Nepal

In memoriam

Am 2. Juni 2015 kamen drei unserer KollegInnen beim Absturz eines von unserer Organisation gecharterten Hubschraubers in Nepal ums Leben. Der tragische Unfall ereignete sich, als Sandeep Mahat, Jessica Wilford und Sher Bahadur Karki (Raj) gerade auf dem Rückflug nach Kathmandu waren. Zuvor hatten sie dringend benötigte humanitäre Hilfe in den vom Erdbeben betroffenen Dörfern des Bezirks Sindhupalchowk geleistet.

Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden von Sandeep, Jessica und Raj. Wir nehmen in großer Trauer Abschied von ihnen. Mögen sie in Frieden ruhen.

Sandeep Mahat

Sandeep begann im September 2006 als Arzt für uns zu arbeiten. Den Großteil seines Berufslebens widmete er der Arbeit in unserer Organisation. Er war ein treuer Mitarbeiter und beliebt in der „Familie“ von Ärzte ohne Grenzen, wo ihn viele kannten.  Er absolvierte mehrere Langzeiteinsätze in Nepal und Indien. Als das Erdbeben sein Heimatland Nepal im April traf, war er einer der ersten, der Hilfe leistete. Sandeep sprach stets mit Stolz über die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen, was andere dazu bewog, bei uns mitzuarbeiten. Diejenigen, die ihn kannten, sprechen von seiner zuvorkommenden diplomatischen Art. Sie erzählen, dass er andere als Mentor unterstützte oder beriet, auch in Momenten, in denen er selbst großem Stress ausgesetzt war. Sandeep hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.

Jessica Wilford

Jessica war seit September 2012 als Ärztin für uns im Einsatz. Sie arbeitete für uns in Nigeria – zunächst in Goronyo, danach im Bundesstaat Zamfara, wo wir wegen der massiven Bleivergiftungen beim Goldabbau arbeiteten. Von März bis November 2014 arbeitete sie in Wardher und Gambella in Äthiopien. Ohne zu zögern meldete sie sich nach dem Erdbeben in Nepal als freiwillige Helferin. Jessicas Lächeln wird allen in Erinnerung bleiben, die mit ihr zusammenarbeiten konnten. Sie war eine engagierte Ärztin und hatte eine humorvolle und großherzige Persönlichkeit – sie hatte immer Freude daran, einen kleinen Tanz zur Entspannung einzulegen. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihrem Partner.

Sher Bahadur Karki (Raj)

Raj hatte erst in diesem Jahr begonnen, als klinischer Psychologe für uns zu arbeiten. Er war glücklich darüber, seinen Landsleuten nach dem Erdbeben in Nepal helfen zu können. Einige seiner Freunde bei Ärzte ohne Grenzen hatten bereits früher mit ihm zusammengearbeitet. Aber selbst in der kurzen Zeit, in der er für uns im Einsatz war, hinterließ er einen bleibenden Eindruck bei seinen Kollegen. Sie erinnern sich insbesondere an seine Hilfsbereitschaft und Unterstützung und daran, dass er dazu aufforderte, nie die Hoffnung zu verlieren. Sie erinnern sich an die Freude, die ihn erfüllte, wenn er in seiner Freizeit mit seinem kleinen Sohn unterwegs war und mit ihm schwimmen gehen konnte. Raj hinterlässt seine Frau und einen kleinen Sohn.

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