Nigeria

Nigeria: Hilfe für Überlebende nach Boko-Haram-Angriff

Paris/Wien, am 13. Jänner 2014 – Nach einem Angriff der bewaffneten Gruppierung Boko Haram auf die Stadt Baga im Norden Nigerias unterstützt ein Team von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) Überlebende, die in die nahegelegene Großstadt Maiduguri geflohen sind. Bei dem Angriff wurden viele Menschen getötet, Tausende weitere wurden vertrieben.

Zwanzig Verwundete werden im Krankenhaus von Maiduguri von Teams der nigerianischen Gesundheitsbehörden behandelt.

Versorgung von Schwangeren und Kindern

Etwa 5.000 Überlebende sind in ein Lager in Maiduguri geflüchtet, weitere flohen ans Ufer des Tschadsees. Nach einer Evaluierung der Bedürfnisse hat  Ärzte ohne Grenzen  dem Gesundheitszentrum in dem Lager in Maiduguri Lebensmittel, Medikamente und medizinisches Material zur Verfügung gestellt. Dort waren die Vorräte ausgegangen. Die Organisation wird die medizinische Arbeit des Zentrums auch direkt unterstützen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Versorgung von Schwangeren und Kindern.

„Wir werden bei der Behandlung von mangelernährten Kindern, bei der Untersuchung Schwangerer und bei der Geburtsbegleitung helfen. Es gibt viele schwangere Frauen im Lager. Außerdem werden wir die Basisgesundheitsversorgung unterstützen“, sagt Isabelle Mouniaman-Nara, die Leiterin der Hilfsprogramme von  Ärzte ohne Grenzen  in Nigeria. „Wir werden die Situation im Lager und die Zahl der Vertriebenen genau beobachten und unsere Hilfe bei Bedarf anpassen.“

Betroffenes Gebiet derzeit zu gefährlich

Man vermutet, dass sich einige Überlebende des Angriffs immer noch im Gebiet um Baga aufhalten, wo sie sich im Busch versteckt halten. Die Behörden haben einen Bus in dieses Gebiet geschickt, der diese Menschen nach Maiduguri bringen soll, das ein paar Stunden entfernt von dort liegt.

„Angesichts der instabilen Lage in Baga können die Teams von  Ärzte ohne Grenzen  derzeit nicht in das betroffene Gebiet reisen, um die medizinischen und humanitären Bedürfnisse der Menschen zu ermitteln“, erklärt Mouniaman-Nara. „Deshalb konzentrieren wir uns vorläufig darauf, den Vertriebenen in Maiduguri zu helfen.“

Nachdem am 10. Januar ein Selbstmordattentat am Markt der Stadt 20 Todesopfer gefordert hat, ist die Lage aber auch in Maiduguri angespannt.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 2004 in Nigeria tätig. Seit August 2014 ist die Hilfsorganisation dauerhaft in Maiduguri aktiv, der Hauptstadt des Bundesstaats Borno. Im April 2013 hatte ein Team von Ärzte ohne Grenzen vier Wochen lang das Krankenhaus in Baga unterstützt, nachdem es in der Stadt zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen war. Das Team musste das Gebiet damals aufgrund der unsicheren Lage jedoch wieder verlassen.

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