Südsudan

Südsudan: Zivilisten in Wau Shilluk von medizinischer Nothilfe abgeschnitten

Durch den jüngsten Ausbruch der Kämpfe in und um die Städte Wau Shilluk und Malakal (Region Greater Upper Nile) sind viele der Menschen, die vor der Gewalt geflohen sind, von medizinischer Hilfe abgeschnitten. Die internationale medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) ruft alle Konfliktparteien dazu auf,  der Zivilbevölkerung Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und Nahrungsmitteln zu gewähren und sicherzustellen, dass medizinische Einrichtungen, Gesundheitspersonal und Transportmittel nicht angegriffen werden.

Der Großteil der 20.500 Einwohner von Wau Shilluk ist am 25. Jänner in den Busch geflohen, als Oppositionstruppen Granaten über den Nil schossen. Als drei Tage später der Markt von Wau Shillluk von einem Granatwerfer getroffen wurde, hat der restliche Teil der Bewohner die Stadt verlassen.

Konfliktparteien müssen medizinische Einrichtungen und Zivilbevölkerung respektieren

Auch medizinische Einrichtungen sind gefährdet. Am 26. Jänner kämpften die Konfliktparteien erneut mit schwerer Artillerie. Eine Granate landete gefährlich nahe der Klinik von Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Malakal, die auf dem Wau Sihlluk gegenüberliegenden Ufer des Nils liegt.

“Die Vertriebenen haben keinen Zugang zu medizinischer Notversorgung, sauberem Trinkwasser, Nahrung und Unterkünften. Das bereitet uns große Sorgen“, sagt Marcus Bachmann. Der Österreicher ist derzeit als Einsatzleiter im Südsudan. „Wir fordern beide Konfliktparteien auf, den Schutz medizinischer Einrichtungen zu respektieren und zu garantieren, dass die Zivilbevölkerung Zugang zu Gesundheitsversorgung hat. Ärzte ohne Grenzen beobachtet die Situation genau und überlegt, wie die Kranken und Verletzten am besten medizinisch versorgt werden können.“

Ärzte ohne Grenzen bleibt im Krankenhaus in Wau Shilluk, einem Spital in der Schutzzone in Malakal und einer Klinik in der Stadt Malakal, die mit neuem Material beliefert wurde, tätig. Die Kranken und Verwundeten um Wau Shilluk erreichen das Krankenhaus allerdings nur schwer. Auch die mobilen medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen kommen derzeit kaum in die gefährdeten Dörfer.

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