Mosambik/Malawi/Simbabwe

Zyklon Idai: Ärzte ohne Grenzen weitet Hilfe aus

Beira/Wien, 25. März 2019Zehn Tage nachdem der Zyklon Idai in Mosambik auf Land getroffen ist und die Großstadt Beira sowie Teile entlang der Küste und Teile der Provinz Manicalad in Simbabwe zerstört hat, weitet Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in den am stärksten betroffenen Gebieten weiter aus. Ein Überblick über die getroffenen Maßnahmen in den Ländern Mosambik, Malawi und Simbabwe.

Mosambik

„Das erste, was man bei der Ankunft in Beira sieht, ist die Zerstörung und viel Wasser“, so Gert Verdonck, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Die Stadt hat etwa 500.000 Einwohner und die meisten Häuser sind beschädigt oder zerstört." Zwei Teams von Ärzte ohne Grenzen, die auf Notsituationen infolge von Naturkatastrophen spezialisiert sind, sind vor bereits vor Ort. Zwei weitere Nothilfe-Teams sind in der Hauptstadt Maputo eingetroffen und stehen kurz vor der Abreise ins Katastrophengebiet. Zusätzliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen für die Ausreise nach Mosambik bereit.

In einem teilweise wiederaufgebauten Gesundheitszentrum in Beira können die Teams von Ärzte ohne Grenzen bereits medizinische Hilfe leisten. In zwei weiteren Zentren läuft der Wiederaufbau. Zudem versorgen die medizinischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Menschen mithilfe mobiler Kliniken in mehreren Stadtteilen von Beira. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es jedoch laut Gert Verdock noch schwierig, sich ein klares Bild von den medizinischen Bedürfnissen zu machen. Einer der besorgniserregendsten Punkten sind laut ihm die Krankheiten, die über das Wasser übertragen werden.

Während die Nothilfe-Teams von Ärzte ohne Grenzen vor Ort auf die katastrophalen Überschwemmungen in Mosambik reagieren, wurden im Logistik-Zentrum der Organisation in Brüssel vier Flugzeuge mit einer Notfallversorgung gepackt. Wasserreinigungs-Kits, Zelte, und Antibiotika gehören zu den Artikeln, die vor Ort dringend benötigt werden. Die Charter-Flüge haben am Sonntagabend Brüssel verlassen und 43,3 Tonnen Material ins Katastrophengebiet geliefert. Für die kommenden Tagen werden drei weitere Flüge vorbereitet. 

  

Malawi

Extreme Regenfälle führten im südlichsten Teil Malawis zu Überschwemmungen. Im besonders betroffenen Gebiet Makhanga am Ostufer des Flusses Shire brauchen schätzungsweise 18.000 Menschen Hilfe. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen unterstützt per Boot das Gesundheitsministerium dabei, sie mit medizinischer Hilfe und Medikamenten, Sanitäranlagen und notwendigen Gütern zu versorgen.

Bisher haben die Teams keine akuten medizinischen Nöte festgestellt. Sie sorgen sich aber um die vielen Menschen, die Medikamente gegen chronische Krankheiten brauchen, etwa zur Behandlung von HIV und Tuberkulose. Im Gesundheitszentrum von Makhanga sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitsministeriums noch nicht wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt, so dass Ärzte ohne Grenzen die Basisgesundheitsversorgung und Angebote für HIV-Patienten und -Patientinnen bereitstellt.
 
Zusätzlich zur medizinischen Versorgung besuchen Teams die Dörfer, reparieren und reinigen Wasserbohrlöcher, testen die Wasserqualität, bauen Latrinen und Duschen und klären über Hygienemaßnahmen auf. Krankheiten, die über Trinkwasser übertragen werden, sollen so verhindert werden. An mehr als 2.000 Haushalte wurden Hygienesets verteilt, die unter anderem Eimer, Tassen und Seife enthalten.
 
 

Simbabwe

Zwei Teams von Ärzte ohne Grenzen sind im am härtesten getroffenen Distrikt Chimanimani in der Provinz Manicaland unterwegs. Sie versuchen, trotz überspülter oder verschütteter Straßen so viele der 20 Gesundheitszentren im Umland wie möglich zu erreichen und den medizinischen Bedarf zu ermitteln. Sie verteilen außerdem lebenswichtige Medikamente sowie Tabletten zur Wasserreinigung. Aufgrund der massiven Flutschäden müssen die Teams bis zu zwölf Kilometer pro Tag zu Fuß gehen. 

Bislang erreichten die Teams die Klinik Nyahode und die Bergbaugemeinde Charleswood. Die Menschen in den betroffenen Gebieten brauchen eine Versorgung für ihre Verletzungen in Folge des Zyklons, wie Knochenbrüche, und Medikamenten gegen chronische Krankheiten und für HIV-Patienten und -Patientinnen. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Gesundheitsministeriums arbeitet Ärzte ohne Grenzen zudem im Krankenhaus Chimanimani. In einem außerhalb der Stadt eingerichteten Zentrum bietet Ärzte ohne Grenzen Beratung und medizinische Versorgung an.

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