Unser Einsatz in Griechenland

 

Die Zustände in den Lagern auf den griechischen Inseln sind seit Jahren menschenunwürdig. Leben auf engstem Raum unter katastrophalen Bedingungen – der Alltag für zehntausende Schutzsuchende.

Am 9. September 2020 ist Camp Moria, das ehemals größte Geflüchtetenlager Europas, niedergebrannt. Rufe nach einer raschen Evakuierung der Menschen wurde erneut laut. Hilfsorganisationen appellierten an die Europäische Union, die Menschen nicht in ein neues Zeltlager umzusiedeln, sondern für eine sichere und menschenwürdige Unterbringung zu sorgen. Doch genau das ist passiert. Aber nicht nur im neuen Lager Kara Tepe auf Lesbos herrschen unzumutbare Zustände. Auch in weiteren Lagern auf griechischen Inseln leben Menschen unter widrigsten Bedingungen: kein Zugang zu sauberem Wasser, nicht genug Nahrung, kaum sanitäre Anlagen und kein Platz. 

Die COVID-19 Gefahr

Regelmäßiges Händewaschen und Abstand zu Mitmenschen halten sind wichtige Maßnahmen um das Ansteckungsrisiko von COVID-19 zu minimieren. Leichter gesagt, als getan - für die Menschen in den Lagern auf den griechischen Inseln. Weder Mindestabstände noch Hygienemaßnahmen können hier eingehalten werden. Besonders für Risikopatientinnen und Patienten ist die Lage sehr ernst. Die Quarantänebedingungen in den Lagern sehen so aus: Menschen werden in schmutzige Isolationscontainer gesperrt, wo die meisten am Boden schlafen müssen. 

 

Der Winter kommt

Auch in Griechenland wird es im Winter sehr kalt. Fünf Winter mussten die Menschen in den griechischen Lagern schon durchhalten. In Zelten und allen Witterungen ausgesetzt. Es darf nicht noch ein sechster Winter werden. Schon im Herbst sehen wir, dass sich die Lager durch Regen in ein Schlammloch verwandeln. So können Menschen nicht leben. Wir brauchen effiziente Evakuierungsmaßnahmen, um eine sichere und würdige Unterbringung der Menschen auf dem griechischen Festland und in anderen europäischen Ländern zu gewährleisten. Auch Österreich muss hier seinen Teil leisten. 

Jetzt aktiv werden und #Menschbleiben

Unsere Hilfe in Griechenland

  • Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische und psychologische Hilfe in Griechenland. Vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 verschlechterte sich die humanitäre Lage in den fünf Aufnahmezentren in Lesbos, Chios, Samos, Kos und Leros rasant.
  • Auf der Insel Lesbos betreuen wir eine pädiatrische Klinik außerhalb des Lagers Moria. Die Teams bieten medizinische und psychologische Hilfe für jugendliche Geflüchtete sowie Geburtshilfe für Schwangere an. In der Stadt Mythilene behandeln wir Überlebende von Folter und sexueller Gewalt sowie Menschen mit schweren psychischen Störungen. Im Zuge der Brände in Moria, errichteten wir eine Notfallklinik in der Nähe des Lagers.
  • Aufgrund der massiven Zunahme von Neuankömmlingen auf der Insel Samos, erweiterten wir 2019 unsere Hilfe vor Ort: Die Teams installierten ein Wasser- und Sanitärsystem für geflüchtete Menschen, die in der Nähe des offiziellen Aufnahmezentrums lebten. Zudem betreuen wir ein Tageszentrum, in dem wir psychologische Unterstützung sowie sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung anboten.
  • Auf der Insel Chios umfassen unsere Aktivitäten die sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung, psychologische Hilfe sowie soziale Unterstützung.
  • Unsere Hilfe in Griechenland schließt außerdem die Betreuung von zwei Gesundheitszentren in Athen ein: In unserem Tageszentrum bieten wir sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung, psychologische Unterstützung, Behandlung von chronischen und komplexen Krankheiten, Sozial- und Rechtshilfe an. Im zweiten Zentrum, das wir mit dem Tageszentrum Babel und dem griechischen Flüchtlingsrat betreuen, versorgen die Teams Überlebende von Folter und anderen Gewaltformen.

 

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