Guinea

Ebola-Ausbruch: Ärzte ohne Grenzen entsendet Spezialisten und Material

Brüssel/Wien, 23. März 2014 – Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) startet im Süden Guineas einen Nothilfeeinsatz, um eine Ebola-Epidemie zu bekämpfen. 24 Ärzte, Krankenpfleger, Logistiker sowie Spezialisten für Hygiene und Abwasser sind bereits vor Ort. Weitere Personen werden das Team in den nächsten Tagen verstärken.

In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium hat Ärzte ohne Grenzen die Verdachtsfälle in Guéckédou isoliert und bereitet sich darauf vor, dasselbe in Macenta zu tun. Beide Ortschaften befinden sich in der Region Nzérékoré im Süden Guineas. „Die Isolierung ist das Allerwichtigste, um eine Ausbreitung dieser hoch ansteckenden Krankheit zu verhindern“, sagt Dr. Esther Sterk, Expertin für Tropenkrankheiten bei Ärzte ohne Grenzen. „Spezialisiertes Personal kümmert sich um die Patienten, die Anzeichen einer Ansteckung aufweisen.“ Ebenfalls in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden sucht Ärzte ohne Grenzen aktiv nach Personen, die sich bei den bereits infizierten Patienten angesteckt haben könnten.

Ärzte ohne Grenzen schickt 33 Tonnen Material mit zwei Charter-Flugzeugen aus Belgien und Frankreich nach Guinea, um möglichst rasch die für die Isolierung der Patienten, die Abwasserreinigung sowie den Schutz der Teams nötigen Medikamente und Materialen zur Verfügung zu haben.

Bis Samstag (22. März) wurden vom Gesundheitsministerium 49 Verdachtsfälle registriert. Sechs Infektionen wurden bis dahin bestätigt und 29 Patienten verstarben. Ebola ist ein seltenes, aber schwerwiegendes virales hämorrhagisches Fieber der Familie der Filoviren und verläuft häufig tödlich. Sie breitet sich rasch durch Kontakt zu infizierten Menschen oder Tieren aus. Sie überträgt sich über Blut sowie Körperflüssigkeiten.

Ärzte ohne Grenzen ist in Guinea seit 2001 tätig und führt Projekte zur Bekämpfung von HIV/AIDS in Conakry sowie gegen Malaria in Guéckédou. Zudem reagiert die medizinische Organisation immer wieder auf Notfälle und leistete in den vergangenen Jahren insbesondere bei Epidemien von Cholera und Hirnhautentzündung medizinische Nothilfe.

 

Teilen

Vervielfältigen