Irak überquert. In den letzten sechs Tagen waren es täglich mehr als 500 Menschen. Die meisten unter ihnen stammen aus Ral-Al-Ayn und Quamishli.

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