Guatemala

Guatemala/Honduras: Ärzte ohne Grenzen unterstützt Opfer der sintflutartigen Regenfälle

Mitte Oktober 2011 haben die durch einen schweren Tropensturm ausgelösten Überschwemmungen in mehreren Provinzen der Pazifikküste von Guatemala große Schäden verursacht. Die Gemeinde Nueva Concepciòn in der Provinz Escuintla ist am schlimmsten betroffen, und rund 5.000 Menschen haben dort noch keine Unterstützung erhalten. Daher stellt Ärzte ohne Grenzen den Bewohnern von 13 betroffenen Dörfern Hilfsgüter und Grundnahrungsmittel zur Verfügung.

„Eine erste Grundversorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten wurde vor Ort sichergestellt“, sagte Stefano Zannini, Notfallkoordinator von Ärzte ohne Grenzen. „Wir werden jedoch Decken, Matratzen und Hygienesets an die rund 1.000 Familien verteilen, die in abgelegenen, nur schwer zugänglichen Gebieten leben. Einige Familien befinden sich noch in Notunterkünften, andere konnten in ihre Häuser zurückkehren; es gibt aber auch Familien, die alles verloren haben“, erklärte Zannini. „Es ist nun wichtig, die Verbreitung von Atemwegsinfektionen und anderen, durch mangelnde Hygiene verursachten Krankheiten zu verhindern.“

Hilfe in Honduras

In Honduras, wo sintflutartige Regenfälle Tausende von Menschen in Mitleidenschaft gezogen haben, hat Ärzte ohne Grenzen eine mobile Klinik eröffnet und damit in den Dörfern der Gemeinde Marcovia im Süden des Landes mehr als 140 Patientinnen und Patienten medizinisch versorgt.

Da mit der vorhandenen kostenlosen Gesundheitsversorgung schnell auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung reagiert werden konnte, hat Ärzte ohne Grenzen sich im Wesentlichen auf die epidemiologische Überwachung von Infektionskrankheiten wie Dengue-Fieber, Malaria und Leptospirose konzentriert. Große Bestände des Antibiotikums Doxycycline werden an die örtlichen Gesundheitszentren verteilt, um diese bei der Vorbeugung gegen die in der Region immer noch endemisch auftretende Leptospirose zu unterstützen. Zudem haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen 20 verseuchte Brunnen desinfiziert.

In Guatemala ist Ärzte ohne Grenzen  seit 1984 mit verschiedenen Hilfsprogrammen tätig. Zurzeit hilft die Organisation in Guatemala-Stadt Opfern sexueller Gewalt mit sozialmedizinischer und psychologischer Hilfe. In Honduras ist Ärzte ohne Grenzen schon seit 1974 im Einsatz. Gegenwärtig stellen die Teams in der Hauptstadt Tegucigalpa für die ärmsten Bevölkerungsschichten, die oftmals Opfer von Gewalt werden, eine medizinische Grundversorgung sicher. Da Mittelamerika häufig von Naturkatastrophen heimgesucht wird, hält sich ein Ärzte ohne Grenzen-Notfallteam in Panama bereit, um den betroffenen Menschen der Region bei Bedarf umgehend Erste Hilfe leisten zu können. 

Das könnte Sie auch interessieren

Teilen

Vervielfältigen