Mittelmeer: Rettungskräfte bargen 22 Tote aus Flüchtlingsboot

Bei einem Einsatz im zentralen Mittelmeer hat das Team auf der MV Aquarius, dem gemeinsam von Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranée betriebenen Rettungsschiff, 209 Menschen aus zwei Schlauchbooten gerettet. Die Rettungskräfte bargen auch die Leichen von 21 Frauen und einem Mann, die auf hoher See gestorben waren.

„Als unser Team sich dem ersten Boot näherte, entdeckte es die Toten, die in einer Lache aus Treibstoff lagen“, sagt Jens Pagotto, der Leiter der Rettungseinsätze von Ärzte ohne Grenzen. „Die Überlebenden hatten mehrere Stunden neben den toten Körpern verbracht. Viele von ihnen sind  zu traumatisiert um darüber zu sprechen, was geschehen ist. Es ist noch unklar, wie diese Frauen genau gestorben sind.“

„Was feststeht, ist dass dieser Verlust an Menschenleben unnötig ist; er ist das Resultat des unangemessenen Umgangs mit dieser Krise. Maßnahmen, die darauf abzielen Flüchtende fernzuhalten, funktionieren nicht. Wie viele Leben müssen noch verloren gehen bevor Menschen, die Hilfe und Schutz benötigen, eine sichere Alternative geboten wird?“

Unter den 209 Geretteten, die von der MV Aquarius aufgenommen wurde, befanden sich 32 Frauen sowie 50 Kinder. 45 von ihnen waren ohne Eltern oder Aufsichtsperson unterwegs. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen an Bord des Schiffes bieten den Überlebenden eine medizinische Erstversorgung.

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