Syrien

Syrien: Al-Quds-Spital in Aleppo bei Luftangriff zerstört – mindestens 14 Tote

Gaziantep/Wien, 28. April 2016. Bei einem Luftangriff auf das Al-Quds-Krankenhaus in Aleppo im Norden Syriens sind mindestens 14 Menschen getötet worden, unter ihnen mindestens zwei Ärzte. Ärzte ohne Grenzen hatte das Krankenhaus seit dem Jahr 2012 unterstützt. Es war das wichtigste Referenzkrankenhaus für Kinderheilkunde der Region.

Nach Angaben von Mitarbeitern des Krankenhauses wurde das Gebäude von mindestens einem Luftschlag direkt getroffen und bis auf die Grundmauern zerstört. Weitere Luftschläge trafen Gebäude in der Umgebung des Krankenhauses.

Ärzte ohne Grenzen verurteilt diesen abscheulichen, gezielten Angriff auf eine weitere medizinische Einrichtung in Syrien aufs Schärfste“, sagt Muskilda Zancada, Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Syrien. „Der Angriff hat ein für Aleppo wichtiges Spital und das wichtigste Referenzkrankenhaus für Kinderheilkunde in der Region zerstört.“

Kritische Situation in der Stadt Aleppo

Die Situation in der Stadt Aleppo war bereits vor dem Angriff kritisch. Schätzungsweise 250.000 Menschen leben in der Stadt an der Frontlinie, in der in den vergangenen Wochen die Bombenangriffe und Kämpfe stark zugenommen haben und die Zahl der Todesopfer dramatisch gestiegen ist. Nur eine Straße führt in die nicht von der Regierung kontrollierten Gebiete, sollte diese blockiert werden, wäre die Stadt völlig belagert.

Während der vergangenen Woche wurden weitere medizinische Strukturen in Aleppo angegriffen und zerstört. Dabei wurden fünf Mitarbeiter der sogenannten syrischen Weißhelme (Syrian Civil Defense) getötet.

Spital seit 2012 unterstützt

Ärzte ohne Grenzen hat das Al-Quds-Krankenhaus seit dem Jahr 2012 mit medizinischem Material unterstützt und eine sehr enge Arbeitsbeziehung mit dem Team dort aufgebaut. „Was diese Tragödie umso schlimmer macht, ist die Tatsache, dass das Team von Al Quds unter diesen unvorstellbaren Bedingungen immer engagiert und überzeugt weitergearbeitet hat“, sagt Zancada.

Das Krankenhaus mit 34 Betten hatte eine Notaufnahme, einen Operationssaal sowie eine Abteilung für Geburtshilfe. Darüber hinaus verfügte es über eine ambulante und eine stationäre Abteilung sowie eine Intensivstation. Acht Ärzte und 28 Krankenpfleger arbeiteten in dem Krankenhaus.

Ärzte ohne Grenzen betreibt sechs medizinische Einrichtungen im Norden Syriens und unterstützt mehr als 150 Gesundheitszentren und Krankenhäuser im ganzen Land, viele davon in belagerten Gebieten. Seit Beginn des Jahres 2016 sind im Norden und Süden Syriens mehrere Krankenhäuser bombardiert worden, darunter sieben von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Einrichtungen. Mindestens 42 Menschen sind bei diesen Angriffen getötet worden, unter ihnen mindestens 16 medizinische Mitarbeiter der Krankenhäuser.

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