Syrien

“Die Soldaten haben unser Dorf gestürmt“: Bericht eines syrischen Flüchtlings

„Wir lebten in einer ländlichen Gegend. Die Soldaten haben unser Dorf um fünf Uhr morgens gestürmt. Wir waren im Haus, als uns meine jüngste Tochter warnen kam: Papa, die Armee ist draußen! Wir gingen nachschauen. Die Soldaten des Regimes hielten uns die Gewehrkolben in den Rücken und sagten: ‚Wenn ihr euch bewegt, drücken wir ab.‘

Ich dachte, dass sie mich umbringen würden. Meine Frau war schwanger und aus Angst sagte sie zu ihnen: Mein Mann hat nichts Schlechtes getan. Sie haben uns unsere Identitätskarten zurückgegeben und sind gegangen. Aber jeden zweiten Tag kamen sie wieder in unser Dorf und zerschlugen Türen und Fenster. Meine Kinder weinten unaufhörlich, sie hatten große Angst. Da haben wir unseren Bauernhof verlassen und sind zunächst nach Qamishli geflüchtet. Hier leben wir zusammen mit einer anderen Familie. Wir haben nicht genug Decken. Meine Kinder sind alle krank wegen der Kälte.

Es gibt so viele Leute, die sich in der gleichen Situation wie wir befinden. Die Behörden bemühen sich sehr, aber sie werden mit dieser hohen Anzahl Menschen nicht fertig. Wir sind bei der UNO als Flüchtlinge registriert. Wir sind überall angemeldet, haben alle Formulare ausgefüllt, und ich habe alle nötigen Papiere bei mir. Aber es sind einfach so viele Menschen, dass einige von ihnen auf der Straße leben müssen. Die Behörden und die Organisationen können all diesen Bedürfnissen schlicht nicht nachkommen.“

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