Österreich muss endlich Beitrag zur Aids-Bekämpfung leisten

Wien, 21. November 2011. Anlässlich des neuen Aids-Berichts der Vereinten Nationen ruft Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) die österreichische Bundesregierung dazu auf, endlich einen Beitrag zur Bekämpfung von Aids zu leisten.

Der Bericht zeigt, dass dank internationaler Bemühungen mehr HIV-Infizierte vor dem Tod bewahrt werden konnten. „Das ist ein großer Fortschritt“, sagt Mario Thaler, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich: „Aber HIV Programme müssen drastisch ausgeweitet werden, um die Epidemie einzudämmen. Die österreichische Bundesregierung sollte sich an der kürzlich vorgestellten Initiative der US-amerikanischen Regierung gegen HIV/Aids beteiligen und endlich einen Beitrag zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria leisten.“

Kürzungen drohen

Der Globale Fonds hat so große Geldnöte, dass die Finanzierung von neuen Projekten erstmals um ein Jahr zu verschoben werden muss. Ärzte ohne Grenzen beobachtet, dass sogar bestehende Behandlungsprogramme in Ländern wie Simbabwe, Mosambik und der Demokratischen Republik Kongo von Kürzungen bedroht sind. Der Fonds versorgt 3,2 Millionen Menschen mit lebensrettenden HIV/ Aids-Medikamenten und ist damit einer der wichtigsten Akteure im Kampf gegen die Epidemie.

Vergangene Woche erklärte US-Außenministerin Hillary Clinton eine „Generation ohne Aids“ zum Ziel der USA. Sie bezog sich dabei auf neue Forschungsergebnisse, nach denen eine Übertragung des Virus bei einer rechtzeitig begonnenen Behandlung um bis zu 96 Prozent weniger wahrscheinlich ist. Die Behandlung zahlt sich also doppelt aus. Sie rettet den Einzelnen und schützt andere vor der Infektion.

Gute Chancen für Umschwung

„Die Chancen standen noch nie so gut, den Umschwung im Kampf gegen Aids zu schaffen“, sagt Tido von Schoen-Angerer, Leiter der internationalen Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. „Auch die Regierungen in einigen schwer betroffenen Ländern wollen die neuen Erkenntnisse nutzen, um den Trend bei der Ausbreitung der Aids-Epidemie umzukehren. Aber ohne Geld ist das alles nichts wert.“

Ärzte ohne Grenzen behandelt derzeit 170.000 HIV-infizierte in 19 Ländern mit lebensverlängernden Medikamenten. In Südafrika hat die Organisation ein Pilotprojekt gestartet, das auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreift. Das Programm in der Provinz KwaZulu Natal soll durch HIV-Tests, eine frühe Behandlung von Infizierten und konventionelle Präventionsmaßnahmen Neuinfektionen reduzieren.

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