Pakistan

Pakistan: 88 Schwerverletzte und 44 Tote nach Bombenanschlag

Nach einem Bombenanschlag im Distrikt Lower Dir in der nordwestlichen Grenzprovinz (NWFP) am Montag, den 5. April, haben Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und dem pakistanischen Gesundheitsministerium 88 zum großen Teil schwer verletzte Menschen behandelt.

Die Explosion ereignete sich in der Stadt Timurgara, rund 600 Meter vom District Head Quarter (DHQ)-Krankenhaus entfernt, das Ärzte ohne Grenzen unterstützt. Die Organisation unterstützt das Krankenhaus vor allem dabei, seine Kapazitäten zu erweitern, um auf Vorfälle reagieren zu können, bei denen es sehr viele Verletzte gibt. Infolge der Explosion vom Montag haben viele Patienten offene Brüche und Bauchverletzungen erlitten. Bei fünf Patienten wurden lebensrettende Operationen durchgeführt, 34 Patienten wurden an das Lehrkrankenhaus in Peshawar überwiesen.„Wir haben die Explosion nicht nur gehört, sondern auch gefühlt“, sagt der Arzt Aleksander Sloboda, der für Ärzte ohne Grenzen in der Notaufnahme arbeitet. „Es war hier draußen vor dem Krankenhaus, und innerhalb weniger Minuten kamen die ganzen Verletzten zu uns.“

Viele Menschenleben konnten gerettet werden

Zum dritten Mal innerhalb der vergangenen sechs Monate musste Ärzte ohne Grenzen damit in der Notaufnahme des Krankenhauses den Plan zur Massenrettung von Verletzten in die Wege leiten. Im vergangenen Jahr wurde das Krankenhauspersonal für Notfälle wie diesen geschult. „Unser Ziel ist es, diejenigen, die es am dringendsten benötigen, so gut wie möglich medizinisch zu versorgen“, sagt Aleksander Sloboda. „So konnten wir nach der Explosion trotz der überwältigenden Zahl von Verletzten ziemlich viele Menschenleben retten.“„Wenn ein solcher Notfall eintritt, kommt es darauf an, dass ausreichend Medikamente und medizinisches Material sowie genügend medizinisches Personal zur Verfügung stehen“, so Aleksander Sloboda weiter.Die Teams von Ärzte ohne Grenzen und dem Gesundheitsministerium behandeln in der Notaufnahme des Krankenhauses in Timurgara zusammen rund 1.100 Patienten pro Woche. Ärzte ohne Grenzen hat im Krankenhaus außerdem einen neuen OP, eine Abteilung für operative Nachsorge und ein Managementsystem für die Sterilisierung und Entsorgung von medizinischem Gerät eingerichtet.Seit 1998 stellt Ärzte ohne Grenzen eine kostenfreie medizinische Versorgung für die pakistanische Bevölkerung und afghanische Flüchtlinge in der nordwestlichen Grenzprovinz (NWFP), den föderal verwalteten Stammesgebieten (FATA), Belutschistan und Kaschmir zur Verfügung. Diese sind von den Folgen des bewaffneten Konflikts, einem schlechten Zugang zur Gesundheitsversorgung und von Naturkatastrophen betroffen. Ärzte ohne Grenzen akzeptiert für die Projekte in Pakistan keine Spenden von Regierungen und Geberinstitutionen. Die Projekte werden ausschließlich durch private Spenden finanziert.

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